Lokalschau mit einigen bedrohten Hühnerrassen

Immer am ersten Adventswochenende findet in Oberweyer die Lokalschau des Geflügelzuchtvereins statt, so auch letztes Wochenende. Die Schau ist durch zwei Dinge geprägt. Zum einen gibt es in Oberweyer immer viele große Hühnerrassen zu sehen und zudem werden einige bedrohte Arten ausgestellt.

Heute war der Artikel zur Lokalschau in der NNP. Das schönste Tier der Schau hatte die elfjährige Katharina Schäfer. Zuerst muss ich mich entschuldigen. Ich weiß nicht, wie der Fehler passierte, aber aus Katharina Schäfer wurde bei mir Katharina Sommer (bereits in meinen Aufzeichnungen). Dies tut mir sehr leid. Eine engagierte junge Dame, die sich bereits in vielfältiger Art um die Hühner mit kümmert.

Grußworte der Ehrengäste

Schirmherr Joachim Veyhelmann (CDU), MdL, bedankte sich bei den Züchtern für das Engagement. „Bei euren Jugendlichen braucht ihr euch keine Gedanken um die Zukunft zu machen“, so Veyhelmann. Auch Landrat Manfred Michel bedankte sich bei den Anwesenden. Ohne die Züchter gebe es heute viele Rassen gar nicht mehr. Er schaue auch nicht pessimistisch in die Zukunft, denn es halten sich wieder mehr und mehr Menschen Hühner, weil sie wissen wollen, wo ihre Eier und ihr Fleisch herkommen. Und die Kleintierzucht überhaupt sei ein Aushängeschild für den Landkreis. Auch Bürgermeister Michael Ruoff lobte die Züchter, besonders für ihr Durchhaltevermögen. Er habe auch sehr lange Hühner gehalten und wie oft sei der Marder oder Fuchs im Stall gewesen oder die Tiere krank. „Und dann bleibt ihr dabei und macht dennoch weiter“, so Ruoff, „diese Werte wie Durchhaltevermögen, Treue und Pflichtbewusstsein sind wichtig in der heutigen Gesellschaft.“ Und der Vorsitzende vom Kreisverband der Geflügelzüchter, Klaus Klebach, unterstrich das besondere der Oberweyerer Lokalschau. In Oberweyer haben sich die großen Hühnerrassen etabliert und es trägt zu Recht den Namen „Dorf der Hühner.“

Bedrohte Hühnerrassen

Unten den ausgestellten 202 Tieren waren auch Tiere von vier bedrohten Rassen dabei. Dies waren die Ostfriesischen Möwen, die Vorwerk Hühner, die Mechelner und die Lachshühner.

Bei den Ostfriesischen Möwen handelt es sich um ein altes Landhuhn, welches vor allem in Ost- und Westfriesland gehalten wurden. Von den Tieren gibt es deutschlandweit keine 1000 Stück. Der Vorsitzende Matthias Beul züchtet diese Rasse. Er hat zwei Zuchtstämme, welche er auch getrennt hält, damit es zu keiner Vermischung der Gene kommt. Weiterhin findet für den Erhalt der Rasse auch ein Austausch im Zuchtring statt. Sie sind in der Kategorie II der Roten Liste und demnach im Bestand gefährdet.

Das Vorwerk Huhn ist ein Zweinutzungshuhn. Es wird gehalten für Eier und für das Fleisch. Sie werden seit 1900 gezüchtet. Auch wenn der Bestand an die 4000 Tiere aufweist, befinden sie sich unter Beobachtung.

Die Mechelner Hühner sind Fleischhühner. Sie zählen zu der Rasse, welche für Selbstversorger gut geeignet sind. In der Roten Liste wird es in der Kategorie I geführt, was extrem gefährdet bedeutet. Stand 2016 gab es keine 500 Tiere mehr.

Das deutsche Lachshuhn zählt wie das Vorwerkhuhn zu den Zweinutzungshuhn. Mit seinen Federbusch um den Schnabel wirkt es recht imposant. Mit knapp 2000 Tieren steht es ebenfalls unter Beobachtung.

Anbei noch einige Impressionen der schönen Tiere, welche es am Wochenende zu bestaunen gab.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.