Limburger Feuerwehr Geselle des Frohsinns

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Seit seiner Gründung im Januar 1884 lebt der Rauchclub Limburg nicht nur den Frohsinn. Seit 1984 zeichnet er auch Menschen und Institutionen aus, welche den Brauchtum pflegen und sich besonders auszeichnen. Zum Ende der Kampagne 2019/20 kürten sie am gestrigen Abend zwei Gesellen des Frohsinns sowie eine Meisterin des Frohsinns.

Neben zwei altgedienten Hasen aus dem Rauchclub war die Auszeichnung für die Freiwillige Feuerwehr Limburg zum Gesellen des Frohsinn eine besondere Auszeichnung. „Oft geht es um Leben und Tod“, so Thomas Adamzent in seiner Laudation, “ sie sind immer da, wenn man die 112 wählt.“ Da war schon jedem im Saal bewusst, um wen es geht. Die Einsatzkräfte sichern nicht nur die Umzüge ab. Insgesamt fahren sie über 360 Einsätze im Jahr, weshalb das Kuratorium beschloss, auf diesem Weg Danke zu sagen, denn die freiwilligen Einsatzkräfte „sind das wertvollste Kapital im Haushalt der Menschheit.“ Neben dem Danke sagen wollen sie mit dieser Auszeichnung auf die Arbeit aufmerksam machen. Eventuell motiviert dies den einen oder anderen auch, sich dort zu engagieren. Und wer sich nicht in den Einsatz wagt, kann als passives Mitglied die Feuerwehr unterstützen. Die Auszeichnung nahm stellvertretend Bürgermeister Dr. Marius Hahn entgegen, der versicherte: „Ich bin stolz auf die Feuerwehr.“

Auszeichnung für Verdienste in der Fastnacht

Die Verleihung „Geselle des Frohsinn“ und „Meister des Frohsinn“ hat seine Ursprünge in der Geschichte. 1884 wurde der Rauchclub als Abteilung des katholische Gesellenverein im Kolpinghaus gegründet. Es war eine gemütliche Vereinigung der Tabakfreunde, welche die Geselligkeit und den Frohsinn pflegen wollten. Zum 100-jährigen Bestehen 1984 beschloss der damalige Vorstand, diejenigen zu würdigen, die sich besonders um die Fastnacht verdient machen. Diese Auszeichnung findet in unregelmäßigen Abständen statt und ein Kuratorium bestimmt, wer die Auszeichnung erhält. Im diesjährigen Kuratorium saßen Alexandra Sommerfeld, die Ehrenpräsidentin Brigitte Eymann und Thomas Adamzent. Locker führte Peter Meurer durch die Veranstaltung. Die Auszeichnung sei dem Oskar vergleichbar, denn keiner wüsste, was auf ihn zukomme. Und er war sich sicher: „Beim Sichtungsprozess ist mehr raus gekommen als beim Namensfindungsprozess für das ehemalige Mundipharmagebäude.“

Verdiente Fastnachter

Alexandra Sommerfeld hielt die Laudation auf den zweiten „Gesellen des Frohsinns“. Seit 1986 bereits im Verein war der erste Auftritt bereits zu Beginn der 80er Jahre als stumme Kuh. Von 1982 bis in die 90er Jahre tanzte er bei den Musketieren mit und später auch nochmal bei einem Revival-Tanz der Musketiere. Mit den Jugendlichen habe er zusammen die Garderobe gemacht und ein Gefühl von Gemeinschaft vermittelt. Und seit 15 Jahren ist er der Herr über das Bühnenzimmer und vermittelt Ruhe vor den Auftritten. Daher wurde Andreas Nebgen als „Geselle des Frohsinn“ ausgezeichnet.

Auf der Rauchclub-Bühne gab sie dieses Jahr ihren Abschied bekannt. „Geselle des Frohsinns“ war sie bereits seit 1987. Nun wurde Hannelore Reusch als „Meisterin des Frohsinns“ ausgezeichnet, für ihr jahrzehntelanges Wirken für die Fastnacht. „Zuverlässigkeit, Pflicht und Verantwortungsbewusstsein zeichnen sie aus“, so Brigitte Eymann in ihrer Laudatio, „du hast Dir den Meisterbrief redlich verdient.“ Beide, Nebgen und Reusch, waren sprachlos über ihre Auszeichnung.

„Stift des Frohsinns“

Ein karnevalistisches Rahmenprogramm durfte natürlich nicht fehlen. Sonst nur von den Rauchclub Minis her bekannt, durfte Max Menneckemeyer das erste Mal in die Bütt und legte eine super Premiere dar. Neben Meister und Geselle sollte der Azubi nicht vergessen werden, denn „es geht den Bach runter, wo der Nachwuchs fehlt.“ Daher forderte er einen Orden für den Stift, um die Vergreisung des Rauchclubs zu unterbinden. Der Nachwuchs hat einen Orden verdient, denn es sind gerade die Kleinen, die zu Beginn die Stimmung heben. Prinz Frank I. nahm dies direkt als Aufforderung, seinen Prinzenorden an den wortbegabten Redner zu überreichen.

Jürgen Fritsche, als Chroniker aus den Sitzungen bekannt, gab einen humoristischen Einblick in sein Tagebuch wie er vor vier Jahren zum Rauchclub stieß. Es sei gar nicht so einfach gewesen, Politik in 20 Minuten zusammen zu führen und seine Konfrontation mit dem Programmkommitee verleitete ihn zu der Frage, ob „Fastnacht eventuell ein Ausbildungsberuf“ sei. Auch ein wenig verwirrt wegen der ganzen Gepflogenheiten stellte er recht schnell fest, „man lernt nette Menschen kennen, lacht miteinander, erlebt Gemeinschaft.“ Und noch etwas erfuhr er, als er nach einem Einsatz auf einer anderen Bühne zurück in den Rauchclub kam: „Es fühlt sich wie heimkommen an“. Und damit fasste er wunderbar zusammen, was den Rauchclub ausmacht, was sich auch wieder am gestrigen Abend zeigte.

Die Tanzparade aus vier Gardetänzerinnen unterhielt mit ihrem Tanz und Mike Lukas vom Staffeler Carnevalsclub nahm als Friedrich Schiller die Anwesenden auf eine Erkundung der deutschen Sprache mit. Zum 117mal sang Prinz Frank I. sein Prinzenlied und ausgelassen ließen die Narren die letzten Stunden der närrischen Saison ausklingen.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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