Klamauk und Parodie beim Kreppelkaffee des SCC Staffel

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Kurzweilig und lustig ging es beim Kreppelkaffee des Staffeler Carneval Clubs zu. Mit viel Klamauk und Parodie starteten sie einen Angriff auf die Lachmuskeln und sorgten für vergnügliche Stunden.

Egal, ob Blicke mitten ins Leben, die Suche nach dem Rucki-Zucki auf der ganzen Welt, das Eintauchen in die deutsche Sprache oder der Einblick in eine Therapiegruppe von lauter Phobikern – der SCC nahm die verschiedenen Themen mächtig auf die Schippe.

Alltagssorgen

Egal, ob es die Schwierigkeiten sind, beim Arzt einen Termin zu bekommen oder die Last, die Mann mit Frau hat. Sehr amüsant bot Lothar Stein seine Lösungen dar. Als „Mannheimer“ mussten die Narren manchmal etwas genauer hinhören, aber die Selbstdiagnose beim Pinkeln im Garten brachte alle schallend zum Lachen. Ziehe der Urin Ameisen an, könne dies auf Diabetes hinweisen und vergisst man am Ende, warum man zum Pinkeln in den Garten ging, dann könnte es sich um Demenz handeln.
Sehr amüsant auch seine Verkleidung als Blondine im Bademantel, welche dann musikalisch den Bürgermeister zum Teufel jagte, welcher dieses Spiel herrlich mitspielte.

Ganz andere Probleme plagten hingegen „Klär Grube“ (Diana Diehl), welche aus ihrem Leben mit ihrem Sohn erzählte. Besonders das begleitende Fahren brachte sie schier um den Verstand. Bereits beim Lernen der Theorie gerieten sie ein ums andere Mal aneinander. Und als es dann ans Fahren ging, war es ganz vorbei. Schweißgebadet sei sie oftmals gewesen, weil ihr die Pedalen fehlten und wenn dann die Verkehrsschilder noch unterschiedlich interpretiert wurden, war es ganz vorbei.

In pure Verzweiflung stürzte sich der Elferrat, weil ihnen das Rucki-Zucki abhanden gekommen war. Rolf Stötzer wurde so dann auf die Suche geschickt, die leider erfolglos blieb. Er kämpfte mit Mafiosis in Frankfurt, schaute sich die Fastnacht in Köln, Düsseldorf und Mainz an und landete am Ende am Zuckerhut. Nur das Rucki-Zucki blieb verschwunden.

Phobien und deutsche Sprache

Eine Phobie ist gar nicht immer leicht zu händeln. Wenn dann noch mehrer Phobiker in einer Therapiestunde aufeinander treffen, kann dies schon mal im Chaos enden, wie die Phobiker des Elferrates eindrücklich zeigten. Angst vor Entschuldigungen prallte auf die Angst vor Wiederholungen. Die Angst vor peinlichen Pausen traf auf die Angst vor anderen Phobikern, was sich in bellen äußern würde. Und so herrschte am Ende nur noch ein ängstliches zurückzucken aller, die sich gegenseitig beeinflussten.

Mike Lukas ist ein absoluter Höhepunkt auf der Bühne und nach einem Jahr Pause gab es große Freude darüber, dass er wieder auftrat. Er mimte Friedrich Schiller und hatte sein Gedicht „Die Glocke“ im Gepäck. Er habe sich im Grabe umgedreht über die Zustände hier und musste nochmal auferstehen, um sich gegen den „widerwärtigen Abzess“ der AfD einzusetzen. Sehr stimmungsvoll führte er dies an seinem Gedicht vor, was aus der deutschen Literatur nicht wegzudenken sei. Was würde denn daraus werden, wenn alle Wörter mit nicht-deutschem Ursprung ausgetauscht werden würden: „Was bleibt denn da von meinem Gedicht übrig?“

Überhaupt die Sprache, ist doch der Schlüssel zu allem. Man sollte sich nur mal die Frauen ansehen, die ein viel höheres Sprachvermögen aufweisen als die Männer. Alleine durch die Veränderung der Betonung können sie einem Wort unterschiedliche Bedeutungen geben. Am Ende äußerte er seine Hoffnung, dass die Zukunft gut wird und jeder diese Hoffnung an die Jugend weitergeben sollte. Präsident Uli Vogelrieder bezeichnete Mike Lukas zu Recht als „Wortakrobat“, doch auch die wundervolle Mimik darf dabei nicht außer acht gelassen werden.

„Garant für Zwerchfellattacken“

Von Vogelrieder passend als „Garant für Zwerchfellattacken“ urde Ingrid Stöber genannt, welche in trockener Art und kleinen Witzchen eine Attacke auf die Lachmuskeln startete. So kann es zu komischen Situationen kommen, wenn der Leichenwagenfahrer zum Taxifahrer umgeschult hat und sich von hinten eine Hand auf seine Schulter legt. Und sie könne den Opa auch sehr gut verstehen, wenn er sich nicht mehr über die Striptease-Tänzerin zum Geburtstag freue. Es sei seit 60 Jahren nämlich die gleiche Tänzerin.

Zwischen den Büttenreden gab es viel Tanz und Gesang. Seit einem Jahr hat der SCC eine eigene Gardetanzgruppe und kann stolz auf sie sein. Emma Heinritz warf als Solomariechen die Beine durch die Luft. Stefan Klamp nahm als Obstbauer die Narren mit in sein Leben und sang kräftig „Kriech ich kein Wein“, dann gehe er eben in die nächste Kneipe.

Was für die Augen war auch der Showtanz der SCC Tanzgruppe „Reoaded“, welche in 1001 Nacht entführten. Zum Ende nahm der Elferrat die Besucher mit auf die Alm zur Aprés Ski Party, bei der sich Gabalier, Bodo, die Jacob Sisters und Andrea Berg ein Stell-Dich-ein gaben. Dies war ein stimmungsvoller Abschluss eines vergnüglichen Nachmittages. Nachfolgend habe ich einige Impressionen von dem Abend für euch. Wenn euch diese gefallen, würde ich mich freuen, wenn ihr mir symbolisch einen Kaffee spendiert.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Ein Gedanke zu „Klamauk und Parodie beim Kreppelkaffee des SCC Staffel

  • 23. Februar 2020 um 11:11
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    Super geschrieben Heike, Danke, du hast mehrere Kaffee verdient.

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