Krötenschutz in Faulbach – Orkan Sabine mischt mit

Teilen erwünscht

Bereits letzte Woche errichtete der NABU Hadamar am Ortsausgang Faulbach Richtung Oberweyer einen Krötenschutzzaun. Heute sollten die Arbeiten weitergehen, doch erstmal mussten die Schäden von Orkan Sabine beseitigt werden.

Die letzten zwei Jahre wurden am Ortsausgang Faulbach immer wieder Kröten überfahren, weshalb der NABU Hadamar nun aktiv wird. Bereits letzte Woche wurden auf 100 Meter ein Krötenschutzzaun errichtet. Heute sollten die Arbeiten weitergehen, Eimer sollten eingegraben und der Zaun stärker befestigt werden. Statt dessen, waren die Aktiven damit beschäftigt, den Zaun teilweise aufzurollen, weil Orkan Sabine ihn kräftig durchgewirbelt hat. Um weitere Schäden zu vermeiden, weil es die nächsten Tage nochmal windig wird, haben die Helfer rund 50 Meter aufgerollt und werden diesen bei ruhigerem Wetter wieder aufstellen.

Krötenschutzzaun NABU Hadamar
Mehrere Helfer waren notwendig, um beim windigen Wetter den Zaun aufzurollen.

Krötenwanderung ab fünf Grad Celcius

Sobald nachts Temperaturen über fünf Grad Celcius erreicht werden, fangen die Erdkröten an zu wandern. Ihre Wanderung dauert bis in den April hinein. Sind die Nächte mild und regnerisch, sind die Tiere besonders gerne unterwegs. Dabei legen sie bis zu drei Kilometer zurück, um ihre Laichgewässer zu erreichen. Ihr Landlebensraum befindet sich in einem Waldstück oberhalb des Feldes in der Nähe vom Schützenverein. Das Laichgewässer befindet sich auf der anderen Straßenseite am Faulbach. Dafür müssen sie die Hauptstraße queren, wo sie Opfer des Verkehrs werden.

Mit der Dämmerung abends gegen 19 Uhr wandern sie los und wandern die ganze Nacht hindurch. Entlang des Zaunes werden demnächst noch Eimer eingegraben, in welche die Kröten hineinfallen. Abends und morgens schauen die Aktiven vom NABU vorbei und tragen die Kröten aus den Eimern über die Hauptstraße. Bei dieser Aktion werden die Tiere auch gezählt und in Männchen sowie Weibchen unterteilt. Anna Pietsch ist gespannt, welche Amphibien sich noch in den Eimern finden werden. Sie würde sich freuen, wenn auch die seltene Wechselkröte mit unter den Tieren ist.

Krötenschutzzaun NABU Hadamar

Die Zählung macht der NABU nicht nur für sich, sondern meldet die Zahlen auch ans Regierungspräsidium Gießen. Dieses unterstützt die Aktion mit dem Zaun. Wenn die Zählung das Vorhandensein einer größeren Population ergibt, dann könnte dieser Krötenschutzzaun sich zu einer dauerhaften Einrichtung entwickeln. Pietsch hegt die Hoffnung, dass dann die Faulbacher Bürger  mit ins Boot geholt werden können und die sich aktiv daran beteiligen. Da es bei dem Transport der Tiere einiges zu beachten gilt, bittet der NABU darum, die Tiere nicht einfach aus den Eimern zu nehmen. Möchte jemand helfen, sollte er sich bitte beim NABU für eine Einweisung melden.

Krötenschutzzaun NABU Hadamar
Auf 100 Metern soll der Zaun ein Überqueren der Erdkröten über die Hauptstraße verhindern

 

 

 


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.