#kurznotiert – Verabschiedung Mitarbeiter, Ausstellung Kreishaus, Stellung Frauenkomission zum Tötungsdelikt

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Landrat Michael Köberle verabschiedet Robert Streb in den verdienten Ruhestand

Ein kompetenter und immer zuverlässiger Experte

Landrat Michael Köberle hat Oberamtsrat Robert Streb in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihm verlässt eine ebenso kompetente wie zuverlässige Führungskraft aus dem Amt für Öffentliche Ordnung die Kreisverwaltung Limburg-Weilburg. Nach dem Erwerb der Fachhochschulreife an der Fachoberschule in Bad Hersfeld und der Ausbildung zum Regierungsinspektor an der Fachhochschule des Bundes wurde Robert Streb 1984 Sachbearbeiter für Schutzbereiche um Verteidigungsanlagen bei der Wehrbereichsverwaltung in Wiesbaden. Von 1987 bis 1988 war er dann Sachbearbeiter für NATO-Flugplätze auf dem Gebiet der Infrastruktur, ehe zum 1. April 1988 die Versetzung von der Wehrbereichsverwaltung in Wiesbaden zum Landrat des Landkreises Limburg-Weilburg in die Hauptabteilung „Allgemeine Landesverwaltung“ folgte. Am 1. April 2005 wurde Robert Streb infolge der Kommunalisierung in den Dienst der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg übernommen, wo er ein Jahr später die Leitung des Fachdienstes Fahrerlaubniswesen übertragen bekam. Zum 1. April 2016 wurde er schließlich Leiter des Fachdienstes Zulassungswesen.

kurznotiert aus dem Landkreis Limburg weilburg
Büroleitender Beamter Michael Lohr, Personalratsvorsitzender Christoph Heun, Robert Streb, Amtsleiter Dr. Thomas Orth, Personalamtsleiterin Daniela Holz und Landrat Michael Köberle (von links) bei der Verabschiedung von Robert Streb im Kreishaus in Limburg.

Neue Ausstellung im Kreishaus

Fotoarbeiten mit den unterschiedlichsten Motiven

Eine Ausstellung der besonderen Art hat Landrat Michael Köberle im Rahmen der beliebten Reihe „Kunst im Kreishaus“ eröffnet. Barbara Schmidt und Thomas Grimberg präsentieren ebenso aussagekräftige wie großartige Fotografien, die ab sofort in Limburg bestaunt werden dürfen. „Bereits 2008, während ihres Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf, begann Barbara Schmidt ihre Serie von surreal anmutenden Stillleben, komponiert aus kuriosen Fundstücken aus der Natur sowie ihren unbetitelten verträumten quadratischen Fotografien von

Bäumen, Sträuchern und Wiesen“, erzählte Landrat Köberle über die Künstlerin. Barbara Schmidts fotografische Inszenierungen verführen als frappierend plausibel daherkommende Bildszenarien, die imaginäre Landschaften entwerfen und damit in eine fantastische Welt exotischer Elemente und verschobener Dimensionen entführen. „Barbara Schmidt genügen wenige Zutaten, beispielsweise etwas Sand und Wasser sowie Pflanzen- und Insektenteile, um derart märchenhafte Schauplätze wie diejenigen ihrer ‚Ripa-Serie’ zu entwerfen“, so Hans-Jürgen Hafner, Leiter des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen aus Düsseldorf. Ihre unbetitelten fotografischen Blicke durch Gräser, Laubwerk und Geäst beziehen ihre Dynamik aus dem gewählten Fokus, dem Wechselspiel zwischen Detail und Ganzem, Schärfe und Unschärfe, Licht und Schatten, Farben und Formen. Sie beweisen einen poetischen Blick der Künstlerin auf die Natur. Das Zusammen- und Wiederspiel aus diffusen und scharf gezeichneten Bildpartien verstärkt die Lebendigkeit und das Geheimnisvolle in den Foto-Arbeiten von Barbara Schmidt.

Thomas Grimberg zeigt in dieser Ausstellung im Kreishaus Werke aus seinen Serien „The Look of Food“, „Homeland Taunus“ sowie „0,06 qm“. In seiner Serie „Homeland Taunus“ befasst er sich mit der dörflichen Architektur und Infrastruktur in seiner neuen Wahlheimat Hintertaunus. „In seinen Kompositionen rücken Farben, Flächen und Formen der dörflichen Architektur sowie der Schilderwälder oder die Strukturen besonderer Hausverkleidungen der 1960er Jahre, der Fachwerkbauten oder die Art und Weise, wie Architektur und Infrastruktur in die heimische Landschaft eingebettet sind, in den Fokus“, erläuterte Michael Köberle. Thomas Grimberg greift in seiner Serie „The Look of Food“ auf Strategien der werblichen Produktfotografie zurück und parodiert sie im gleichen Atemzug. Hierfür arrangiert er teils Stillleben mit Lebensmitteln in ihren handelsüblichen Verpackungen vor bunten Hintergründen oder wählt Ausschnitte der Produkte für seine Kompositionen aus. Extrem künstliche Produkte wie Süßwaren inszeniert er auch gerne ohne ihre Originalverpackung, losgelöst von Raum und Zeit vor einem strahlend weißen Untergrund. Die eigentliche Funktion der Lebensmittel, selbst des Gemüses, tritt in den Hintergrund, sie werden vielmehr zu steril verpackten Objekten rein ästhetischen Interesses. Weitestgehend vom Menschen unberührte, natürliche Kleinstlebensräume portraitiert Grimberg hingegen in seiner Serie „0,06 qm“. Er wählt für diese Kompositionen stets Flächen von 0,06 Quadratmetern und nutzt vorhandene Elemente wie verwesende Kaninchen, Mooskissen, Äste, Tannenzapfen, Grashalme oder gefrorene Wasserflächen als gliedernde Grundelemente.

Die spannende Ausstellung ist noch bis Mitte Januar 2020 zu den üblichen Öffnungszeiten im Kreishaus in Limburg zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Frauenkommission des Landkreises bezieht Stellung zu Tötungsdelikt

Über die Tötung einer Frau, die im Limburger Frauenhaus Zuflucht gesucht hatte, haben sich die Mitglieder der Frauenkommission des Landkreises Limburg-Weilburg unter der Leitung von Landrat Michael Köberle bei ihrer jüngsten Sitzung zutiefst erschüttert gezeigt. Die Kommission, die sich aus Vertreterinnen von 18 verschiedenen Frauenvereinen und -verbänden sowie weiblichen Kreistagsabgeordneten zusammensetzt und sich mit Themen der Geschlechtergerechtigkeit und Gewalt gegen Frauen befasst, ist über das Ausmaß der Gewalt in Form eines „Femizides“ entsetzt und schockiert. „Es handelt sich hier um kein Familiendrama – sondern um einen brutalen Mord an einer Frau“, so die Frauenbeauftragte des Landkreises, Ute Jungmann-Hauff. Diese Tat habe eine gewaltgeprägte Vorgeschichte – sie habe mit Macht und Gewalt zu tun. Hinter „Femizid“ stecke die Vorstellung, dass Frauen weniger wert sind. „Solange wir bei Frauenmorden von Beziehungstaten und Familiendramen sprechen, verschwindet die Dimension und setzt das Strafmaß juristisch herab“, so Jungmann-Hauff.

Alle zweieinhalb Tage stirbt in Deutschland eine Frau – getötet von ihrem Partner oder einem ehemaligen Lebensgefährten. 147 Frauen kamen so im vergangenen Jahr gewaltsam ums Leben. Das geht aus der kriminalstatistischen Auswertung des Bundesfamilienministeriums hervor. Die Mitglieder der Kreisfrauenkommission haben sich auch mit der Berichterstattung in den Medien beschäftigt. „Es ist von sehr großer Bedeutung, wie medial über Frauenmorde/Femizide berichtet wird und dass sie insbesondere als solche benannt werden“, fordert die Kommission. Zu vermeiden seien unbedingt Begriffe und Formulierungen, die verharmlosen und bagatellisieren. Ebenso seien Schuldzuweisungen an die Betroffenen und deren Unterstützerinnen und Unterstützer wie Frauenhäuser oder Beratungsstellen dringend zu unterlassen. „Das Limburger Frauenhaus ist seit über 30 Jahren eine feste und wichtige Institution für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Hier erfahren Frauen professionelle Hilfe, Beratung und Unterstützung für sich und ihre Kinder“, so die Frauenkommission abschließend.

Was ist eigentlich „Femizid“?

Mit „Femizid“ ist die vorsätzliche Tötung einer Frau aufgrund eines angeblichen Verstoßes gegen tradierte und normative Rollenvorstellungen gemeint. Frauen, die selbstbestimmt über ihr Leben, ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden wollen, werden von denen, die dies nicht dulden, gewaltvoll bestraft. (Quelle: Russell, Diane and Roberta Harmes, 2006)

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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