DLRG stärker in Alarmierung mit Einbeziehen

Beim Kreisverbandstag der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG Limburg-Weilburg blickten die Verantwortlichen auf das vergangene Jahr zurück. Es gibt einige Dinge, die besser laufen könnten, eine größere Beteiligung der Ortsgruppen wären wünschenswert und einige Ausbilder mehr werden angestrebt. 

Wer Schwimmen lernen möchte, geht zum DLRG. Doch dass die Einsatzkräfte ebenfalls in der Wasserrettung ausgebildet sind, ist bei den wenigstens auf dem Bildschirm. Und so passierte es im letzten Jahr, dass es mehrere Vorfälle an und in der Lahn gab, bei denen die DLRG nicht alarmiert wurde und erst später in der Presse davon erfuhr. „Das ist frustrierend“, so Andreas Weil, Leiter Einsatz, „das ist sehr schade und muss optimiert werden.“
Kreisbrandinspektor Georg Hauch sieht darin auch einen hohen Bedarf. „Wir müssen daran arbeiten, dass die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren an der Lahn verstärkt wird.“ Im letzten Jahr haben die Unfälle von Kanufahrern an der Lahn zugenommen. Auch bei Unwettersituationen muss die Zusammenarbeit weiter geschärft werden. „Wir können nur gemeinsam“, so Hauch. Immerhin liege bei der DLRG das passende Know-How rund um die Wasserrettung. Eventuell sei auch eine Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden möglich, um den Touristen ein sicheres Erleben der Lahn zu ermöglichen.

Stabil in der Schwimmausbildung

In der Schwimmausbildung investierten die Wasserretter insgesamt 3.600 Stunden, eine Steigerung von 400 Stunden zu 2016. Im letzten Jahre machten 145 Kinder und Jugendlichen ihr Seepferdchen bei der DLRG sowie 138 ihr Bronzeschwimmabzeichen. Dies sind stabile Zahlen. Danach gibt es einen Einbruch. Die DLRG kämpft mit dem Problem, dass die Kinder und Jugendliche nur schwimmen lernen und dann wieder weg sind. Dennoch konnten im Bereich Rettungsschwimmen insgesamt 724 Prüfungen abgenommen werden, in der Sparte Bronze (71) und Silber (74) gab es eine Steigerung.
Jedoch erklärte Winfried Weimer, Schatzmeister,  dass immer mehr Kinder mit neun oder zehn Jahren noch nicht schwimmen können. Meist kommen diese dann über die Schule. Doch auch die DLRG kann nur begrenzt Schüler annehmen, da ihnen die Leute für die Schwimmausbildung fehlen. Auch Bürgermeister Michael Ruoff sieht diesen Trend. Früher sei das Schwimmbad im Sommer voll gewesen und inzwischen gehe die Zahl der Schwimmer deutlich zurück. Noch könne er den Unterhalt von 204.000 Euro jedes Jahr ins Schwimmbad rechtfertigen, doch die Investitionen könne er irgendwann nicht mehr begründen, wenn die Besucher fehlen. Neben dem Wunsch nach einer Trendumkehr in diesem Bereich, freut sich Ruoff jedoch über die 60-jährige gute Zusammenarbeit zwischen Hadamar und der DLRG.
Auf eine gute Zusammenarbeit blickte ebenfalls Hedi Sehr, Vorsitzende Notfallseelsorge, die in der DLRG Ausbildung mit eingebunden sind beim Thema Stressprävention.

Gute Struktur

In den zehn Ortsgruppen des DLRG Kreisverbandes (Bad Camberg, Brechen-Runkel, Dornburg, Elz, Hadamar, Kirberg, Selters, KG Weilburg-Oberlahn, Weilmünster und Wolfenhausen) befinden sich 2508 Mitglieder, von denen 1160 Kinder und Jugendliche sind. Auch wenn dies eine gute Struktur ist, so Andreas Weil, wird es ab dem 15.Lebensjahr deutlich dünner und dann kommt es wieder zu einem Zuwachs ab dem 40.Lebensjahr. Trotz dieser guten Struktur kritisierte Andreas Weil, dass die Beteiligung der Ortsgruppen an der Wachstation in Limburg zu wünschen übrig lässt. An 19 Wochenenden muss die Station besetzt sein und es wären immer die gleichen. Daher appellierte er an die Anwesenden, sich zu melden für das neue Jahr.

Heinz Valentin, in Vertretung des Landrates, dankte der DLRG für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Er freute sich, dass er die Bronzene Katastrophenschutzmedaille für 10 Jahre aktiven Dienst an Torsten Gattinger überreichen konnte.

Heinz Valentin (li) überreicht Torsten Gattinger die Bronzene Katastrophenschutzmedaille für 10 Jahre aktiven Dienst.
Heinz Valentin (li) überreicht Torsten Gattinger die Bronzene Katastrophenschutzmedaille für 10 Jahre aktiven Dienst.

Fehlende Ausbilder

Der DLRG kann auf einen stabile Mannschaft blicken. Dennoch würde sich Andreas Weil wünschen, dass sich mehr Mitglieder dazu bereit erklären würden, einen Ausbilderschein zu machen. Zurzeit sind sie nur zu zweit und „auf Dauer sei diese Arbeit nicht nur auf zwei Schultern zu tragen.“
Die Fachausbildung Wasserrettungsdienst sei neu konzipiert worden. Bereits mit 12 Jahren können die Mitglieder mit der Basisausbildung beginnen. Dort lernen sie das Kommunizieren, verstehen die Einsatzabläufe, lernen die Einsatzgebiete und Gefahren erkennen und erhalten eine Unterweisung am Sprechfunk. Mit 16 Jahren können sie in die Einsatzabteilung wechseln, wo sie ein Jahr lang bei der Helfergrundausbildung mitlaufen. Mit 17 können sie dann mit in den Einsatz. Andreas Weil ermutigte die Anwesenden, sich zu überlegen, ob sie nicht in der Ausbildung tätig werden möchten.

Kreisjugendverband blickt zurück

Auch der Kreisjugendverband blickte auf das vergangene Jahr zurück. Neben den sportlichen Aspekten und den ersten Einblicken in den Rettungsdienst geht es hier auch um den Spaß. Und so stehen Zeltlager, Centerparc oder spaßige Wettkämpfe an der Wachstation auf dem Programm. Mit dem Kindergartenprojekt gehen die jungen Menschen der DLRG in die Kindergärten, um dort zu werben. In Oberselters ist dieses Projekt schon sehr gut etabliert. Nun soll es gerne ausgeweitet werden. Mit einem Kindertheater erhalten die Kleinen erste Einblicke in die Baderegeln und wie man jemanden aus dem Wasser retten kann.
Der allgemein Tenor im Jugendbereich ist der Wunsch nach einer größeren Beteiligung bei den einzelnen Veranstaltungen. Vor allem bei den Kreismeisterschaften würden sich die Organisatoren mehr Teilnehmer wünschen.

In den anschließenden Neuwahlen wurde Katharina Nink als Vorsitzende wiedergewählt. Als ihre Stellvertreter wählte die Versammlung Franziska Behrendt, Martin Nink, Noah Jeuck, Sina Weis, Tamara und Lena Freyeisen. Neuer Ressortleiter Wirtschaft und Finanzen ist Tobias Schneider. Zudem hat der Kreisjugendverband ein Traineeprogramm ins Leben gerufen, um Interessierte an die Vorstandsarbeit heranzuführen. Diese nehmen an den Sitzungen teil, können zu allen Veranstaltungen und erhalten so Einblicke in diese Arbeit. Damit soll der Nachwuchs gesichert werden.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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