Keine Mooswände in Limburg

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Limburg wollte ein Pilotprojekt starten, um durch Mooswände die Luftqualität zu verbessern. Doch dieses Projekt wird nun doch nicht realisiert. 

Stuttgart hat es vorgemacht und hat als erste Stadt eine riesige Mooswand aufgestellt, um damit gegen schlechte Luft vorzugehen. Im Labor ergaben Versuche, dass Moos Feinstaub aus der Luft binden kann. Ein Jahr lang stand die Mooswand und es wurde untersucht, ob die Ergebnisse aus dem Labor auch an einer befahrenen Straße gemessen werden konnten. Aufgrund dieses Versuches beauftragten die Stadtverordneten den Magistrat im Jahr 2016 auf Antrag der FDP, zu prüfen, ob auch in Limburg Mooswände wie zum Beispiel am Schiedetunnel aufgestellt werden könnten, um die Luft zu verbessern.

Keine Mooswände in Limburg

Die Limburger hatten fest vor, Mooswände aufzustellen, um gegen die stinkende Luft vorzugehen. Dafür stellten die Stadtverordneten 83.000 Euro in den Haushalt 2018 an. Die Stadt schrieb die Arbeiten aus. Zudem hatte sich laut dem Ersten Stadtrat Michael Stanke das Hessische Umweltministerium bereit erklärt, das Projekt zu fördern. Doch auf die Ausschreibungen erfolgte kein Angebot. Auch sei es fraglich, ob die Mooswände das Richtige sind, da sie zwar Feinstaub aus der Luft holen sollen, Limburg aber ein Stickstoffdioxid-Problem hat. Zudem seien die hohen Folgekosten der Pflege für die nächsten 15 Jahre nicht unerheblich, so dass der Magistrat am Ende empfahl, dieses Vorhaben nicht weiter zu verfolgen. Dem stimmte der Umweltausschuss am Montag in seiner Sitzung zu.

Aus Stuttgart sei zudem inzwischen bekannt, dass das Ergebnis ernüchternd ist. Dort stand ein Jahr lang eine Mooswand von 100 Meter Länge und drei Meter Höhe. Die Untersuchungen kostete insgesamt 560.000 Euro. Es war kein leichtes für die Moose. Sie kämpften mit der Sonne, zu wenig Feuchtigkeit sowie zu viel Salz im Winter. Die Moosmatten mussten zwischendurch sogar ersetzt werden, weil ein Teil abgestorben war. Auch konnte keine direkte Verbesserung der Feinstaubwerte gemessen werden.

Green City Plan

Die Installation von Mooswänden wären ein Baustein im Green City Plan der Stadt Limburg gewesen. Mit diesem Konzept aus verschiedenen Bausteinen möchte die Stadt Limburg gegen die schlechte Luft vorgehen. Seit Sommer 2018 ist Limburg Umweltzone. Einiges hat die Stadt bereits umgesetzt. So können die Bürger jetzt E-Cars ausleihen, anstatt mit dem eigenen Auto zu fahren. Insgesamt soll die Elektromobilität durch neue Ladestationen in Parkhäusern und öffentlichen Parkplätzen in Zusammenarbeit mit der Energieversorgung Limburg ausgebaut werden. Auch die Einführung des Anruf-Sammel-Taxis (AST) gehört zu dem Konzept. Ein Verkehrsleitrechner optimiert die Ampelschaltung und soll dadurch den Verkehrsfluss verbessern. Fahrradschutzstreifen sowie der Ausbau des Radwegenetzes soll die Menschen animieren, dass Fahrrad statt das Auto zu nutzen.

Weitere Anträge sind derzeit in Bearbeitung. Der Verkehrsleitrechner zum Verkehrsleitsystem soll ausgeweitet und es soll ein Mobilitätsportal entwickelt werden. Sind die Förderanträge positiv beschiedene, können die Ausschreibungen für die Leistungen erfolgen. Für die Einführung von dynamischen Fahrgastinformationen im ÖPNV erhielt die Stadt bereits einen Förderbescheid in Höhe von 381.029 Euro. Damit sollen 14 Anlagen im Stadtgebiet errichtet werden. Derzeit werden die Ausschreibungsunterlagen für die Standorte und die Ausführung abgestimmt.

 



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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