Klinikmanager unterstreicht seine Forderungen an die Politik

Teilen erwünscht

Klinikgeschäftsführer Guido Wernert legt nach: nachdem er bereits in der letzten Woche an die Politik appelliert hatte, die Krankenhäuser nicht allein zu lassen, fordert er heute erneut schnelle und unbürokratische Unterstützung für die Krankenhäuser – auch über die Corona-Pandemie hinaus.

Bereits letzte Woche forderte Klinikgeschäftsführer Guido Wernert Unterstützung durch die Politik. Nun fordert er ein beherztes Handeln, denn die Krankenhäuser brauchen schnelle und nachhaltige Unterstützung. Den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, keine Klinik dürfe wegen der Corona-Pandemie benachteiligt werden, müssten nun schnelle Taten folgen.

Klinikmanager fordert beherztes Handeln

„Die Worte eines Bundesgesundheitsministers dürfen keine Lippenbekenntnisse sein: Jens Spahn muss schnell Taten folgen lassen!“ Dies fordert Krankenhausgeschäftsführer Guido Wernert in Reaktion auf Spahns Statement, keine Klinik dürfe wegen der Corona-Pandemie benachteiligt sein. „Die nachhaltige wirtschaftliche Absicherung der Krankenhäuser darf keine bloße Absichtserklärung sein, sondern ist dringendes Gebot der Stunde“, so Wernert. Bereits vor wenigen Tagen hatte der Klinikmanager an die Politik appelliert hatte, die Krankenhäuser nicht allein zu lassen. Jetzt legt Wernert nach: „Damit unsere Häuser ihre zentrale Funktion in der Pandemie-Bekämpfung und darüber hinaus erfüllen können, ist ein Erlösausgleich unabdingbar.“

Bis Ende September habe man bundesweit zumindest mit einer Ausgleichszahlung des Bundes arbeiten können. „Dass diese nun nahezu zeitgleich mit dem Beginn der ‚zweiten Welle‘ wegfällt, ist meiner Ansicht nach gegenüber der Krankenhauslandschaft an der Grenze zur Fahrlässigkeit und muss mit sofortiger Wirkung und auch nach 2020  behoben werden.“ Wernert ist Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz Limburg und in Personalunion Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Dierdorf/Selters (KHDS).

Vermeidung finanzieller Risiken

Um finanzielle Risiken für die Krankenhäuser zu vermeiden und nicht zu 100 Prozent von variablen Patientenzahlen abhängig zu sein, fordert der Geschäftsführer einen fixen Lohn für die stationären Vorhaltungen – täglich, zeitgleich und ganz besonders in Krisenzeiten. Die Regelung zur Ausgleichsregelung müssen seiner Ansicht nach wieder in Kraft gesetzt und verlängert werden. Gleichzeitig müssten die seit August 2020 wieder geltenden Pflegepersonaluntergrenzen weiterhin ausgesetzt werden, damit die Krankenhäuser bei der Personalplanung flexibel auf die Ausbreitung des Coronavirus reagieren können. Damit schließt sich Wernert gleichzeitig dem Appell der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichenthaler an, die ebenfalls einen Brandbrief an den Bundesgesundheitsminister gerichtet hatte: „Die Ministerin hat alle notwendigen Eckpunkte wie Ausgleichsfinanzierung, Pflegepersonaluntergrenzenverordnung und vieles mehr auf den Punkt gebracht!“

„Ganzjahresschutzschirm“ für 2021

Darüber hinaus unterstützt der Klinikmanager die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) nach einem „Ganzjahresschutzschirm“ für das Jahr 2021. Dieser soll alle coronabedingten stationären und ambulanten Erlösausfälle und die unverändert hohen Kosten zur Infektionsprävention der Krankenhäuser ausgleichen. Damit die Kliniken liquide bleiben könnten sei es zudem unverzichtbar, dass die Krankenkassen die in den ersten Pandemiemonaten festgesetzte Zahlungsfrist von fünf Tagen für die Leistungen der Krankenhäuser auch nach 2020 einhalten. „Diese Praxis müsse auch über die Pandemie hinaus beibehalten werden, damit die zum Teil wochenlangen Verzögerungen der Vergangenheit angehören.“

 Wenn die Kliniken wie gehabt ihre Verantwortung für den Schutz der Bevölkerung unter Beweis stellen sollen, seien langfristige und nachhaltige strukturelle Kurskorrekturen vonnöten. „Die Grenzen der Belastbarkeit des Gesundheitswesens sind bald erreicht.“ Es sei essenziell, dass die Krankenhäuser weiter gegen die Überlastung des Personals kämpfen – dies sei nur möglich, wenn die Krankenhäuser in dieser Phase der Pandemie, aber auch darüber hinaus, langfristig und nachhaltig Planungs­sicherheit erhielten: „Wir befinden uns nicht in einem Kurzstreckenlauf, sondern in einem Marathon“, so Wernert. Kurzatmige Unterstützung helfe in solchem Kontext nicht weiter, sondern führe langfristig zur Herzschwäche. „Wir brauchen beherztes Handeln von Seiten der Politik!“

 Bislang Betrieb ohne Komplikation

Bislang braucht laut Wernert kein Patient hinsichtlich der stationären Behandlung Sorge zu haben: Intensiv- und Beatmungsplätze seien aufgestockt worden, die Kliniken seien gut ausgestattet mit Schutzkleidung und hätten funktionierende Hygienekonzepte etabliert. „Selbstverständlich können sich die Bürgerinnen und Bürger darauf verlassen, dass ernsthafte, lebensbedrohliche Krankheiten, wie zum Beispiel Verdachtsfälle auf Herzinfarkt und Schlaganfall schnell versorgt werden“, erklärt der Klinikmanager. Gleichzeitig sorgten die Kliniken zeitgleich für eine bestmögliche medizinische Regelversorgung. Allerdings sei es seitens der Politik jetzt Zeit zu handeln, um die Klinikmitarbeiter an der Front aber vor allem die Patientinnen und Patienten in der Pandemie bestmöglich zu schützen.

 

Lesenswert dazu auch – Landrat Michael Köberle besuchte die Kliniken Limburg und Weilburg. Er setzt auf einen engen Austausch und ein Miteinander zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. 


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.