Konkretere Planung für Barrierefreiheit erwünscht

Der Bau- und Umweltausschuss Elz beschäftigt sich seit einiger Zeit mit einem barrierefreien Zugang zum Bürgerhaus. Nachdem das Thema gestern wieder auf der Tagesordnung stand, mahnte der Ausschussvorsitzende Frank Zei eine konkretere Planung an. Weitere Themen war das Gelände des Rolli-Marktes sowie mögliche Saatgutautomaten in der Kommune.

Im April 2021 stellte die CDU einen Antrag zur Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Bürgerhaus von der Bachgasse her. Dabei war die Idee nicht neu, denn bereits, als die FWG im Parlament saß, kam diese Idee auf, wurde aber wegen der damaligen Bedingungen abgelehnt. Mit dem Parkplatz in der Bachgasse und der Entwicklung der Neuen Mitte habe sich die Gesamtsituation jedoch verändert, so dass der Antrag erneut eingebracht wurde. Seitdem beschäftigt sich der Bau- und Umweltausschuss mit dem Thema. Es gab bereits einen Ortsbegang und es gibt auch eine favorisierte Variante. Nun kam das Thema gestern wieder auf die Tagesordnung, doch es machte sich ein wenig Enttäuschung breit. “Es ist vertane Zeit”, so Frank Zei (SPD), “wir wünschen eine konkrete Darstellung und keinen gelben Strich auf einem Luftbild.”

Zwei Varianten für Barrierefreiheit

Von der Bachgasse aus gelangt man über 12 Treppenstufen, die in der Hälfte durch eine Plattform unterteilt sind, zum Haupteingang im Bürgerhaus. Dieser Zugang ist nicht barrierefrei und dies soll geändert werden. Wobei allen Beteiligten von Anfang an klar ist, dass sie Barrierefreiheit schaffen können, jedoch keinen behindertengerechten Zugang. Für Rollstuhlfahrer sei der geschaffene Weg am Ende nicht geeignet.

Thomas Baby aus dem Bauamt stellte beide Varianten vor. Variante eins sei eine Rampe entlang der Treppe. Diese sei 30 Meter lang und würde 80.000 Euro kosten. Die zweite Variante führt rechts an der Mauer entlang. Es handelt sich ebenfalls um eine Rampe, welche durch mehrere Absätze auf die entsprechende Höhe führen soll. Die Absätze sind notwendig, damit die Rampe nicht zu steil ist. Diese Variante ist am Ende 36 Meter lang und kostet 75.000 Euro. Bereits jetzt ist an der Mauer entlang ein ein Meter breiter Streifen vorhanden, auf dem die Rampe realisiert werden könnte. Eine Förderung ist über das Projekt “Zukunft Innenstadt” gestellt. Werde eine Förderung genehmigt, werden 50 Prozent der Kosten gefördert. Die Variante zwei ist die bevorzugte Variante vom Bauausschuss sowie dem Bauamt.

An der Wand entlang könnte eine barrierefreie Rampe entstehen

Frank Zei machte darauf aufmerksam, dass bei Variante zwei der Eingriff in die Natur am höchsten ist und das die Gefahr bestünde, dass dort eine dunkle Ecke entsteht. Daher ist eine gute Beleuchtung dieser Rampe notwendig. Dennoch war Unzufriedenheit unter den Anwesenden zu spüren, da sie sich erhofften, mit den Planungen schon weiter zu sein. Aus dem Ältestenrat kam nochmal die Aufforderung, beide Varianten gegeneinander darzustellen. Das Thema kommt wieder auf die Tagesordnung, wenn es konkretere Planungen gibt.

Städtebaulich keine Wohnbebauung

Ein weiteres Thema derzeit in Elz ist eine mögliche Wohnbebauung auf dem Gelände, wo derzeit der Rolli-Möbelmarkt steht. Für diesen Bereich existiert kein Bauleitplan. Daher wollte der Ausschuss vom Planungsbüro Stadt und Freiraum, mit dem die Gemeinde bei Bauleitplanverfahren zusammenarbeitet, wissen, wie ihre städtebauliche Sicht zu dem Thema ist. Alexander Kreppel gab eine kurze Zusammenfassung. Der Bereich ist als Mischgebiet ausgewiesen. Daher spricht allgemein erstmal nichts gegen eine Wohnbebauung. Dennoch hat Kreppel auch ein großes Aber. In der umgebenden Wohnbebauung finden sich nur Häuser mit zwei Vollgeschossen sowie Satteldach. In den vorhandenen Bauleitplänen, die es dort gibt, sind auch nur Häuser mit zwei Vollgeschossen vorgesehen. Daher seine abschließende städtebauliche Einschätzung: “Grundsätzlich passt eine Wohnbebauung, aber nicht  mit drei Vollgeschossen. Ein Leuchtturmprojekt am Ortseingang sollte vermieden werden.”

Der Ausschuss reichte auch einige Fragen aus der Bevölkerung zu den Themen Schallemissionen oder Auswirkungen auf das Grundwasser weiter. Bei diesen Fragen konnte Kreppel nur darauf hinweisen, dass im Rahmen eines Bauleitplanverfahrens diese Fragestellungen alle geprüft werden und alle Fachbehörden mit eingebunden sind. Es kam auch die Frage nach zukünftigen Nutzern auf. In dem Plan sind Ein- bis Vierraum-Wohnungen aufgeführt. Nach seiner privaten Einschätzung gibt es tatsächlich eine hohe Nachfrage nach kleinen Wohnungen. Wie der Bedarf in Elz aussieht, müsste jedoch die Gemeinde ermitteln.

Bauleitplanverfahren noch nicht begonnen

Über ein mögliches Einleiten eines Bauleitverfahrens konnte der Bauausschuss gestern noch nicht entscheiden, da es noch keinen Auftrag durch die Gemeindevertretung gab. Doch der Gemeindevorstand möchte in die nächste Gemeindevertretersitzung eine Vorlage einbringen, so dass sich der Bauausschuss in der nächsten Sitzung mit beschäftigen muss. Daher regte Frank Zei an die Mitglieder an, in ihren Fraktionen über das Thema zu sprechen.

In Elz Süd gebe es noch einige Gebiete, für welche kein Bauleitplan besteht. Egal, wie sich die Situation beim Rolli-Markt entwickelt, die immerhin eine Sache zwischen Privatpersonen sei, sei das Thema gerade präsent und sollte angegangen werden, so die Empfehlung von Zei. Und wenn die Gemeinde ein Bauleitplanverfahren einleitet, könnten sie festlegen, was sie sich zukünftig bei neuen Projekten wünschen.

Ende März lud die SPD die Anwohner zu einem Gespräch ein. Diese äußerten sich klar gegen eine Wohnbebauung auf dem Gelände des Rolli-Marktes.

Saatgutautomaten für die Gemeinde

Ein drittes Thema waren Saatgutautomaten in der Gemeinde. Hierbei handelt es sich um einen Antrag der SPD. Die Anschaffung eines solchen Automaten, die Bestückung sowie die Gestaltung, um die Bürger darauf aufmerksam zu machen, würde zwischen 700 und 900 Euro kosten. Dabei sehen die Automaten wie die Kaugummiautomaten aus. Es gab eine kurze Diskussion darüber, wie viele Automaten die Gemeinde anschaffen soll und wer sich um die Pflege der Automaten kümmert. Petra Bertram, Bürgerliste, äußerte die Sorge, dass ohne Pflege der Automat unansehnlich werde und das sei nicht Sinn und Zweck der Sache.

Zudem fragte sie nach, ob diese Initiative nicht ein wenig spät komme, da das Aussäen von Blühwiesen jetzt zu spät sei. Zei beruhigte sie, dass bis zur Anschaffung und Aufhängen der Automaten noch ein wenig Zeit vergehe und diese dann pünktlich zum nächsten Frühjahr in den Einsatz kommen könnten. Am Ende stimmte der Ausschuss für die Anschaffung von zwei Automaten, welche in Elz und Malmeneich einen Standort finden sollen.

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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