Lesedom in Limburg – Stöbern.Lesen.Hören.Genießen

Vom 25. bis 27.Oktober ist es wieder soweit und in Limburg findet der Lesedom statt. Veranstaltungsort ist wie auch in den letzten Jahren die WERKStadt Lounge am Bahnhofsplatz. Norbert Blüm, Antje Herden, Jörg Hilbert oder Zoe Beck und Katja Bohnet werden aus ihren Büchern lesen. Alle Lesungen werden bei freiem Eintritt angeboten. Da den Veranstaltern die Sicherheit der Gäste wichtig ist, ist die Besucherzahl auf 200 Personen pro Lesung begrenzt.

Bereits zum 16. Mal laden der Magistrat der Stadt Limburg sowie die Dombibliothel zum „Limburger Lesedom“ ein. Das Lesefest in Limburg ist Bestandteil des landesweiten Literaturfestivals „Leseland Hessen“ – initiiert und gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Ziel des Festivals ist es, die aktuelle Welt der Bücher durch lokale Veranstaltungen mit bekannten Autorinnen und Autoren ins hessische Land zu tragen.

Auftakt mit Norbert Blüm

Den Auftakt des dreitägigen Lesefestes macht Dr. phil. Norbert Blüm am Donnerstag, 25.Oktober um 19 Uhr. Er liest aus seinem Buch “Verändert die Welt, aber zerstört sie nicht“. Dr. phil. Norbert Blüm zu seinem Buch: »Krieg, Folter, Ausbeutung, Ungerechtigkeit sind keine Wetterereignisse wie Tsunami oder Blitz. Sie sind auch nicht gottgegeben, sondern von Menschen geschaffen. Also können sie auch von Menschen abgeschafft werden. Darum geht es in diesem Buch.«

Verändert die Welt, aber zerstört sie nicht

Norbert Blüm geht auch dorthin, wo es unangenehm wird: Er widerstand dem Diktator Pinochet und holte Folteropfer aus chilenischen Gefängnissen. Er räsonierte nicht aus der Distanz über Flüchtlinge, sondern war in Idomeni vor Ort. In der Gewerkschaft war der ehemalige Opelianer länger als in der CDU. Die Vergötzung des Geldes ist ihm ein Gräuel. Er stellt sich und kämpft für das Gute. Schon immer – und auch heute. Gelernt hat er von vielen: von seinem Lehrer Joseph Ratzinger ebenso wie von seinem kommunistischen Onkel. Als Kind erlebte er noch den Schrecken des Krieges am eigenen Leib. Und gerade weil er das nie vergaß, weil er weiß, was Hass, Gewalt und Terror anrichten können, streitet er in seinem neuen Buch für zentrale Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität und für Respekt vor der Würde des Einzelnen. Frieden im Kleinen und Großen ist für ihn Voraussetzung dafür. Deswegen kämpft er für ein Europa, das mehr ist als eine egoistische Wirtschaftsgemeinschaft und für Werte, die das Zusammenleben stärken. Seine Botschaft lautet: Wir müssen unseren Enkeln eine menschliche Zukunft sichern. Eine bessere Welt ist möglich. Es liegt an uns allen, sie zu verwirklichen.

Weiteres Programm

Am Freitag, 26. Oktober geht es um 19 Uhr mit Annette Schiedeck & Jens-Uwe Krause weiter. Sie lesen aus Roger Willemsens: „Habe Häuschen. Da würden wir leben.“ Die wunderbare Welt der Kontaktanzeigen.

Am Samstag, 27. Oktober liest Barbara Kunrath um 11 Uhr aus ihrem Roman „Töchter wie wir“. Um 17.30 Uhr stellt Jan Böttcher seinen Roman „Das Kaff“ in seiner Lesung vor. Das dreitägige Lesefest endet mit der Lesung „Mord(s)weiber“. Ab 19.30 Uhr dürfen sich die Zuhörer auf einen Krimiabend mit Zoe Beck (Die Lieferantin), Katja Bohnet (Kerkerkind) und Monika Geier („Alles so hell da vorn) freuen.
Für die jungen Leserinnen und Leser hat der „Limburger Lesedom“ gleich fünf Lesungen im Gepäck. Los geht es am Donnerstag, 25. Oktober. Um 10 Uhr liest Antje Herden aus der Serie „Die Buddenbergs“ (ab 8 Jahre) und um 11.30 Uhr aus der Serie „Anton und Marlene“ (ab 10 Jahre). Um 14.30 Uhr liest Jörg Hilbert aus seiner beliebten Serie Ritter Rost „Ritter Rost auf Schatzsuche“ (ab 3 Jahre).
Mit Stefan Gemmel und seinem Helden Alex steht am Freitag, 26. Oktober ab 9.30 Uhr alles „Im Zeichen der Zauberkugel“ (ab 8-11 Jahre).

Für Schulen und Gruppen ist eine Anmeldung erforderlich. Anfragen bis Mittwoch, 17. Oktober 2018, an: silviakremer@dombibliothek.de. Interessierte Zuhörer sind auch herzlich Willkommen.

„Hans-im-Glück-Preis für Jugendliteratur“

Der „Hans-im-Glück Preis für Jugendliteratur“ der Kreisstadt Limburg wird an Christina Erbertz für ihr Buch „Drei (fast) perfekte Wochen“ verliehen. Die Preisverleihung findet am Freitag, 26. Oktober 2018 um 11.30 Uhr statt. Den Preis verleiht Bürgermeister Dr. Marius Hahn und im Anschluss findet eine Lesung aus dem Buch statt.

Zum Inhalt: Drei Wochen Laufcamp! Darauf hat sich Nele schon lange gefreut. Alles scheint perfekt, bis es zu einem Zwischenfall im Wald kommt, der keinen kalt lässt … Nele findet im Laufcamp nicht nur eine neue Freundin, Rita, sondern auch ihre erste große Liebe. Während sie und Nico noch ausprobieren, wie weit sie gehen wollen, haben die anderen Jugendlichen der Gruppe eigene Pläne. Marlon spielt den großen Aufreißer und Rita versucht, Nico zu erobern. Das Spiel wird ernst als Rita im Wald von einem Unbekannten zu Boden geworfen und bedrängt wird. Wer war der Angreifer? Rita schweigt, während Nele und Nico versuchen, Klarheit in die Geschichte zu bringen.

Eine runde Geschichte über Eigen- und Fremdwahrnehmung, die als würdiger Preisträger durchs Ziel läuft.“, so die Jury zum Buch. „Neben einer Kugel mit 24-karätiger Blattvergoldung erhält die Preisträgerin ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro“, so die Leiterin des Kulturamtes Irene Rörig.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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