KAB Diözesantag: „Arbeit 4.0 – Geht es dem Menschen besser?“

Am Samstag, 9. Juni fand der Diözesantag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Villmar statt. Über 120 Delegierte und Gäste nahmen daran teil. Das Thema war „Arbeit 4.0 – Menschenwürde sichern“, über welches der KAB-Bundesvorsitzende Andreas Luttmer-Bensmann referierte. Als Diözesanvorsitzende wurde Thomas Diekmann (Hochheim) wiedergewählt. Anbei die Pressemitteilung der KAB.

Seit Mai 2017 hat die KAB eine Kampagne unter dem Titel „Arbeit.Macht.Sinn“ laufen. Zu dieser Kampagne passte auch sehr gut das Referat des KAB-Bundesvorsitzenden Andreas Luttmer-Bensmann mit dem Thema „Arbeit 4.0-Menschenwürde sichern“.

Vernetzung von Mensch und Maschine in der Arbeitswelt

„Die Vernetzung von Maschinen und Menschen bestimmen mehr und mehr den Arbeitsalltag“, stellte Andreas Luttmer-Bensmann in seinem Vortrag fest, „Die menschliche Arbeitskraft, die geregelte Arbeitszeit und gesellschaftliche Abläufe werden dieser Entwicklung zunehmend untergeordnet.“Er konkretisierte dies: „In diesem (Wirtschafts-)System besteht die Gefahr, dass nicht der Mensch im Mittelpunkt steht. Nicht Maschinen und Computer dienen dem Menschen, sondern die Arbeitnehmer dienen den Maschinen und Algorithmen, die auf Profit und Gewinnmaximierung ausgerichtet sind“. Für Luttmer-Bensmann hat dies negative Auswirkungen. Der Druck auf die Arbeitenden wächst, da sie sich dem Takt der Maschinen anpassen müssen. „Viele haben Angst, durch Digitalisierung und Automatisierung ihre Arbeit zu verlieren. Immer mehr können auch in Deutschland und weltweit nicht mehr von ihrer Arbeit menschenwürdig leben“, warnte der KAB-Bundesvorsitzende. Daher appellierte er an die Anwesenden, dass alle in der Verantwortung stehen die Arbeitswelt menschenwürdig zu gestalten.

Öffentlichkeitsarbeit als wichtiges Instrument

Thomas Diekmann, Diözesanvorsitzender der KAB Limburg, hob drei zentrale Schlagworte hervor, die die Arbeit des christlichen Sozialverbandes in den vergangenen drei Jahren prägten – Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Kooperation. Die aktualisierte Homepage und die Präsenz auf Facebook seien wichtige Elemente, über die Arbeit der KAB zu informieren. Dadurch sei es möglich, die Arbeit der KAB einem breiten Interessenkreis näher zu bringen. Auch über die Printmedien sei die KAB mit Berichten und Meldungen zu aktuellen politischen sowie Arbeitswelt orientierten Themen präsenter geworden. Dabei wird dieses Instrument immer wichtiger, nicht nur innerhalb der KAB, sondern auch für die Interaktionen mit Akteuren außerhalb der KAB. Dies zeige sich auch bei der „Allianz für den freien Sonntag“. „Hier arbeiten wir mit den DGB-Gewerkschaften und weiteren Verbänden und Organisation gut und vertrauensvoll zusammen“, so der Diözesanvorsitzende.

Eine Aufgabe des Verbandes ist zudem die Beratung und Vertretung bei Fragen im Arbeits- und Sozialrecht. Neben hauptamtlichen Kräften üben auch 13 Berater diese Tätigkeit ehrenamtlich aus. Im vergangenen Jahr gab es über 1.000 Rentenberatungen, 300 sozialrechtliche und an die 100 arbeitsrechtliche sowie über 50 Sozialberatungen. Sieben Fälle kamen vors Gericht, wobei 100.000 Euro an Abfindungen erstritten wurden.

Sammelaktion alter Handys

Des Weiteren berichtete Diekmann über die Sammelaktion von Handy- sowie Smartphone-Altgeräten. Bei dieser Aktion werden wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen. Weiterhin findet eine Aufklärung über oft unmenschliche Arbeitsbedingungen in der Rohstoffgewinnung und Fertigung der Geräte statt. Caritas-Projekte werden dadurch unterstützt. Bereits über 100 Kilogramm Geräte konnten gesammelt werden.

Neuwahlen und Ehrungen

Bei den Wahlen wurde der Diözesanvorsitzende Thomas Diekmann (Hochheim) wiedergewählt. Die aus dem Amt scheidende stellvertretende Diözesanvorsitzende Gerda Jung (Girkenroth) wurde mit einem großen Dank der Diözesanleitung und aller Anwesenden aus ihrer langjährigen engagierten Tätigkeit verabschiedet. Sie erhielt das „Arbeiterkreuz“ des KAB-Diözesanverbandes, da sie erst im Bezirks-, dann im Diözesanvorstand der KAB couragiert und beharrlich insbesondere die Frauenarbeit in der KAB vertrat.  Alfred Rompel, stellv. Vorsitzender der KAB Lindenholzhausen erhielt die Bischof-Ketteler-Medaille des KAB Bundesverbandes für  seine jahrzehntelange Arbeit in vielen Gremien des Verbandes, für seine Vereinsvorsitzendenarbeit über 33 Jahre und für seine Beratertätigkeit für die KAB als Versichertenberater der DRV, in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten und weiterem Einsatz. Eine weitere Würdigung erhielt der KAB Ortsverein Villmar, der mit 21 Neumitgliedern den stärksten Zuwachs der Bewegung für soziale Gerechtigkeit zu verzeichnen hat, sowie die Ortsvereine Fussingen und Lindenholzhausen für ähnlich hohe Zuwächse.

#Digitale_Arbeit_Menschen_Würdig

Am 6. Oktober dieses Jahres die KAB auf ihrem bundesweiten Aktionstag menschenwürdige Arbeit sichtbar machen. Unterstützt wird dies durch den Hashtag #Digitale_Arbeit_Menschen_Würdig. Maßstab müsse sein, dass es dem Menschen mit „Arbeit 4.0“ besser geht.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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