Investition von 3,7 Millionen Euro in das Gesundheitszentrum

Um den Gesundheitsstandort St. Anna in Hadamar zu stärken, möchte die St. Anna-Stiftung 3,7 Millionen Euro investieren, um auch in Zukunft für den Menschen da zu sein.

Um auch in Zukunft das Gebäude in Hadamar nutzen zu können, muss vor allem im Brandschutz einiges realisiert werden, erklärt Bürgermeister und Vorsitzende des Verwaltungsrates der St. Anna Stiftung Michael Ruoff im Pressegespräch. Dazu gehören eine Außentreppe als Fluchtweg, welche bereits realisiert ist, eine moderne Brandmeldeanlage und Brandschutztüren. Weiterhin investiert die Stiftung in eine moderne Lüftungsanlage. Im Rahmen der Baumaßnahmen soll auch die 300 Jahre alte Kapelle saniert werden. Somit kommt am Ende eine Investitionssumme von 3,7 Millionen Euro zusammen, welche die Stiftung allein stemmen möchte, um das Gesundheitszentrum nachhaltig in der Region zu halten.

Gesundheitsversorgung im Hadamarer Land

Historisch geht der gesamte Gebäudekomplex auf die Stiftungsurkunde vom 15. Mai 1829 zurück. Bis heute wurde fanden bauliche Erweiterungen statt. Das jetzige vordere Gebäude des Gesundheitszentrum ist 1992 erbaut worden. Bis 2007 war es ein Krankenhaus. Als der Krankenhausbetrieb eingestellt wurde, hatte die Stiftung die Voraussicht, ein Gesundheitszentrum im Hadamarer Land zu etablieren. Die Strukturen bestanden ja bereits.  Guido Wernert, Geschäftsführer Krankenhausgesellschaft St. Vincenz mbH, lobte die damalige Voraussicht. Heute sind im Gesundheitszentrum elf Praxen mit 13 Ärzten ansässig, darunter fünf Praxen des medizinischen Versorgungszentrums St. Anna der Krankenhausgesellschaft mit Chirurgie, Orthopädie, Urologie, Innere Medizin/ Diabetes sowie Inneren Medizin/ Gastroenterologie. Allein in diesen Praxen werden im Jahr rund 15.100 Patienten behandelt. Insgesamt geht Wernert davon aus, dass rund 50.000 Patienten am Standort ärztliche Hilfe finden.

Neben den Praxen befinden sich in dem Gebäude das Hospiz, die Orthopädietechnik Brast/ Laux, die Pflegeschule des Caritasverband für die Diözese Limburg sowie die Sozialstation für den Bezirk Limburg. Dieses Fundament sichern jetzt diese Investitionen. Die Stiftung investiert 1,8 Millionen Euro Eigenmittel. Damit sie für die restlichen Mittel einen Kredit aufnehmen konnten, mussten sie nachweisen, dass die Mieter an einer langfristigen Miete des Objektes interessiert sind und somit ihre Zustimmung zum Standort abgeben. Daher hat der Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz den Pachtvertrag mit der Stiftung bis Ende des Jahres 2036 verlängert.

Investition für die Region

Damit signalisiert das Gremium nach Überzeugung seines Vorsitzenden Erwin Reuhl ein klares Bekenntnis zum Standort Hadamar: „Stiftung und Krankenhausgesellschaft festigen mit diesen Entscheidungen das Fundament für die weitere Entwicklung einer modernen ambulanten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.“ Der Pachtvertrag bis 2036 bedeutet jährliche Einnahmen von 140.000 bis 240.000 Euro. Und auch die Arztpraxen haben längere Mietverträge abgeschlossen. Dieses Vertrauen in den Standort ist zudem verlockend für junge, nachfolgende Ärzte, denn der Sitz in einem Gesundheitszentrum ist beliebter als eine einzelne Praxis. Alle Einrichtungen vor Ort bilden eine Symbiose in der Versorgung der Menschen der Region.

Die Finanzierung der Maßnahmen ist für die Stiftung eine Kraftanstrengung. “Wir zahlen die Rechnung für die Region”, so Wernert, “aber wir machen das gerne.” Dabei war es ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Stiftung diese Finanzierung alleine trägt und keine Steuergelder in die Maßnahmen reinfließen. In seinen Augen schafft die Investition adäquate Rahmenbedingungen, um eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige ambulante Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern.

Zweieinhalb Jahre Bauzeit

Einige Arbeiten wie die Außentreppe sind bereits realisiert. Für die weiteren Arbeiten erstellen die Beteiligten derzeit ein Zeitplan, denn die Sanierung findet im laufenden Betrieb statt. In den nächsten zwei bis zweieinhalb Jahren sollen die Arbeiten umgesetzt werden. Ruoff würde sich freuen, wenn diese zum 700-jährigen Stadtjubiläum in 2024 beendet sind. Eingebunden ist das Ingenieurbüro WTA GmbH aus Frankfurt sowie die Architekten Dimitris Michalakelis und Architekten Ritz und Losacker.
Allen Beteiligten ist bewusst, dass sie auch die energetischen Herausforderungen der Zukunft mit im Blick haben müssen. Bereits im Jahr 2016 wurde ein Blockheizkraftwerk errichtet. Das Energiekonzept prüfen sie unter ökologischen sowie ökonomischen Gesichtspunkten. Aber insgesamt sei das Gebäude da schon sehr gut aufgestellt, so Wernert.

Wenn es um den Menschen geht, geht es neben der Gesundheit des Leibes auch um die Seele, so Pfarrer Andreas Fuchs, der als Stadtpfarrer ebenfalls in der Stiftung sitzt. Damit Menschen gesund sind, muss man „den ganzen Menschen in den Blick nehmen“. Daher sei es wichtig, auch die 300 Jahre alte Kapelle mit zu sanieren. Vor einigen Jahren fand eine Dachsanierung statt und die Kapelle erhielt einen neuen Anstrich. Damals gab es für die Arbeiten eine finanzielle Unterstützung von 50.000 Euro vom Bistum Limburg. Ruoff hofft, dass sich das Bistum auch bei den anstehenden Maßnahmen mit beteiligt.

Ursprünglich gehörte die Kapelle zu einem Dominikanerkloster, welches sich in der Region engagierte. Bis auf die NS-Zeit wurde die Kapelle immer als geistiger Ort genutzt. Einmal die Woche gestalte er einen Gottesdienst vor Ort. Daher sei es wichtig, dass die Kapelle auch in Zukunft ihre Aufgaben erfüllen kann und es fließen 330.000 Euro in ihre Innensanierung.

unten links Guido Wernert und Erwin Reuhl
oben links Pfarrer Andreas Fuchs und Michael Ruoff

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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