Hintergrund Bürgerdialog “Am Meilenstein” – Begrenzter Raum für zu viele PKWs

Seit dem letzten Jahr findet ein Bürgerdialog im Quartier “Am Meilenstein” statt, um die Verkehrssituation vor Ort, aber auch den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Dies findet im Rahmen des Städteförderprogramms “Sozialer Zusammenhalt” statt.

Letzte Woche fand der dritte Bürgerdialog “Mobilität Am Meilenstein” statt. Im Fokus der Veranstaltung stand die alternative Mobilität in Bezug auf den klassischen motorisierten Individualverkehr. Die teilnehmenden Anwohner äußerten Kritik an der aktuellen Entwicklung. Dabei hat sich seit dem Start des Bürgerdialogs schon etwas getan, um den Wünschen der Anwohner entgegenzukommen.

Hintergrund Bürgerdialog

Am Meilenstein ist das kleinste Quartier in Limburg. Der Bürgerdialog soll als mehrstufiges Verfahren in fünf Dialogforen Lösungen für die Verkehrssituation sowie den sozialen Zusammenhalt erarbeiten. Dabei sind die Bürger ganz eng mit einbezogen. Der Dialog findet zwischen den Bürgern und der Stadt statt, moderiert wird dies durchs Quartiersmanagement “Sozialer Zusammenhalt” und die Planer Rittmannsperger Architekten. Der Bürgerdialog startete im Mai 2021. Drei Formate fanden bereits online sowie einmal in Präsenz statt, um die verschiedenen Themengebiete abzustecken. Die Entscheidung für die Umsetzung konkreter Vorhaben liegt am Ende bei den politischen Gremien, dem Ortsbeirat und der Stadtverordnetenversammlung.

Im Vorfeld des Bürgerdialogs gab es eine Befragung unter den Anwohnern des Quartiers, wie wohl sie sich fühlen. 85 Prozent vergaben die Note 1 und 2 für den Wohlfühlfaktor im Quartier. Als Probleme wurden vor allem Verkehrsprobleme aufgezählt. Die Ampelschaltung an der B8 für Fußgänger sei zu kurz, die Lautstärke von der B8 und dem Rewe-Markt zu laut und die Ausfahrt vor allem für Linksabbieger erschwert. Auch Fluglärm, ein schlechter Weg ins Tal Josaphat und fehlende Sitzgelegenheiten bemängelten die Befragten. Weiterhin beklagten die Anwohner, dass ihnen ein Ansprechpartner in der Stadt fehle und nur vor den Wahlen Interesse am Quartier bestünde. Zudem vermissen sie Gemeinschaftsaktionen im Quartier.

Ein generelles Problem bereits vor dem Bürgerdialog waren die fehlenden Parkplätze, was 91 Prozent der Befragten äußerten. Und 60 Prozent sind der Meinung, es werde zu schnell gefahren. Die Top drei Themen aus dem ersten Bürgerdialog waren Parken (88 Prozent), Geschwindigkeiten (59 Prozent) sowie Sicherheit (47 Prozent). Das Thema alternative Mobilität wurde nur mit 8 Prozent genannt.

Quelle Zusammenfassung Bürgerdialog 1 

Zweite Bürgerdialog vor Ort

Im September fand dann der zweite Bürgerdialog vor Ort im  Quartier statt. Daran nahmen mehr Menschen teil als im Onlineformat. Die drei hervorragenden Themen Parken, Geschwindigkeit und Sicherheit bestimmten den Dialog.

Von der Stadtverwaltung gab es Input zum Quartier. 398 Bewohner aus 17 Nationalitäten haben dort ihr Zuhause. Es besteht eine gute Durchmischung in der Altersstruktur. Das Quartier ist gut an die Infrastruktur angeschlossen. Insgesamt gibt es in dem Quartier 233 Park- bzw. Stellplätze. 90 Parkplätze sind öffentlich ( ein Schwerbehindertenparkplatz), 70 private Garagen, 62 private Stellplätze sowie elf Stellplätze bei der Genossenschaft zum anmieten. Als 1962 das Quartier vollständig bebaut war, besaß rechnerisch jeder vierte Haushalt ein Auto. Daher rührte auch die Stellplatzsatzung, die auf 12 Wohneinheiten 2 Parkplätze vorsah. Das reicht heute natürlich bei weitem nicht mehr aus. In diesem Dialog beschäftigten sich die Teilnehmer mit verschiedenen Wünschen. Ein Ergebnis dieses Bürgerdialogs war die Einrichtung des verkehrsberuhigten Bereiches. Dies soll zu einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität, der Sicherheit und zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit führen. Die Bürger, welche sich danach öffentlich äußerten, waren mit der bisherigen Entwicklung nicht zufrieden.

Keine zu hohen Geschwindigkeiten

Eine weitere Kritik ist die zu hohe Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Also veranlasste die Stadt eine Geschwindigkeitsmessung über zwei Wochen in der Breslauer und der Dresdner Straße. Eine  signifikante Geschwindigkeitsüberschreitung fand nicht statt. 85 Prozent der Teilnehmer fuhr im Schnitt 25 km/h in der 30er-Zone. Die schnelssten Autos waren mit 46 km/h unterwegs. Mit erhöhter Geschwindigkeit gab es keine Unfälle. Unfälle gab es beim Einbiegen ins Quartier (9) sowie 16 Parkunfälle mit abgefahrenen Spiegeln, aber alle ohne Personenschaden. Im April fand eine Befahrung mit dem Rettungsfahrzeug der Feuerwehr statt. Für die Straße Am Meilenstein wurde eine Verkehrsbehinderung der Einsatzfahrzeuge durch parkende Autos erkannt, weshalb dort Parkplätze weggefallen sind.

Quelle Zusammenfassung Bürgerdialog 2

Insgesamt sind fünf Dialogforen geplant. Das nächste Dialogforum soll im April stattfinden. Anwohner können sich davor auch an das Quartiersmanagement Südstadt wenden.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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