Landkreis zeigt sich solidarisch mit Menschen in Moria

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Von Dienstag auf Mittwoch Nacht brannte das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos und zahlreiche Menschen sind jetzt ohne Unterkunft. Auch der Landkreis Limburg-Weilburg möchte Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager aufnehmen.

„Die Bilder vom brennenden Lager in Moria zeugen von sehr viel Leid und Hoffnungslosigkeit“, so Landrat Michael Köberle in der heutigen Kreistagssitzung in Limburg. Sollten sich Bund und Länder auf ein Hilfsangebot einigen, leistet auch der Landkreis im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag. Wie viele Menschen der Landkreis aufnehmen kann, zeigt sich dann. Bereits nach der letzten Flüchtlingswelle gab es Diskussionen, wie viele Aufnahmekapazitäten der Kreis vorhält. Vor einiger Zeit fasste der Kreisausschuss den Beschluss, Unterbringungsmöglichkeiten vorzuhalten.

Zeichen vor dem Kreistag

Bereits vor dem Beginn des Kreistages setzten Harff-Dieter Salm sowie Marita Salm von Bündnis Courage und Jutta Lippe von Bündnis 90/ Die Grünen ein Zeichen für die Flüchtlingen. Am Mittwoch Abend luden sie zusammen mit dem DGB, Fridays For Future, Wir sind mehr sowie der SPD und den Linken zu einen spontanen Demo nach Limburg ein, um auf die Situation der Menschen aufmerksam zu machen. Im Vorfeld vom Kreistag äußerte sich Viktoria Spiegelberg-Kamens, Kreisvorsitzende des DGB und Mitglied im Kreistag dahingehend positiv, dass sie es gut findet, dass in den letzten Jahren Strukturen mit ähnlichen Idealen gewachsen sind, die bei solchen Ereignissen zusammen ein starkes Zeichen setzen und auf Themen aufmerksam machen.

Platz im Boot

Sabine Häuser-Eltgen, Grünen-Fraktionschefin, bedankte sich beim Landrat: „Wir sind froh, dass das Boot in Limburg-Weilburg noch nicht voll ist und wir Flüchtlinge aufnehmen wollen.“
Die SPD Limburg-Weilburg gab ebenfalls eine Erklärung ab. „Menschliches Leid und Hoffnungslosigkeit konterkarieren europäische Wertvorstellungen und Ziele“, so steht es geschrieben. Von den europäischen Verantwortlichen erwarten sie endlich ein einheitliches europäisches Vorgehen zur Bewältigung der humanitären Katastrophe in Moria. „Wir fordern Bundes- und Landespoltik auf, bis zur europäischen Einigung selbst aktiv zu werden und Möglichkeiten zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Lager Moria zuzulassen.“ Bei dem menschlichen Unglück ist es nicht die Zeit, um Schuld und Zuständigkeiten zu debattieren, sondern um zu handeln.

Bunte Allianz

Die SPD wies auf die bunten Allianz unterschiedlicher gesellschaftlicher und politischer Gruppierungen hin. Diese Menschen sprachen sich seit dem Brand in Moria für die Aufnahme Geflüchteter in Deutschland aus. „Der Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Verantwortung dafür, dass Deutschland seiner Verantwortung gerecht werden und Flüchtlinge aus dem Lager Moria aufnehmen kann. Davon unbenommen ist das Land Hessen und seine schwarz-grüne Koalition in der Verantwortung endlich ein eigenes Landesaufnahmeprogramm vorzulegen, so der SPD Vorsitzende Tobias Eckert. Mit einem solchen Programm können Menschen geregelt und organisiert aus Situationen wie dem Lager Moria heraus helfen.

„Wir als SPD Limburg-Weilburg sind uns sicher, dass wir als Landkreis unseren Beitrag dazu anbieten können und wollen im Rahmen unserer kommunalen Möglichkeiten aktiv Geflüchtete im Landkreis aufnehmen und betreuen. Alle Herausforderungen im Hinblick auf die Humanitätskrise 2015 und die Folgejahre haben ganz besonders die kommunalen Akteure gefordert, die gemeinsam mit vielfältigem ehrenamtlichen Engagement aus der Bevölkerung die Herausforderungen gemeistert haben und auch in dieser Situation Schutz und Aufnahme von Menschen in Not meistern werden. Wir begrüßen daher die heute von Landrat Köberle geäußerten Ankündigung als Landkreis sich aktiv an der Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten aus dem Flüchtlingslager Moria zu beteiligen“, so Eckert abschließend.

Einen weiteren Artikel zu dem Thema gibt es auf Mittelhessen


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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