Klamauk und meisterliche Tänze -Gala Kappensitzung der KG Hadamar

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Die KG Hadamar lud zu ihrer Gala Kappensitzung in die Stadthalle Hadamar ein. Das alltägliche Leben mit allen Höhen und Tiefen lustig betrachtet sowie meisterliche Tänze der Garde- und Showtanzgruppen wechselten sich in rasanter Geschwindigkeit ab. Nur ein wenig mehr Ruhe hätte die Sitzung verdient.

Zu ihrer jährlichen Gala Kappensitzung lud die KG Hadamar in die Stadthalle ein. Leider sorgte die Grippewelle nicht nur für Ausfälle bei der KG Hadamar selbst, sondern auch viele Plätze in der Halle blieben leer. Davon ließen sich die übrigen Gäste die Stimmung nicht vermissen und erlebten ein fünfstündiges, rasantes Programm.

Übergabe Ministerpräsident

Nachdem die Harlekins traditionell die Sitzung eröffnet hatten, verabschiedete sich Alwin Braun nach elf Jahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge von seinem Amt als Ministerpräsident. Es sei an der Zeit, der Jugend im Verein die Chance zu geben, den Verein in Zukunft weiterzuführen. „Es fällt mir schwer, von Ihnen Abschied zu nehmen“, so Alwin Braun ans Publikum gerichtet, „Ihr habt es mir immer leicht gemacht, durchs Programm zu führen.“ Da das Prinzenpaar im letzten Jahr allen unheimlich viel Freude gemacht hatte und die KG Hadamar würdig vertreten hatte, lag es nahe, die beiden zu fragen, ob sie das Amt übernehmen würden. Und Christian und Christina Piroth haben zugestimmt. „Am 11.11. mussten wir schweren Herzens unser Zepter abgeben“, so Christina Piroth, „aber es wartete bereits eine neue Aufgabe auf uns.“ Und an ihren Vorgänger gewandt: „Du hast große Fußstapfen hinterlassen, uns aber auch gut auf unsere erste Sitzung vorbereitet.“

Hoffentlich ist bald wieder Fastnacht

Christina Piroth erzählte in der Bütt von ihrer gebeutelten Weihnachtszeit. Plätzchen backen, Geschenke besorgen, Geschenke verpacken, Lichtglanz, Besuche bei den Verwandten und Bekannten. Die Zeit ist nur geprägt von Stress, Geschäft und Kommerz. Da sollten sich die Menschen lieber drauf besinnen, worum es in dem Fest geht. Und die ganze Vorweihnachtszeit schwirrte ihr immer wieder der Gedanke durch den Kopf: „Hoffentlich ist bald wieder Fastnacht.“
Ihren Mann hingegen quälen ganz andere Gedanken, seitdem Aschermittwoch vorbei ist. An dem einen Tag sei er noch chauffiert worden und hatte seinen Adjudanten, der ihm bei großen und kleinen Problemen half. Und auf einmal stand er wieder alleine da und musste schauen, wie er sich ohne Adjudant im Alltag bewährt. Das ging ein wenig daneben beim Autofahrer, denn inzwischen ist er der beste Kunde in Flensburg ist. „Prinz zu sein ist nicht schwer, Ex-Prinz zu werden dagegen sehr“, klagte er.

Querbeet und Abnehm-Wahn

Mit Gesang und kleinen Späßchen nahm Martina Fischer quer Beet alles aufs Korn. Das Shampoo für „mehr Fülle“ ist an ihrem Hüftspeck schuld. Die Freundin lief nackt durchs Gewächshaus, um die Tomaten zum erröten zu bringen. Martina hatte nur Angst, dass die Gurken zu lang werden. Und auch ein Klassentreffen kann recht lustig werden, wenn Eltern mit ihren Kindern angeben. Helga Poppe widmete sich eher dem Abnehmwahn, um festzustellen, dass sie im Jahr eh nie Zeit hat, sich darauf zu konzentrieren. Und anstatt auf alles zu verzichten, was lecker ist, fühlt sie sich lieber wohl. In ihr gekonnten lustigen Art, ihrer schnellen Sprechweise und ihrer wunderbaren Fähigkeiten, Aufzählungen ohne Punkt und Komma vor zu lesen, sorgte sie für viele Lacher in der Runde.

Als absoluter Katharina Kasper Fan outete sich Pfarrer Andreas Fuchs. Und so erzählte er nicht nur von der Wallfahrt, sondern erzählte auch einige Geschichten aus dem Schwesternleben, als sie im Kindergarten, Schule und im Krankenhaus tätig waren. Am Ende wies er darauf hin, dass Katharina Kasper heilig gesprochen wurde und aus dem Westerwald kam. Dieses Jahr werde Pater Henkes selig gesprochen, der auch aus dem Westerwald kam. Und er sei übrigens auch im Westerwald geboren. Große Ambitionen, die Pfarrer Andreas Fuchs da hat.

Politische Themen aus Hadamar

Ihr Debüt bei der Gala Kappensitzung hatte Lorena Lorkowski als Tilli aus Niederhadamar. Sie warf als bunter Harlekin ein Blick auf das Weltgeschehen und die Politik vor Ort. Trump, der Brexit und die Gelbwesten in Frankreich waren Thema. Aber auch Merkel nahm sie unter die Lupe. Merkel würde im Ausland gelobt, doch im Inland tut sie nur verwalten statt gestalten. Und so bleibt ein riesen Berg an ungelösten Problemen übrig wie Dieselkrise, Klima, Gerechtigkeit und sozialer Wohnungsbau. Die verspätete Bundesbahn, die No-Go-Areas in den Städten und der Missbrauchsskandal in der Kirche ließ sie nur den Kopf schütteln. In Hadamar steht Geld bereit, aber keine Idee, was damit zu tun sei. Ein „mehrwertstiftender Internetauftritt“ wäre ein Anfang, aber auch die Sicherheit am Abend. Die Parteien seien ihr viel zu still und die Bürger sollten eingebunden werden, damit Hadamar auch in Zukunft lohnenswert gut ist. Fastnacht ist eine Zeit, in der der Finger auf Probleme gelegt werden kann, aber so verpackt, dass es auch lustig ist. Leider fehlte dies hier ein wenig – die Pointe, die das Zwerchfell erreicht.

Tanz und Musik

Meisterliche Tänze führten die Gruppen der KG Hadamar vor, befanden sich unter den Show-Tanz- und Gardetanz-Gruppen auch Deutsche Vizemeister. Die Tänzer entführten in die 90er Jahre, suchten als kleine grüne Kobolde das Glück. Die Gardetänzerinnen fegten in verschiedenen Tänzen über die Bühne und waren eine wahre Augenweide. Ein besonderes Spektakel ist jedes Jahr der Auftritt der Bordies aus Langendernbach, welche Geschichten erzählen und akrobatische Glanzleistungen auf die Bretter zaubern.

Zum Ende hin kam das Dreierbund-Prinzenpaar mit seinem Hofstaat zu Besuch und warb für den Fastnachtsumzug am Faschingsdienstag. Die Sitzung beschloss der Elferrat mit ihrem Programm „Zurück in die Zukunft“ und gaben ABBA, Modern Talking, Roland Kaiser und die BeeGees zum besten mit fantastischen Kostümen und Tanzeinlagen.

Eine gelungen Sitzung, wenn zwischendurch die große Unruhe nicht gewesen wäre. Die Mütter der Tänzerinnen zollten dem Geschehen auf der Bühne wenig Aufmerksamkeit und waren mehr mit quatschen beschäftigt, was teilweise echt störend war. Etwas schade für diese Veranstaltung. Außerdem haben das die Akteure auf der Bühne nicht verdient.
Nachfolgend noch ein paar Impressionen vom Abend.

 



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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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