Integration ukrainischer Geflüchteter übers Tanzen

Wenn wir miteinander sprechen, können verschiedene Sprachen zur Verständigungsproblemen führen. Wenn die Musik läuft und wir dazu tanzen, braucht es keine Sprache. Dann gibt es nur einen gemeinsamen Ausdruck, ein gemeinsamer Rhythmus. Dies merken gerade die Tanzmädchen bei der KG Hadamar.

Wer bei der Karnevalsgesellschaft Hadamar an Fastnacht, Fasching, Karneval denkt, liegt nur teilweise richtig. In der KG Hadamar wird ebenfalls über das ganze Jahr wertvolle Jugendarbeit geleistet. Insgesamt über 90 Mädchen ab 6 Jahre tanzen bei der KG das ganze Jahr über, agieren zusammen und bilden ein Team. Seit letzter Woche trainiert die neunjährige, aus der Ukraine stammende Anne mit in der Gruppe von Brit Kuhl-Wengenroth und bereits nach kurzer Zeit ist sie in der Gruppe nicht mehr zu erkennen, denn sie schaut sich sehr schnell die einzelnen Schritte ab und macht sie mit, als ob sie schon länger dabei ist. Dabei hat sie gerade mal an einem Training aktiv teilgenommen.

Foto: Anna ist das Mädchen rechts vorne auf dem Bild.

Fünf Tage Flucht

Seit dem 9.März ist Anna mit ihrer Mutter Nina in Niederzeuzheim bei Eleonora untergekommen. Nina und Eleonora kennen sich seit dem Kindergarten und sind seitdem befreundet. Eleonora ist schon länger in Deutschland, wohnt seit acht Jahren in Hadamar und ihre Tochter ist ebenfalls Mitglied bei der KG Hadamar. Daher war es für sie selbstverständlich, dass ihre Freundin bei ihr unterkommen kann. Darüber kam der Kontakt und die Frage, ob Anna mittanzen darf. Für Anna ist es eine Abwechslung. Fünf Tage befand sie sich mit ihrer Mutter auf der Flucht. Der Papa ist weiterhin in der Ukraine und sie vermisst ihn schon. Sie fragt auch nach, wann sie wieder nach Hause fahren können. Da tut eine Ablenkung gut.

Ihre Mutter ist so froh, die Fahrt nach Deutschland geschafft zu haben und war dann einfach nur froh, als sie in Hadamar ankamen. Vorher ist sie noch nie so weite Strecken gefahren. Zudem sind die Temperaturunterschiede sehr groß. Von -10 Grad in der Ukraine zu den frühlingshaften Temperaturen hier. Abends ab 19 Uhr gab es in der Ukraine Ausgangssperre und sie kamen bei fremden Menschen unter, einmal haben sie sogar in einer Schule übernachtet. Eine anstrengende Zeit, wo Nina einfach froh war, als sie bei ihrer Freundin angekommen sind.

Miteinander tanzen

Anna selbst tanzt schon seit vielen Jahren in der Ukraine. Seit 5 Jahren tanzt sie in verschiedenen Musikrichtungen und hat auch schon einige ihrer Tänze gezeigt. Sie ist eine Bereicherung für die Gruppe. Und für den Vorstand der KG Hadamar ist es eine Freude, ihr dieses Mitmachen zu ermöglichen. Damit Anna beim tanzen versichert ist, muss sie Mitglied im Verein werden. Der Vorstand hat beschlossen, sie beitragsfrei aufzunehmen. Dieses Angebot gilt jedoch nicht nur für Anna, sondern auch für weitere ukrainische Mädchen, welche in den Landkreis kommen und Lust am tanzen haben. Nina bedankt sich beim Vorstand und freut sich sehr über dieses Angebot. „Auch wenn die Umstände traurig sind, können wir etwas erfreuliches damit verbinden“, so Präsident Alwin Braun. Der Vorstand habe den Wunsch, den Kindern die Zeit so leicht wie möglich zu machen.

Durch die direkte Einbindung und das Miteinander haben die Kinder zudem die Möglichkeit, deutsch zu lernen und miteinander in Kontakt zu kommen. Sie sitzen nicht die ganze Zeit zu Hause. Wenn Anna dann in die Schule geht, trifft sie beim Tanzen einige Mädchen wieder, mit denen sie den Vormittag verbringt. Dies lässt die Kinder hier ankommen und hilft dabei, die Ereignisse zu verarbeiten.

Wenn weitere ukrainische Mädchen ab 3 Jahre Jahren Lust haben am Tanzen, können sie sich gerne bei Brit Kuhl-Wengenroth melden: britkuhlwengenroth@gmail.com, Mobil 015233568305

Якщо подальші українські дівчата від 3 років відчувають такі танцювальні, вони з радістю повідомляють Brit Kuhl-Wengenroth: britkuhlwengenroth@gmail.com, mobile 015233568305

 

 

 

 

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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