„Lockerungen waren jetzt gut“

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Politiker werden durch die Corona-Krise in ihrer Arbeit beeinflusst. Hinzu kommt, dass sie Entscheidungen treffen müssen, um mit der Krise umzugehen. Dazu zählen nicht nur die Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sondern auch die Verabschiedung von finanziellen Maßnahmen, um die Unternehmen und Bürger in dieser Situation zu unterstützen.

Klaus-Peter Willsch (CDU), MdB, stellte sich vergangenen Samstag im Livestream von Diamond Media Events Veranstaltungstechnik den Fragen der Zuschauer und gab einen Einblick auf die Auswirkungen auch für seine Arbeit.

Zeit der Normalisierung

„Es ist wichtig, wieder in eine Zeit der Normalisierung reinzukommen“, so Willsch. Ihm ist bewusst, dass dies nur mit Vorsicht geht, aber man könne ein Land nicht dauerhaft lahmlegen. Er ist auch froh, über die Lockerungen und gibt zu, dass er mit zu den Politikern gehört, welche auf Lockerungen gedrückt haben. „Die Gesundheit steht bei allen Entscheidungen oben drüber“, so Willsch weiter. Und wenn die Infektionszahlen wieder hochgehen, dann muss in einzelnen Bereichen gezielt gegengesteuert werden. Ob alle Entscheidungen richtig waren, muss hinterher betrachtet werden, doch er ist der Meinung, dass im Großen und Ganzen alles gut gelungen sei. Er gab auch zu, dass er zu Beginn die Gefahr des Virus nicht gesehen habe und eher an eine Grippe dachte. „Wir mussten aber lernen, dass es ein gefährlicher Infekt ist, bei dem Vorsicht angezeigt ist.“ Der schrittweise Weg der Einschränkung wie jetzt auch der Lockerung ist der richtige Weg in seinen Augen.
Der Politiker machte Werbung für die App, mit der Kontakte nachvollzogen werden können. In Südostasien wurde gut damit gearbeitet. Doch leider gebe es in Deutschland zu große Datenschutzvorbehalte, so dass es schwer wird, diese App einzuführen.

Fehlende menschliche Begegnungen

Natürlich hat die Pandemie auch Einfluss auf seine politische Arbeit. Viele Termine fanden als Videokonferenzen im Homeoffice statt. Auch bei der politischen Arbeit findet eine schrittweise Öffnung statt und die einzelnen Gremien nehmen langsam wieder die Präsenzarbeit auf. Da kaum noch Flüge gingen, reiste er mit dem Zug und nahm während der Zugfahrt auch mal an Fraktionssitzungen teil. „Ich habe die Reisezeit optimal genutzt“, so Willsch. Diese Art des Arbeitens möchte er nicht mitnehmen in die Zeit nach Corona, auch wenn sie in der jetzigen Zeit gerade mal sehr tauglich war. Aber er könnte sich vorstellen, dass manche Zusammenkünfte zukünftig per Videokonferenz stattfinden und nicht mehr alle persönlich zusammenkommen müssen. „Hybridlösungen werden zukünftig kommen“, So Willsch. Doch er gibt auch zu, dass ihm, der er ein geselliger Mensch ist, das Miteinander fehlt. „Ich bin gerne unter Leuten“, so Willsch, „wenn die Veranstaltungen wegfallen, dann geht auch sehr viel an menschlicher Begegnung verloren.“
Eine weitere Chance in dem Ganzen sieht er darin, dass manche Verfahren vereinfacht wurden und dadurch schneller umgesetzt wurden. Dies würde er gerne nach der Krise beibehalten.
Am Ende wirkt er etwas nachdenklich: Die Rechnung der Krisen werden die nachkommenden Generationen bezahlen müssen.“

Auch am Samstag, 16. Mai gibt es wieder einen Talk von Diamond Media Event Veranstaltungstechnik. Diesmal zu Gast, FDS-Schulleiter Stefan Laux sowie Matthias Schmidt, Vorsitzender Gemeindevertretung Elz. Hier geht es zum Talk.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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