Lichterkette als Zeichen gegen Gewalt an Frauen

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Am heutigen 25. November wird zum 19. Mal im Landkreis Limburg-Weilburg der internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ organisiert. In diesem Jahr soll mit einer Lichterkette ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen gesetzt werden.

Der diesjährige Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“ möchte ein Zeichen setzen. Ab 18.30 Uhr gibt es eine schweigende Lichterkette vom Kino zur Pusteblume, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen und der ermordeten Sana zu gedenken. Zudem dient der Tag dazu, Informationen zu geben, welche Hilfe Frauen im Landkreis erhalten.

Zeichen setzen

Jede siebte Frau wurde schonmal Opfer von Gewalt. Auf einen bekannten Fall gibt es 20 unbekannte Fälle. Gewalt gegen Frauen ist ein Problem, welches sich durch alle Bevölkerungsschichten, alle sozialen Schichten und alle Nationalitäten zieht. Aus diesem Grund möchte die Frauenbeauftragte des Landkreises Limburg-Weilburg zusammen mit pro familia und der Beratungsstelle „Gegen unseren Willen“ am Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ kleine Blitzlichter an Informationen setzen, um Aufklärungsarbeit zu leisten. An dem Tag selbst werden im Landkreis an verschiedenen Gebäuden Fahnen gehisst, die aufmerksam machen. Die Hauptveranstaltung findet im Kino statt, wo über verschiedene Themen informiert wird. Zudem werden die Glasvitrinen passend zum Thema neugestaltet und Aufkleber auf den Toiletten angebracht. Danach soll zum Gedenken an die ermordete Sana ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen mit einem Lichtermarsch vom Kino zur Pusteblume gesetzt werden.

Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung

Ein Thema, welches allen Beteiligten wichtig ist, ist die Aufklärung zum Projekt „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“. Dieses Projekt läuft seit Anfang des Jahres im Landkreis, erklärt Antje Brück von der Beratungsstelle „Gegen unseren Willen“. Nach einer Vergewaltigung können Betroffene ins St. Vincenz Krankenhaus gehen und sich untersuchen lassen sowie Beweismittel aufnehmen. Diese werden bis zu einem Jahr im Krankenhaus gelagert. „Bei den Betroffenen wird der Druck rausgenommen, sofort eine Anzeige zu stellen“, erläutert Brück, „sie haben ein Jahr Zeit, um Anzeige zu stellen.“ Dies ist ein wichtiger Schritt.

Vor diesem Projekt gab es nur eine medizinische Untersuchung und Beweismittelsicherung, wenn eine Anzeige bei der Polizei gemacht wurde. Aus Scham und aufgrund eines solchen belastenden Vorfalls gab es eine sehr hohe Dunkelziffer, weil sich viele nicht direkt trauten, diesen Weg zu gehen. Vom Krankenhaus werden die Betroffenen an Beratungsstellen weiter verwiesen. Mit denen gemeinsam können die Betroffenen Fragen für sich klären wie nach dem Ablauf oder den Kosten eines solchen Schrittes. „Zudem haben sie Zeit, sich zu stabilisieren nach diesem Übergriff“, so Brück weiter. Die Kosten für die Untersuchung im Krankenhaus sowie die gerichtsmedizinische Auswertung werden vom Landkreis getragen. In diesem Jahr hätten bereits zwei Betroffene dieses Angebot genutzt.

Informieren und Aufklären

Ute Jungmann-Hauff ist es wichtig, auf dieses Projekt aufmerksam zu machen. Mit Informationsmaterial in den Schulen, bei Veranstaltungen sowie Flyern machen sie auf dieses Projekt aufmerksam. „An den Schulen sind Lehrkräfte zum Thema Gewalt geschult worden, wo wir dieses Projekt mit vorgestellt haben“, so Jungmann-Hauff. Auch die Rettungskräfte im Landkreis sind darüber informiert. Zudem gibt es ein enges Netzwerk im Landkreis aus Frauenärzten, Beratungsstellen, Lebenshilfe, Polizei und Staatsanwaltschaft, welche das Projekt begleiten. Zweimal im Jahr findet ein Jour Fix statt, bei dem das Projekt ausgewertet und Verbesserungen diskutiert werden. „Wir haben das Projekt weit verbreitet“, so Jessica Müller von der Beratungsstelle Gegen unseren Willen, „nun muss es sich in die Köpfe setzen.“

Veranstaltungen rund um den Aktionstag

Montag, 25. November bis Freitag, 29. November Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ an Gebäuden im Landkreis Limburg-Weilburg

Montag, 25. November 18 Uhr Gedenktag im Kino „Cineplex“ mit verschiedenen kurzen Vorträgen

#sexistunbezahlbar, für eine Welt ohne Prostitution von Carmen von Fischke, Frauenbeauftragte Limburg
Weibliche Genitalverstümmelung, pro familia
Häusliche Gewalt
Projektvorstellung „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“

18.30 Uhr Lichtermarsch vom Kino zur Pusteblume, bitte eigene Kerzen mitbringen

Freitag, 29. November, 18 Uhr Ökumenischer Wortgottesdienst „Die große Liebe Falle“, evangelische Kirche am Bahnhof

Zum Internationalen Tag „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ ruft die Frauenorganisation Terre des Femmes auf. Seit 1999 ist der 25. November Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt. 2001 initiierte Terre des Femmes unter dem Motto „Frei leben – ohne Gewalt“ die Fahnenaktion, um ein einheitliches Symbol zu schaffen. Jedes Jahr werden es mehr Fahnen, die an öffentlichen und privaten Gebäuden wehen, auch im Landkreis Limburg-Weilburg.

Zu dem Thema zum Weiterlesen eine Pressemitteilung von profamilia Pressemitteilung zum Intern. Tag gegen gewalt gegen Frauen


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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