Lebenslust – Über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit

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Das Diakonisches Werk Limburg-Weilburg feiert am 26. September 30 Jahre Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle und Suchtberatung. Dies ist Anlass, um in der Limburger Stadthalle mit Dr. Manfred Lütz – Mediziner, Theologe und Kabarettist – einen lustvoll-satirischen Großangriff auf den weltweiten Gesundheits-, Fitness- und Schönheitskult zu starten.

Ein begleitender Genussmarkt im Foyer sorgt für die passende Einstimmung auf das Thema. Nachfolgend ein Interview mit Carsten Höhler und Uwe Schaar, die Leiter der beiden Bereiche des Diakonischen Werkes, welche gemeinsam auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurückschauen.

Die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle

Was steckt hinter der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle und der Sucht- und Glücksspielberatung?

Carsten Höhler: „Psychisch erkrankte oder von psychischer Krankheit bedrohte Menschen und ihre Angehörigen sowie Menschen in einer seelischen Krise finden bei uns einen Ansprechpartner. Die Mitarbeiter der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle sind da, hören zu und vermitteln gegebenenfalls unkompliziert weiterführende Hilfe.“

Welche Veränderungen in Ihrer Arbeit haben Sie in den vergangenen 30 Jahren wahrgenommen?

Uwe Schaar: „In unserer Arbeit hat sich viel verändert. Kamen bis vor einigen Jahren ausschließlich alkoholkranke oder medikamentenabhängige Menschen in unsere Beratung, so kommen heute Hilfesuchende mit einer Palette von persönlichen Problemen – meist sind diese verbunden mit einer psychischen Komponente und oder Arbeitslosigkeit. Viele dieser Menschen sind vom Alltag überfordert und sehen keine Perspektive. Dementsprechend haben wir unser Angebot weiterentwickelt.
Darüber hinaus hat die technische Entwicklung auch vor dem Thema Sucht nicht haltgemacht. Das Online-Glücksspiel nimmt immer mehr zu und das Gefährliche daran ist, dass das Umfeld lange nichts bemerkt und man es den Betroffenen nicht ansieht. Sie sitzen weder in der Spielothek noch an öffentlichen Plätzen.“

Carsten Höhler: „Auch wir nehmen wahr, dass Überlastung und Überforderung eine immer größere Rolle spielen. Es werden mehr Diagnosen gestellt und unsere Klienten sind deutlich jünger als noch vor 30 Jahren. Das liegt auch daran, dass im Gegensatz zum Thema Sucht psychische Erkrankungen in der letzten Zeit oft von den Medien aufgegriffen werden. Burn-Out und viele andere psychische Erkrankungen sind keine so großen Tabuthemen mehr wie noch vor einigen Jahren. Mit MiKids haben wir zudem ein Angebot für Kinder mit psychisch kranken Eltern geschaffen, welches vor noch nicht zu langer Zeit nicht vorstellbar gewesen wäre.“

Interessanteste Erfahrungen in 30 Jahren

Was sind die interessantesten Erfahrungen in dieser Zeit gewesen?

Uwe Schaar: „Neben unvorstellbaren Geschichten und Schicksalen von Menschen, die beispielsweise in kurzer Zeit eine riesige Geldsumme verspielen, bin ich immer berührt von den Erzählungen der Kinder, deren Eltern von Sucht betroffen sind. Sie tragen oft viel Verantwortung und übernehmen nicht selten die Rolle der Erwachsenen und tragen die Fürsorge für die Familie auf ihren Schultern. Das lässt mich auch nach vielen Jahre nicht los.“

Worauf freuen Sie sich besonders bei der Jubiläumsfeier am 26. September?

Uwe Schaar: „Ich finde es großartig und spannend, die ernsthaften Themen, die unsere tägliche Arbeit in der Beratungsstelle begleiten, nun von einer humorvollen und anderen Seite anzugehen. Obwohl, eigentlich ist sie gar nicht so weit von unserem Alltag entfernt – wir lachen oft, trotz aller Ernsthaftigkeit, mit unseren Klienten während der Beratungsarbeit und sehen das als absolut hilfreich an. Vergleichbares können die Zuschauer von Manfred Lütz Auftritt auch erwarten.“

Tickets für 10 Euro in der Ticketzentrale Limburg (Bahnhofsplatz 2), unter www.stadthalle-limburg.de oder an der Abendkasse (12 Euro).     

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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