Katastrophale Situation im Wald Dornburg

Teilen erwünscht

In ganz Deutschland hat der Wald unter der Dürre im letzten Jahr und den anschließenden Borkenkäferbefall gelitten. Auch der Wald von Dornburg kann davon nicht ausgenommen werden. Auf der Gemeindevertretersitzung gab der Waldbewirtschafter, Forstingenieur Zabel, einen Überblick zum Zustand des Waldes. 

Im Dornburger Wald herrscht eine „katastrophale Situation“, so Frank Zabel bei seinem Bericht zum Waldzustand. Durch die Dürre im letzten Jahr gab es eine Massenvermehrung der Borkenkäfer, welche bis heute anhält. Insgesamt mussten dadurch 10.371 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Daneben fällt der Einschlag im Normalholz mit 1.896 Festmeter gering aus.

Viele Maßnahmen mussten zur Verkehrssicherheit durchgeführt werden. Große Einschläge gab es an der Straße in Thalheim Richtung Hundsangen, in Langendernbach Richtung Hausen, in Langendernbach und Frickhofen, in Wilsenroth Richtung Berzahn sowie an der Blasiuskapelle. Dank der guten Ausrüstung des Bauhofes mit Gerätschaften konnten in dem Bereich zumindest Kosten gespart werden. Jetzt muss das ganze Holz erstmal verkauft werden, bevor neue Flächen eingeschlagen werden müssen. In Frickhofen und Wilsenroth stehen noch Bäume, die krank sind.

Schlechte Holzmarktsituation

Der Windwurf durch Frederike in Januar 2018 sowie der anschließende Borkenkäferbefall, welche sich auf alle Wälder in Deutschland auswirken, beeinflussen natürlich auch den Holzmarkt. Gab es für Fichtenholz 92,50 Euro pro Festmeter, ist der Preis inzwischen auf 35 bis 40 Euro den Festmeter gesunken. Die Sägewerke in Deutschland sind komplett überfüllt, so dass das Holz inzwischen nach China exportiert wird für 40 bis 45 Euro den Festmeter. „Einen solch extremen Holzpreisverfall hat es noch nie gegeben und der Preis fällt weiter“, so Zabel.

Fördermöglichkeiten für Aufforstung

Er stellte noch Fördermöglichkeiten vor für eine Aufforstung. Eine Erstaufforstung von Mischkultur wird mit bis 70 Prozent, mit Laubbäumen mit bis zu 85 Prozent gefördert. Die gleichen Fördermaßstäbe gelten für eine Wiederaufforstung. Jungbestandspflege wird bis zu 50 Prozent gefördert und Wegebau bis zu 70 Prozent. Die Themen werden die Gemeinde die nächsten Jahre noch begleiten.
Neu ist eine Extremwetterrichtlinie Wald. Für die Räumung von Kalamitätenflächen gibt es 4,80 Euro pro Festmeter. Für die Beseitigung von Schadholz werden 10 Euro pro laufenden Meter gefördert. Und Systeme zum Waldschutz werden  mit bis zu 80 Prozent gefördert.

Wald der Zukunft

Die Gemeinde muss sich jetzt Gedanken machen, wie ihr Wald der Zukunft aussehen soll. Durch die Beseitigung von Käferholz sind erhebliche Freiflächen entstanden. Zable schlug vor, diese erstmal zu beobachten, was an Naturverjüngung nachkommt. Da müsste erstmal nicht eingegriffen werden. Flächen, die jedoch dazu tendieren, zu vergrasen oder zu verbuschen, müssen wieder aufgeforstet werden. Da muss die Gemeinde überlegen, was sie zukünftig anpflanzen möchte. Er werde dies mit der Verwaltung besprechen und Vorschläge unterbreiten.

Ottmar Baron (SPD) fragte nach, wie es in Zukunft mit Schädlingen aussieht. Sei damit zu rechnen, dass es weitere Einbrüche geben wird. Zabel gab zwar zu, dass 2018 ein besonders extremes Jahr war, aber er rechnet auch in den nächsten Jahren mit Schäden. Die jungen Fichtenbestände aus den 90er Jahren seien noch nicht anfällig für den Borkenkäfer, doch die alten Fichtenbestände werden bis nächstes Jahr komplett wegfallen. Die jungen Bestände werden in rund zehn Jahren anfällig für den Borkenkäfer. Das kommt aber immer aufs Wetter an. Zur Minimierung von Schäden warf er in den Raum, eventuell auf Mischbestände aus Fichten, Lärche und Douglasie zu setzen.

Alois Höhler, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, fragte nach, ab wann eine Aufforstung sinnvoll wäre. Auf den frisch geschlagenen Flächen würde Zabel in den nächsten drei Jahren keine Neuanpflanzungen vornehmen, da diese Bäume dann besonders anfällig für Bodenschädlinge wären. Er riet auch davon ab, in Aktionismus zu verfallen und möchte die Flächen erstmal beobachten, wo es eine Naturverjüngung gibt und wo  nicht. Nach und nach könne dann eine sukzessive Aufforstung durchgeführt werden.


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.