Limburg braucht dringend Kita-Plätze

Im Ausschuss für Familie, Jugend, Integration und Kultur stellte die Stadtverwaltung die Entwicklung der Kindergärten in Limburg vor. Auch wenn neue Plätze durch Erweiterungen und Neubau geschaffen werden, reichen diese für die nächsten Jahre nicht aus. Die Kommunalpolitiker sind gefragt bei der weiteren Entwicklung.

Auch wenn die Wartelisten lang sind und Kitaplätze benötigt werden, möchte Christian Spiegelberg, Amtsleiter Amt für soziale Betreuung, dennoch auch hervorheben, was die Stadt Limburg bereits im Rahmen der Kinderbetreuung leistet. 1.500 Kinder befinden sich in den Einrichtungen in Betreuung. Dies bedeutet, dass 91 Prozent der Limburger Kinder betreut werden. Zwar schafft die Stadt bis nächstes Jahr 70 neue Plätze. Dennoch prognostiziert die Stadt ein Defizit von 130 Plätzen bis zum Jahr 2031. Und damit liegt der Ball bei den politischen Gremien, welche über Bautätigkeiten und die Ausgabe finanzieller Mittel entscheiden müssen. Sie müssen entscheiden, wie es ab 2024/25 weitergeht. Wobei der erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) hervorhob, dass das aktuelle Problem nicht beim Geld liegt. Vielmehr fehle derzeit die Manpower in den Ämtern, um allen Anforderungen der Bautätigkeiten in der Stadt nachzukommen.

Neue Plätze durch Bautätigkeiten

In den prognostizierten Zahlen sind die ukrainischen Flüchtlingen noch nicht  mit eingerechnet, so Spiegelberg bei der Vorstellung der Zahlen. Auch danach fragten die Ausschussmitglieder. Aussagen dazu seien jedoch mehr als spekulativ, so Bürgermeister Marius Hahn (SPD). Aktuelle Bautätigkeiten betreffen die Kitas in Linter (St. Theresa) und Staffel (Arche Noah), wo jeweils zusätzlich 25 weitere Plätze entstehen. In 2023 sollen im Waldkindergarten zehn weitere Plätze entstehen. 20 Plätze entstehen in der Einrichtung St. Nikolaus am Huttig durch den Umbau eines Hort-Raumes in einen Gruppenraum.

Ute Jungmann-Hauff fragte nach, ob beim Neubau der Kita in Dietkirchen mehr Plätze geplant seien. Stanke teilte mit, dass dieser 1:1 neugebaut wird mit gleicher Anzahl an Kitaplätzen. Dies sei zum einen der Beschluss der Stadtverordneten gewesen und zum anderen gebe es in Dietkirchen keinen weiteren Bedarf an Kitaplätzen. Die Familien fragen zuerst nach dem Standort einer Einrichtung, bevor sie nach dem Konzept fragen. Sie möchten ihre Kinder nicht durch die Halbe Stadt in die Kita fahren. Der Ausschussvorsitzende Andreas Pötz (Grüne) wollte zudem wissen, wann es in Dietkirchen losgehe. Darauf konnte Stanke keine Antwort geben. Die Ausführungsplanung sei fertig. Die Planung der Container als Übergangslösung sei fertig und es muss nur noch der Bauantrag gestellt werden. „Wenn die Container stehen, kann es losgehen“, so Stanke. Aber da auch für die Flüchtlinge derzeit Container gesucht werden, ist dies nicht so einfach. Und jeder Tag, der verstreicht, lässt die Kosten ansteigen. Ursprünglich habe die Stadt mit 2,2 Millionen Euro geplant und inzwischen liege man bei fünf Millionen Euro.

Frank F. König (FDP) wollte wissen, wie die Stadt die Prognosen erstellt. Eine Gruppengröße werde mit 25 Kindern angegeben. Kommen jedoch Integrationskinder in die Gruppe verringert sich die Gruppengröße. Dies habe erhebliche Auswirkungen und ob dies berücksichtigt sei bei den Prognosen.  Spiegelberg antworte darauf, dass sie versucht haben, diesen Fakt statistisch mit abzubilden. Aktuell gebe es so auch einen Aufnahmestopp für auswärtige Kinder. Aber dennoch muss jedem bewusst sein, dass sie was tun müssen. „Wir müssen bauen“, so Spiegelberg, „aber da sind die Stadtverordneten gefragt.“

Unsichere Prognose zu den Flüchtlingen

Es kam mehrmals die Frage auf, wie es mit den Flüchtlingen aussieht, denn deren Kinder müssten auch in die Kita. Wie es da aussieht, könne derzeit niemand sagen, so Spiegelberg. Wichtig sei es erstmal, dass sie hier ankommen. Dann braucht es Begegnungsräume. Zudem plane die Landesregierung, Gelder und Ressourcen freizugeben. Aber es sei noch  nicht bekannt, wie dies abläuft. Zuerst mal müssten das Problem mit dem Wohnsitz geklärt werden. Auch Hahn riet davon ab, das Thema in die Prognosen einzuarbeiten, weil es einfach zu spekulativ sei. Es sei ja auch nicht klar, wie lange die Situation andauere. Die Menschen kommen ja nicht zum Arbeiten her, sondern fliehen vor einem Krieg. Die psychosoziale Betreuung sieht er als viel größeres Thema.

Auf Nachfrage, wie es aussieht bei dem Thema, antwortete Stanke, dass das Thema Flüchtlinge nicht erst mit dem Krieg in der Ukraine aufkam, sondern schon Monate vorher Thema war und sich jetzt nochmal verschärft. „Viele Mechanismen, welche jetzt greifen, sind schon lange in Planung“, so Stanke. Nur habe das Tempo sich verdrei-, wenn nicht sogar vervierfacht. Wobei er darauf verwies, dass er keine Unterscheidung zwischen den Flüchtlingen machen möchte.

Nächste Woche rechnet die Stadt Limburg mit einer Zuweisung von 57 Flüchtlingen, welche sie unterbringen müssen. In der Diezer Straße gebe es ein leerstehendes Haus, indem 32 Menschen untergebracht werden. Für die anderen 25 Menschen suchen sie noch nach einer Lösung. Sie würden gerne Container aufstellen, doch da besteht auf dem Markt derzeit ein Engpass. Der Landkreis betreibe drei Gemeinschaftsunterkünfte beim Bürgerhaus Staffel, im Großen Rohr sowie auf einem Privatgelände.

Stanke und Hahn lobten das Engagement, welches bereits jetzt besteht. Bereits über 100 Personen sind in privaten Wohnungen untergekommen. Sie prüfen jeden Wohnraum, der der Stadt angeboten wird. Die Stadt arbeitet mit Hochdruck dran. Sie möchten auch ungern Bürgerhäuser und Sporthallen belegen, aber „wenn es so weiter geht, wird dies Thema werden“, so Hahn. Ziel ist es bei allem, die Menschen würdig unterzubringen. „Wir fahren bei allem auf Sicht“, so Han abschließend.

 

 

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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