Leuchtturmprojekte für die Region

Seit 2014 befindet sich die Region Limburg-Weilburg im europäischen Förderprogramm Leader. Nun möchte sich die Region für die neue Förderperiode 2023 bis 2027 bewerben. Dafür erarbeitete das Unternehmen 360Smart in den letzten Monaten zusammen mit Bürgern, Institutionen und Organisationen eine lokale Entwicklungsstrategie. In der Abschlussveranstaltung am Montag stellten sie die Ergebnisse vor.

Bevor es in die Vorstellung der lokalen Entwicklungsstrategie ging, hatte der Verein Regionalentwicklung Limburg-Weilburg e.V. einen neuen Vorsitzenden gewählt. Als Nachfolger von Helmut Jung, der den Vorsitz sechs Jahre innehatte, wählte die Versammlung den Ersten Kreisbeigeordneten Jörg Sauer. Helmut Jung bleibt weiterhin im Entscheidungsgremium. Bei diesem Projekt gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Verein und dem Landkreis, war bisher im Dezernat des Ersten Kreisbeigeordneten angesiedelt. Jörg Sauer ermunterte die Anwesenden für die neue Förderperiode: “Seid kreativ”.

Bevor es in die Vorstellung der möglichen Leuchtturmprojekte ging, warf Lars Wittmaack, LEADER-Regionalmanager in Limburg-Weilburg, einen Blick auf die vergangene Förderperiode. Sehr vielfältige Projekte wurden realisiert wie die Kurparkbrücke in Bad Camberg, die Übernachtungsfässer auf dem Campingplatz Odersbach oder die Revitalisierung des Brunnenplatzes in Merenberg. Einige Projekte wurden in Löhnberg realisiert, welche Bürgermeister Dr. Frank Schmidt präsentierte. Er warb dafür, diese Fördermöglichkeiten zu nutzen, um Besonderheiten in einer Kommune hervorzuheben.

Von der Beteiligung zum LES

In die Lokale Entwicklungsstrategien sind ganz viele Ideen reingeflossen. Dafür fanden im Vorfeld eine Umfrage unter den Bürgern des Landkreises statt sowie Workshops zu verschiedenen Themen, in denen alle Ideen geäußert werden durften. An der Umfrage nahmen insgesamt 549 Personen teil. Diese habe eine Wegrichtung vorgegeben, wohin der Landkreis möchte. Wichtig für die Menschen sind nachfolgende Themen:

Gleichwertige Lebensverhältnisse

  • medizinische und pflegerische Versorgung (33 Prozent)
  • Mobilität (30 Prozent)
  • Wohnen im ländlichen Raum und angepasste Wohnkonzepte (25 Prozent)

Wirtschaftliche Entwicklung

  • moderne Arbeitsformen wie Co-Working-Spaces, digitales Arbeiten (38 Prozent)
  • Unterstützung von Unternehmen bei Gründung und Erweiterung (34 Prozent)
  • Gewinnung von Fachkräften (23 Prozent)

Naherholung im ländlichen Raum

  • Nachhaltigkeit touristischer Angebote (23 Prozent)
  • Flächendeckende Entwicklung touristischer Infrastruktur (22 Prozent)
  • Qualitätssteigerung (20 Prozent)
  • Bekanntheitssteigerung für Angebote der Region (20 Prozent)

Bioökonomie

  • Vermarktung regionaler Produkte (57 Prozent)
  • Maßnahmen für ökologische Land- und Forstwirtschaft 31 Prozent)

Leuchtturmprojekte für die Region

Mit Blick auf diese Ergebnisse wurden einige Leuchtturmprojekte entwickelt, die bei einer Aufnahme in die nächste Förderperiode recht zeitnah umgesetzt werden sollen.

Eines dieser Leuchtturmprojekte ist eine Markthalle für regionale Produkte an der B49. Wenn die Zusage für die neue Förderperiode kommt, würde für dieses Projekt direkt eine Machbarkeitsstudie angestoßen werden.
Ein weiteres Projekt ist eine Brücke über die Lahn zwischen Villmar und Arfurt, um hier einen Lückenschluss zu erreichen. Ein größeres Projekt wäre auch die Entwicklung des Steinbruchs in Dorndorf zu einem Naherholungsgebiet mit Freizeitwert. Mit Halt für Wohnmobile und E-Bike-Ladestation, einem Mountainbike-Parcour sowie einem Rundwanderweg wäre dies ein Projekt mit hohem Freizeitwert. Neben baulichen Projekten fällt unter dem Bereich Bioökonomie auch die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung für die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit. In diesem Bereich fallen unter anderem Hochbeete in Mengerskirchen, deren Bürger die Pflege übernehmen sollen.

Ende Mai soll das LES abgegeben werden und bis 31. August können noch Änderungen daran vorgenommen werden. Am 1. November kommt dann gewünscht die Anerkennung als Förderregion und Mitte Dezember wird diese dann übergeben. Ab dem 1. Januar 2023 kann es an die Umsetzung von Projekten gehen.

Mittelhessen berichtet ebenfalls über die anstehende neue Förderperiode im Leader-Programm und berichtet über bisher 3,6 Millionen Euro Förderung.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.