Kunst in der Mittagspause – Wissenswertes in 30 Minuten

Nie Zeit für einen Museumsbesuch? Vor allem nicht an einem Arbeitstag? Diese Ausrede gilt nicht mehr, denn das Diözesanmuseum bietet „Kunst in der Mittagspause“ an. In 30 Minuten gibt es eine interessante, kurzweilige Führung in der Ausstellung zu verschiedenen Themen.

Noch bis zum 25. November gibt es im Diözesanmuseum Limburg die Sonderausstellung „Von Kunst ist nicht die Rede“ über das Künstlerehepaar Marie Louise und Karl Matthäus Winter. Das Ehepaar hat sein gemeinsames Leben der Kunst verschrieben. Der Titel der Sonderausstellung stammt von einem Ausspruch des Künstlers aus dem Jahr 1998: „Wenn ich auch immer die mir gebotene Narrenfreiheit, den Künstlerbonus in Anspruch genommen habe,- Von Kunst ist nicht die Rede.“ Verschiedene Elemente ihres Wirkens können Interessierte jetzt bei der Reihe „Kunst in der Mittagspause erfahren.

Das Künstlerehepaar Winter

Die Ausstellung „Von Kunst ist nicht die Rede“ widmet sich dem Werk des Bildhauers Karl Matthäus Winter (1932-2012) und seiner Frau, der Goldschmiedin Marie Louise Winter, geb. Perabo (*1933). Der Bildhauer und die Goldschmiedin schufen ein vielfältiges Gesamtwerk, wobei zahlreiche Stücke auch in Zusammenarbeit der beiden entstanden.
Die Winters heirateten 1957 und ließen sich in Limburg nieder. Beide arbeiteten dort als freischaffende Künstler. Die räumliche Nähe von Werkstatt und Atelier des Künstlerehepaars war Voraussetzung für ihre kongeniale Zusammenarbeit. Zu den wichtigsten Auftraggebern zählten verschiedene katholische Bistümer und kirchliche Institutionen.
Karl Matthäus selbst stammte aus einer Bildhauerfamilie. Sein Vater, Großvater und ein Onkel waren ebenfalls Bildhauer.

Bekannte Arbeiten

Manche Arbeiten sind dem Betrachter durchaus bekannt, auch wenn nicht jeder weiß, wer sie geschaffen hat. Dazu zählen der Ritter-Hattstein-Brunnen auf der Plötze, die Figur des Nepomuk auf der alten Lahnbrücke in Limburg oder die Figur des Dehrner Raben. Im Limburger Dom begegnet den Besucher Arbeiten des Bildhauers wie der Taufstein mit Deckel. So vielfältig das Wirken der Künstler war, umso weniger wollten sie darüber reden und sich in den Vordergrund spielen. Aus diesem Grunde ist von der Biografie recht wenig bekannt.

Als autobiografische Elemente kann ein Figurzyklus aus Paaren verstanden werden, welcher den Mittelpunkt der Ausstellung bildet. Zwar hat Winter in den Paaren nicht sich selbst und seine Frau dargestellt. Aber in diese sind sehr wohl Elemente der eigenen Beziehung mit hinein geflossen. Immerhin haben die beiden sehr eng zusammengearbeitet und sich auch gegenseitig inspiriert. Der lange gemeinsame Weg spricht von Zärtlichkeit, Vertrauen und Intimität, was auch in den Figuren zu sehen ist.

Ansonsten war Karl Matthäus Winter ein Künstler, der in seinen Figuren Geschichten und Legenden mit einbaute. Manchmal sind es die kleinen Details, die eine Figur zu etwas besonderem machen. In seiner religiösen Kunst lässt er sehr viele erzählerische Elemente einfließen und gibt der Auslegung des Neuen Testaments seine ganz eigene Handschrift. Am liebsten arbeitete er mit Wirbelauer Marmor. Aber egal, welchen Werkstoff ernutzte. Er versuchte, die Struktur jeden Werkstoffes so einzusetzen, dass diese den Ausdruck des Objektes noch unterstrich. Seine Frau Marie Louise, die Goldschmiedin, arbeitete sehr gerne mit alten Münzen, Täfelchen oder Elementen, die sie in neue Objekte einarbeitete. Einige Arbeiten gibt es davon in der Ausstellung zu sehen. Auch hat das Diözesanmuseum einige Wachs- und Gipsabdrücke, die den Prozess hinter einer Arbeit zeigen. Es ist sehr empfehlenswert, sich die 30 Minuten zu nehmen und an einer solchen Sonderführung teilzunehmen.

Weitere Führungen

Der Eintritt zu den Führungen ist umsonst. Los geht es jeweils um 12.15 Uhr und die Führungen dauern rund 30 Minuten. Am Mittwoch, 24. Oktober spricht Prof. Matthias Theodor Kloft und am Mittwoch, 7. November Dominik Müller. Desweiteren biete das Museum am Sonntag, 4. November um 15 Uhr einen Stadtspaziergang an, bei  dem die Werke Karl Matthäus Winters im öffentlichen Raum in Limburg erkundet werden. Für den Stadtspaziergang ist eine Gebühr von 3 Euro zu entrichten.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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