Kleinkunstbühne Thing feiert 40-jähriges Jubiläum

Teilen erwünscht

Seit 40 Jahren bietet die Kleinkunstbühne Thing Musiker, Komikern, Kabarettisten und anderen Künstlern eine Bühne in Limburg. Dies soll jetzt gefeiert werden. Für die Zukunft wünscht sich der Verein jüngere Mitglieder, die irgendwann die Geschicke vom Thing weiterführen, denn alles wird durch das Ehrenamt getragen. 

Eine 40 Quadratmeter große Bühne, um welche die kleinen Bistrotische gereiht sind. Eine heimelige Atmosphäre, in der alle eng beieinander sitzen. Und ein abwechslungsreiches Programm von Kabarett über Blues, von Jazz bis hin zu Travestie. Das ist die Kleinkunstbühne Thing, welche in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. „Kleinkunst ist zum Anfassen, jeder ist hautnah dabei und man sieht es nicht jeden Abend im Fernsehen“, beschreibt der Vorsitzende Dieter Keller die Kleinkunst. „Kleinkunst ist nicht mit wenigen Worten zu beschreiben, sie ist vielfältig“, so die zweite Vorsitzende Birgitt Zanger.

Ort der Kommunikation

Am Anfang gab es eine Gruppe Menschen, die viel unterwegs waren, um sich in anderen Städten Kleinkunst anzusehen. Zehn von ihnen gründeten 1979 das Thing, um die Kleinkunst nach Limburg zu holen. Inzwischen ist der Verein mit seinem vielfältigen Programm nicht mehr aus der Stadthalle wegzudenken. Im September 1979 wurde die Kleinkunst in einer Gaststätte in Staffel durch die Barrelhouse Jazzband eröffnet. Und bis heute beginnt das Jahr mit dieser Band. Sie ist eng mit dem Thing verbunden. Doch woher rührt der Name Thing überhaupt? Da lehnten sich die Vereinsgründer um Günter Lefèvre an das altgermanische Wort „Thing“ an, was für einen Versammlungsplatz stand. Dabei handelte es sich um einen Ort der Kommunikation und des Austausches. Und dies war auch der Gedanke der Vereinsgründer – einen Ort der Kommunikation schaffen. Recht nahe sollten die Künstler am Publikum sein und es sollte die Möglichkeit bestehen, mit den Künstlern in Kontakt zu kommen. Und dies ist den Vereinsgründern sehr gut gelungen. Zwar auf einer kleiner Bühne sitzend, sind die Besucher immer sehr nah am Geschehen.

Zu Beginn des Vereins, als er seine Heimstätte in der Gaststätte in Staffel hatte, wurden die Künstler teilweise für eine ganze Woche gebucht und traten jeden Abend auf. Klaus Lage, Gerd Dudenhöffer oder Jürgen von der Lippe starteten ihre Karriere beim Thing, bevor sie Berühmtheiten auf der großen Bühne wurden. Und jeden Abend war die Gaststätte mit 100 Besuchern komplett voll, erinnerte sich Gerd Menzler, welcher viele Jahre Vorsitzender der Kleinkunstbühne war, an die Anfänge. Das Spektrum der Künstler, die zu Gast im Thing waren, war groß. Mit 158 Veranstaltungen startete der Verein ins erste Jahr, um zu schauen, was beim Publikum ankam und was nicht.

Nach Umzug totgesagt

Im Jahr 1982 entschloss sich der Verein, die Wirkungsstätte zu Wechseln. Von der Kneipe in Staffel ging es in die Clubebene der Stadthalle nach Limburg. Der Umzug hatte finanzielle Gründe. Später kam die Stadt als regelmäßiger Unterstützer hinzu. Dies hat sie bis heute beibehalten. Manche Zuschauer nahmen dem Verein den Umzug übel, die Zuschauerzahlen sanken und die Presse berichtete von einer Krise, sagte das Thing bereits tot. „Es war ein anderes Milieu in Limburg“, so Menzler. Doch die Vereinsmitglieder gaben nicht auf und nach und nach kamen die Zuschauer wieder. Inzwischen passten 250 Zuschauer in die Räumlichkeiten. Innerhalb dieses Gerangels gab es auch einen Wechsel beim Programm-Chef und Inge Lefèvre übernahm den Posten. Dies sollte sich als absoluter Gewinn für den Verein herausstellen, denn mit einem neuen Konzept kamen die Zuschauer.

In der Stadthalle hat der Verein seitdem eine neue Wirkungsstätte gefunden. Dieter Keller freut sich, dass der Verein seine Heimat seit vielen Jahren in der Stadthalle hat. Für viele Leute ist die Clubebene mit dem Thing verbunden, doch sie gehört nicht dem Thing, weist er hin. Auch andere Veranstaltungen finden auf der Clubebene statt. Daher benötigt der Verein immer die Freitermine, bevor er an das eigene Programm gehen kann. Doch für die nächsten zwei Jahre steht das Programm. „Wir sind ein Aushängeschild für die Stadthalle“, ist sich der Vorsitzende sicher.

Junge Mitglieder gewünscht

Von Anfang an waren auch die Mitgliedsbeiträge wichtig für das bestehen des Vereins. „Die ersten Jahre waren schwierig“, so Menzler weiter, „aber dann kam endlich ein Zugewinn an Mitgliedern. In den Hochzeiten hatten wir 168 Mitglieder.“ Derzeit hat das Thing noch 113 Mitglieder. Es sind aber nicht nur die Mitgliedsbeiträge wichtig. Die Mitglieder werden benötigt, um die Tische und Stühle zu stellen sowie nach der Veranstaltung wieder aufzuräumen. Auch übernehmen sie ehrenamtlich an den Veranstaltungen die Bewirtung. Bis zu zehn Mitglieder sind dann immer im Einsatz. Leider hat der Verein viele ältere Mitglieder und der Altersdurchschnitt ist sehr hoch. „Jüngere Mitglieder wären wünschenswert“, so Birgitt Zanger, „und wir suchen auch einen Techniker.“ Und Dieter Keller, der seit sieben Jahren Vorsitzender ist, möchte gerne langsam in den Ruhestand. „Die Kleinkunstbühne soll auch über mich hinaus bestehen“, so Keller, „sie ist mein Herzblut geworden.“

Junges Publikum anziehen

Mit dem Blick aufs junge Publikum probiert das Thing auch immer wieder neue Formate und hat damit bisher viel Glück gehabt. So ist die Show „Kunst gegen Bares“ ein Garant für einen vollen Zuschauerraum. Künstler, die noch gar nicht so lange auftreten oder noch nie aufgetreten sind, erhalten eine Bühne, um sich zu präsentieren. Am Ende entscheidet das Publikum, wer sich am Besten zeigte. Und manch Künstler hatte seine Anfänge im Thing gehabt. In diesem Jahr fand zum ersten Mal ein Poetry Slam statt. Das Thing war ausverkauft, die Stimmung super, so dass dieser auch im nächsten Jahr wieder stattfinden soll.

In den 40 Jahren Thing gab es 1484 Veranstaltungen bis heute. Ein reiches Programm in der zweiten Jahreshälfte steht in den Startlöchern. Am Samstag, 28. September um 20 Uhr findet die große Jubiläumsgala statt.

Mehr zum Programm findet ihr auf der Homepage sowie auf der Facebook-Seite vom Thing.

 

 

 


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.