Innenstädte fahrradfreundlicher gestalten

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Durch Corona wurde die Fridays for Future- Bewegung ein wenig ausgebremst. Doch seit einigen Wochen nehmen die Jugendlichen ihren Protest wieder auf, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren.

Am Samstag rief die Fridays For Future – Gruppe Limburg/ Diez zu einer Mahnwache auf dem Europaplatz in Limburg auf. Bereits Anfang Juli riefen sie zu einer Fahrrad-Demo auf, welche von Limburg nach Diez führte. Diese soll Anfang August wiederholt werden. Die Luftverschmutzung in Limburg sei ein klares Indiz dafür, das Auto stehen zu lassen und auf das Fahrrad oder den ÖPNV umzusteigen, so die Sprecherin Selina Schaub.

Steady

Fahrrad fahren in Limburg ist eine Zumutung

Limburg hat einiges getan, um das Fahrrad fahren in der Stadt sicherer zu gestalten. Dies sind Fahrradstreifen in Limburg. Fahrradmarkierungen in einigen Straßen weisen darauf hin, dass Radfahrer entgegen der Einbahnstraße fahren dürfen und rote Markierungen vor den Ampeln wurden extra für Radfahrer angebracht. Dennoch sieht Selina Schaub darin nur erste Schritte. „Fahrrad fahren in Limburg ist eine Zumutung“, so die Limburgerin, „aber dennoch fahre ich in der Stadt, da es gut ist für das Klima.“

Sie kritisiert vor allem die Schiedekreuzung, welche für Radfahrer absolut gefährlich ist. In der Grabenstraße fehlen ihr Radstreifen auf beiden Seiten, denn der eine Streifen ist für beide Richtungen zu eng zum befahren. An der Ampel müssten die Radfahrer dann quer über die Straße fahren, um den Schutzstreifen auf der anderen Seite zu erreichen. Oftmals parken Autos am Straßenrand, so dass die Straße insgesamt gefährlich für die Radfahrer ist. Genauso kritisch sieht sie die Kreuzung beim Woolworth. Bis zur Kreuzung gibt es einen Fahrradstreifen. Hinter der Ampel fehlt dieser und fängt mitten im Nirgendwo wieder an. „Wir brauchen bessere Radwege in der Stadt sowie auf außerhalb der Stadt“, so die junge Aktivistin.

Fridays For Future Limburg/ Diez Rad fahren
Auf der Grabenstraße beim Woolworth gibt es erst gar kein Fahrradstreifen und dann beginnt er mitten im Nirgendwo.

Kreative Proteste

Die Fridays For Future Gruppe lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen. Die Fahrrad-Demos in der jetzigen Zeit sorgen automatisch für Abstand der teilnehmenden Demonstrierenden. „Wir suchen immer wieder kreative Ideen zum Umsetzen“, so Schaub. Ideen haben sie viele. Neben dem werben für das Rad fahren lobt Selina Schaub das AST, „eine gute Sache“. Sie freut sich, dass die Platanen auf dem Neumarkt erstmal stehen bleiben und dieser weiter parkfrei bleibt. Sie würde sich wünschen, dass auch der Kornmarkt parkfrei wird. Dies wäre eine deutliche Aufwertung der Atmosphäre in der Altstadt, denn es sei „ein schöner Platz und er könnte schön belebt werden.“

Dass sie die Menschen erreichen, zeigt sich darin, dass sich inzwischen Menschen aus allen Generationen an den Demonstrationen beteiligen. Aber sie weiß auch, dass eine Demo nicht einmalig sein darf. „Eine Demonstration rüttelt die Menschen für eine Woche auf und dann fallen sie wieder in alte Muster zurück“, so Schaub. Und am Ende hat sie noch einige Tipps, was jeder für den Klimaschutz machen kann – Obst und Gemüse vor Ort kaufen und bei den Einzelhändlern einkaufen gehen, die mit im Fairtrade-Bündnis der Stadt sind.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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