Landtagsabgeordneter Hofmeister – Mikroplastikverbot darf nicht zur Sperrung von Kunstrasenplätzen führen

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Die EU möchte gegen Plastikmüll vorgehen, worunter auch Mikroplastik fällt. Neben Kosmetik- und Textilprodukten befinden sich Kunstrasenplätze auf Platz fünf der Freisetzung von Mikroplastik in die Umwelt, weshalb die EU diese jetzt verbieten möchte. 

Landtagsabgeordneter Andreas Hofmeister (CDU) ist jedoch der Meinung: „Mikroplastikverbot darf nicht zur Sperrung von Kunstrasenplätzen führen!“ Er möchte zusammen mit Vertretern auf Europa-Ebene eine Sperrung bestehender Kunstrasenplätze abwenden.

Mikroplastik in Kunstrasenplätzen

Auf Kunstrasenplätzen befindet sich Granulat, welches über die Schuhe und Kleidung der Sportler oder durch den Wind aus dem Kunstrasen gelöst und dadurch in die Umwelt gelangen kann. Daher würde dieses Granulat mit unter die EU-Richtlinie zur Vermeidung von Plastikmüll fallen. Diese sieht ein Verbot des Granulats ab 2022 auf Kunstrasenplätzen vor. Dies würde auch viele Vereine in der Region treffen, da doch in den letzten Jahren viel in Kunstrasenplätze investiert wurde.

„Was für den Umweltschutz eine nachvollziehbare Maßnahme sein mag, stellt für unsere Sport- und speziell Fußballvereine aber ein Riesenproblem dar,“ so der Landtagsabgeordnete Andreas Hofmeister nach entsprechenden Meldungen dazu. Viele Fußballvereine besitzen inzwischen einen Kunstrasenplatz oder nutzen diesen über ihre jeweilige Kommune. Die Plätze sind zwar pflegeleicht, strapazierfähig und ganzjährig bespielbar, werden aber mit Granulat aus Mikroplastik aufgefüllt. Ein Bestandsschutz oder Übergangsfristen sind von der EU bisher nicht vorgesehen.„Umweltschutz ist ohne Frage ein hohes Gut. Dass über die Zeit auch neue Erkenntnisse zu bisher völlig unstrittigen Maßnahmen in den Fokus rücken, darf etablierte gesellschaftliche Strukturen wie etwa unsere Sportvereine nicht gefährden,“ so Hofmeister weiter.

Thema im Hessischen Innen- und Sportausschuss

Bereits Mitte Juni wurde die Thematik im Innen- und Sportausschuss des Hessischen Landtags behandelt. Der Sportminister Peter Beuth teilte dort bereits mit, dass er sich an die Verantwortlichen der Europäischen Kommission gewandt und ausdrücklich auf die problematischen Folgen einer starren Regelung hingewiesen hat. Zugleich hat er sich im Namen der Hessischen Landesregierung für einen Bestandsschutz für die bestehenden 440 Kunstrasenplätze in Hessen und somit auch der entsprechenden Plätze im Landkreis Limburg-Weilburg, sowie Übergangsfristen, die praktikabel sind, ausgesprochen.

„Im Hessischen Landtag besteht Einigkeit, dass unsere Sportanlagen möglichst umweltfreundlich gebaut und betrieben werden. Was aber nicht passieren darf ist, dass im übernächsten Jahr hunderte von Kunstrasenplätzen in Hessen gesperrt werden. Eine Sanierung der Plätze ist so kurzfristig für die Vereine und die beteiligten Kommunen gar nicht zu bewältigen“, so der 38-jährige Landtagsabgeordnete aus Bad Camberg.

Suche nach geeigneten Übergangslösungen

Als sportpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion versichert Andreas Hofmeister, dass er das Thema eng begleiten und im Kontakt zu den Vertretern auf Europa-Ebene stehe, und dort um vernünftige und sachgerechte Lösungen werben werde. Mittlerweile sind von Seiten des neuen hessischen Europaabgeordneten Dr. Sven Simon (CDU) bereits fundierte Erläuterungen eingegangen, welche den ersten Sorgen einer kurzfristigen Sperrung klar entgegentreten. Allerdings muss man aus Sicht von Hofmeister weiter sehr aufmerksam sein, dass nicht durch kurzfristige und verfrühte Verordnungen von Seiten der Europäischen Kommission sowie damit verbundene Verpflichtungen auf nationaler Ebene plötzlich doch Herausforderungen für Vereine und Kommunen entstehen, welche von heute auf morgen schlicht und einfach nicht zu leisten sind.

„Ein Kunstrasenplatz liegt nach allen Erfahrungswerten und Garantien zwischen 15 und 20 Jahren. Der Auftrag des Kunststoffgranulats wurde bereits über die Jahre deutlich geringer und damit potenzielle Umweltbelastungen reduziert. Nun kann man ohne Aufgeregtheit und Zeitdruck gemeinsam mit den Herstellern, den Vereinen, den Verbänden sowie den Kommunen und Bundesländern überlegen, wie möglichst ohne finanzielle Mehrbelastungen und zeitlich sinnvollen Abläufen die bestehenden Kunstrasenplätze modernisiert oder erneuert werden können“, erläutert Andreas Hofmeister abschließend.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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