Keine Fastnacht ohne den Limburger Hannes

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Auf der Bühne bei den Blauen Funkern darf er nicht fehlen – Manfred Thomé als Limburger Hannes. Seit 38 Jahren verkörpert er diese Figur und gehört zur Limburger Fastnacht dazu. Dabei wurde er nicht mal in die Fastnacht hineingeboren, sondern begann seine Laufbahn erst mit 25 Jahren auf dem närrischen Parkett.

41 Jahre ist es her, dass Manfred Thomé, der bis dahin nichts mit der Fastnacht am Hut hatte, eher zufällig in den Trubel hinein geriet. Heute ist er Sitzungspräsident und Präsident des LCV Blaue Funker und aus der Limburger Fastnacht nicht mehr wegzudenken.

Aushilfe im Elferrat

1979 wurde Bäcker Jupp Prinz und im Elferrat fehlte ein Mann. Manfred Thomé sollte aushelfen und hatte darauf eigentlich keine Lust. Da der Prinz aber ein guter Kunde seines Vaters war, meinte dieser, er solle es machen. Und so landete Manfred Thomé mit 25 Jahren in der Fastnacht. Das führte dazu, dass er vor dem ersten Auftritt hochnervös war. Von Anfang an faszinierte ihn jedoch die Geselligkeit und das miteinander und so ganz konnte er sich auch nicht der Faszination entziehen, mal im Mittelpunkt zu stehen. Es dauerte nochmal drei Jahre, bis er sich in die Bütt wagte. 1982 hatte er dann sein Debüt als Limburger Hannes und diese Figur existiert bis heute.

Limburger Hannes

Langsam und ein wenig einfältig ist diese Figur gestrickt. Mit vielen Witzen im Gepäck nimmt sich Thomé als Limburger Hannes verschiedener Themen an, wie das veränderte Bild auf den Partner in einer langjährigen Ehe. „Ich hätte nie gedacht, dass die Figur so lange leben wird“, so Thomé, „ich habe auch mal ein Jahr pausiert, aber alle haben mich gedrängt, dass die Figur zur Fastnacht dazu gehört.“ Er gibt zu, dass er auch gerne mal etwas anderes ausprobiert hätte, aber die Narren wollten  nicht auf den Limburger Hannes verzichten. Und so mimt er diesen bis heute.

Neben dem Beitrag auf der Bühne hatte er von 1989 bis 2018 das Amt des Ministerpräsidenten zur Leitung des Elferrates inne, welches er dann an Peter Hauer übergab. Die Sitzungen leitet er noch immer. 2015 übernahm er das Amt des Vereinspräsidenten. Er könne sich noch vorstellen, bis 70 weiterzumachen, aber dann habe er auch nichts dagegen, wenn jüngere Leute nach vorne kommen und sich aktiv einbringen.
In all den Jahren hatte er nie den Wunsch, Fastnachtsprinz zu sein. „Es ist für mich nicht Fastnacht, in die Säle reinzustürzen“, so seine Begründung. Er könne viel mehr im Verein gestalten und als Präsident erst recht, was ihm mehr Freude macht.

Starke Veränderung der Fastnacht

In den vielen Jahren, wo er dabei ist, hat er erlebt, wie sich Fastnacht verändert hat. „Die Leute wollen Spaß haben und unterhalten werden, aber keine Reden mehr zum Nachdenken hören. Sie wollen zu uns kommen und sich wohlfühlen“, so seine Einschätzung des heutigen Publikums.
Diese Veränderungen sieht er auch am Dreierbund Limburg-Diez-Hadamar. Einstmals gegründet, um sich gegenseitig mit Aktiven zu unterstützen, ist der Dreierbund heute noch für die Organisation des Zuges da. „Der Aktivenaustausch ist nicht mehr gegeben, da die Aktiven alle in den eigenen Vereinen eingebunden sind. Wir sind nicht mal in der Lage, die Sitzungen der Partner zu besuchen und wir haben keine Mitsprache bei den Tollitäten, jeder kürt für sich“, sind seine kritischen Worte. Für den Ring Limburger Carneval ist er dankbar, da er viel Arbeit mit der Organisation des Zuges abnimmt.

Niveau halten und Leute motivieren

Die Herausforderungen für die Aktiven sind groß. Seit Mitte der 80er Jahre gibt es immer wieder den Ruf, dass die Fastnacht nicht überlebt. Doch dies sieht Thomé nicht. Sie verändert sich und die Vereine müssen mit den Veränderungen umgehen. „Aber die Fastnacht wird nicht untergehen.“ Wenn er einen Blick in die Zukunft wagen würde, sieht er eventuell weniger Züge, weil es sich nicht mehr lohnt und eventuell auf der Bühne nur noch einen Moderator statt einem Elferrat.
Aktuell sieht er für die Blauen Funker die Herausforderung darin, das Niveau in allen Bereichen zu halten. „Die Aktiven müssen mit Freude und Herzblut dabei sein und Talente von Einzelnen müssen wir erkennen sowie fördern.“

Und dann gilt es, die Menschen zu motivieren, nicht nur auf der Bühne, sondern auch in anderen Bereichen des Vereines mitzuarbeiten. Das gilt für den Vorstand, aber auch für jedes Vereinsmitglied, welches kein Amt inne hat. Dann funktioniert die Fastnacht auch in der Zukunft. Er möchte in seiner jetzigen Funktion dem Verein etwas zurückgeben. Dabei ist es ihm nicht wichtig, immer an erster Stelle zu stehen, sondern die zweite Reihe sei auch okay.  Denn „mein eigenes Ego lebe ich mit dem Limburger Hannes aus.“


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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