Hilfe für Elzer Unternehmen

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Die CDU- und SPD-Fraktion in Elz möchten den Elzer Unternehmen in der jetzigen Zeit helfen. Nachdem letzte Woche die CDU einen „Elz-Taler“ ins Gespräch brachten, fordert die SPD eine digitale Plattform für alle Geschäfte.

Durch die Corona-Krise und dem damit verbundenen Shut-Down sind auch Elzer Unternehmen und Gewerbetreibende schwer getroffen. Um hier schnelle und unbürokratische Unterstützung zu leisten, fordert die CDU-Fraktion Unterstützungsmaßnahmen. Diesen Antrag möchte die SPD-Fraktion ergänzen.

„Elz-Taler“ der CDU-Fraktion

Um die Unternehmen in dieser schweren Situation zu unterstützen, wurden bereits umfangreiche Liquiditätshilfen seitens der Bundes- und Landesregierung zugesagt. Daneben fordert die CDU Elz unbürokratische Unterstützung durch die Einführung eines rabattierten Gutscheins, so der Fraktionsvorsitzende Bastian Hoffmann. „Unsere Unternehmen, Gewerbetreibende und Gastronomen sind das Herz und das Rückgrat unserer Gemeinde und ganz besonders unseres Ortskerns. Die aktuelle Situation stellt insbesondere die vielen Mittelständler, Kleinunternehmer und Selbstständige vor große Herausforderungen. Hier gilt es unbürokratisch Hilfe zu leisten“, so Hoffmann.

Daher beantragt die CDU, eine rabattierte Regionalwährung in Form des „Elz-Talers“ aufzulegen, um die Kaufkraft in Elz zu halten. Die Elzer Bürger können diesen speziellen Gutschein zentral erwerben. Die Gemeinde Elz soll diesen mit 25 Prozent subventionieren. Der Gewerbeverein hat in ersten Gesprächen zugesagt, das teilnehmende Unternehmen bereit sind, weitere 10 Prozent zu tragen. Daraus entsteht folgendes Angebot: Wer „Elz-Taler“ im Wert von 13 Euro kauft,  kann damit für 20 Euro in den teilnehmenden Unternehmen des Elzer Gewerbevereins einkaufen und spart ganze 35 Prozent. „Das Angebot soll nach den Beschränkungen für die nächsten Monate gelten und die Bürger dazu bewegen, Geld bei Elzer Unternehmen und Gastronomen auszugeben“, so Hoffmann weiter. Die CDU regt an, die notwendigen Mittel zeitnah durch den Gemeindevorstand zu bewilligen, um schnelle Hilfe leisten zu können.

Außerdem sollen durch die Corona-Krise begründete Anträge auf Stundung der Gewerbesteuer der Gewerbetreibenden zustimmend beschieden und bis zum 31. Dezember 2020 zinslos gestundet werden. Die CDU hofft, dass die Gemeinde Elz auf diesem Weg einen Beitrag dazu leisten kann, um Unternehmen und Gewerbe durch diese herausfordernde Zeit zu helfen.

Idee des „Elz-Taler“ zu kurzsichtig

Die Elzer SPD will den durch die CDU vorgeschlagenen „Elz-Taler“ durch den Verkauf von Gutscheinen der Elzer Gewerbetriebe ergänzen. Die Idee des „Elz-Talers“ greife zu kurz. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Lang begründet dies damit, dass die Gewerbebetriebe bereits jetzt Einnahmen zur Sicherung ihrer Liquidität benötigen, um unter anderem ihre Mitarbeiter:innen zu bezahlen. Gutscheine, die dann erst drei Monate nach Ende der aktuellen Beschränkungen eingelöst werden, helfen hier nicht weiter, so Lang.

Daher schlägt die Elzer SPD-Fraktion vor, ergänzend auch eigene Gutscheine interessierter Unternehmen durch die Gemeinde zu verkaufen und die daraus resultierenden Erlöse jeweils zeitnah den Betrieben auszuzahlen. Auch diese Gutscheine sollen bezuschusst werden. Anders als beim „Elz-Taler“ soll der Zuschlag, der bis
zu zehn Prozent betragen soll, aber an die Betriebe als Aufschlag auf die Gutscheine ausgezahlt und nicht an die Käufer der Gutscheine weitergegeben werden. Damit kann zusätzlich die Liquidität der teilnehmenden Betriebe erhöht werden. Insgesamt schlägt die Elzer SPD die Bereitstellung von 10.000 EURO zur Finanzierung dieses Zuschusses vor.

Digitaler Marktplatz

Um auch langfristig die Kaufkraft für die Elzer Betriebe zu erhalten, soll die Gemeinde in Anlehnung an das Projekt „Digitale Dörfer“ in Rheinland-Pfalz die Teilprojekte „BestellBar“ und „LieferBar“ umsetzen. Bei „BestellBar“ handelt es sich um einen Internet-Marktplatz, auf dem Elzer Betriebe Ihre Produkte und Angebote online präsentieren können. Flankiert werden soll dies durch das Projekt „LieferBar“. Dabei handelt es sich um einen Lieferservice der auf dem Marktplatz bestellten Waren innerhalb der Gemeinde. Damit sollen allerdings nicht die Pizza-Lieferdienste ersetzt werden, sondern ein Angebot geschaffen werden, seine Einkäufe online vor Ort und nicht bei den großen Online-Marktplätzen zu tätigen und trotzdem nach Hause geliefert bekommen zu können, so Lang.

Dieser Lieferservice wird bei den Modell-Kommunen meist durch Freiwillige sichergestellt. In der Anfangszeit könnten aber auch bei der Gemeinde angestellte geringfügig Beschäftigte die Auslieferung vornehmen. Mittelfristig sollten sich dann aber auch die den Service nutzenden Betriebe an den Kosten beteiligen.
Lang begründet diese Initiative damit, dass es auch nach Aufhebung der aktuellen Beschränkungen lange dauern wird, bis die Betriebe die jetzt ausgefallenen Einnahmen wieder hereinholen können. Daran wird auch ein durch den „Elz-Taler“ ausgelöstes kurzes Strohfeuer nichts ändern. Durch die „BestellBar“ und die „LieferBar“ könnten auch vor Ort die unbestreitbaren Annehmlichkeiten des Online-Handels genutzt und trotzdem die lokalen Betriebe als Auftragnehmer gestärkt werden.

„Fairteiler“ in Elz

In einem weiteren Antrag fordert die SPD die Einrichtung eines sogenannten „Fairteilers“ in Elz. Dies sind Standorte, an denen übrig gebliebene Lebensmittel von heimischen Geschäften, die aber noch zum Verzehr geeignet sind, kostenlos abgeholt werden können. Gerade jetzt, wo die Arbeit der Tafeln massiv eingeschränkt ist, wäre
es aus Sicht der Elzer SPD sinnvoll, ein entsprechendes Angebot auch in Elz einzurichten.
Daneben hat die Elzer SPD auf Anregung ihres Faktionsmitgliedes Yvonne Schäfer bei Bürgermeister Horst Kaiser angeregt, dass die Gemeinde auf ihrer Webseite dem Beispiel der Stadt Essen folgend eine Anleitung zum Nähen eins Behelfs-Mund-Nasen-Schutzes veröffentlichen soll. Daneben regt die SPD an, dass die Gemeinde auch als Sammelstelle für geeignete kochfeste Baumwoll-Textilien fungieren solle, um diese dann an Personen, die solche Masken nähen wollen, abzugeben.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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