Marion Schardt-Sauer (FDP) – Etwas gegen den Stillstand in Hessen tun

Am 8. Oktober wird ein neuer Hessischer Landtag gewählt. Im Wahlkreis 21 kandidiert Marion Schardt-Sauer für die FDP. 

Die 53-jährige Limburgerin Marion Schardt-Sauer sitzt bereits im Landtag und möchte ihre Arbeit dort weiter fortsetzen.

Klare politische Haltung

1. Stellen Sie sich mit drei Sätzen kurz vor!

Ich bin eine seit Jahrzehnten engagierte und überzeugte liberale Politikerin. Ich bin sehr in unserer Region verwurzelt und deshalb liegen mir der Landkreis Limburg-Weilburg und die dort lebenden Menschen besonders am Herzen. Für diese Anliegen setze ich mich hartnäckig ein. Hierbei ist mir mein kommunalpolitisches Engagement, das Wirken vor Ort sehr wichtig. Ein wichtiger Aspekt meines politischen Handelns ist eine klare Haltung zu allen wesentlichen Fragen unserer Gesellschaft.

2. Was sind Ihre Themen, für die sie sich auch in Zukunft stark machen möchten?

Mein Themenspektrum reicht von Wirtschaft/Digitalisierung, über Finanzen, bis hin zu Verwaltungsvereinfachung sowie Landwirtschaft und Jagd.

3. Die erste Legislaturperiode im Landtag – was hat Sie am meisten überrascht? Was am meisten frustriert?

Am meisten überrascht hat mich die Trägheit von Schwarz-Grün in allen zentralen Zukunftsthemen des Landes Hessen. Frustriert hat mich eigentlich nichts – wenn es Situationen gab, in denen ich vielleicht genervt war, hat mich das eher zu noch mehr Engagement angespornt.

Immer das direkte Gespräch suchen

4. Die Neustrukturierung der Berufsschulen sorgt für einige Bedenken in den verschiedenen Bereichen. Unternehmen haben Angst, dass sie zukünftig keine Auszubildenden mehr finden, wenn die Berufsschule nicht vor Ort ist. Wie wollen Sie denen die Ängste nehmen und für den eingeschlagenen Weg werben?

Meine Erfahrung insbesondere aus der nun ablaufenden Legislaturperiode ist die, dass man vor allem das direkte Gespräch mit den Beteiligten suchen muss. So finden sich oftmals spontan Lösungen, mindestens ergeben sich aber in den Gesprächen Wege und ein besseres gegenseitiges Verständnis. Grundsätzlich teile ich die Befürchtung, man fände künftig keine Azubis mehr, nicht ganz. Aus meiner Sicht entscheidet zu aller erst die Attraktivität des Berufsbildes und des Ausbildungsbetriebes darüber, ob sich ein Kandidat bewirbt. Die Frage, wo die Berufsschule angesiedelt ist, stellt sich meines Erachtens erst nach der grundsätzlichen Entscheidung für einen Ausbildungsplatz. Daneben muss der Fokus aber auch klar darauf gerichtet sein, bestehende Berufsschulangebote vor allem in der Fläche aufrecht zu erhalten, zu optimieren und nicht weiter auszudünnen. Die viel beschworene Attraktivität der beruflichen Ausbildung muss sich in Taten zeigen.

5. Die nächste große Herausforderung wird die garantierte Ganztagsbetreuung ab 2026 sein. Wie stellt sich die Politik die Umsetzung des Rechtsanspruch vor? Wie soll das ganze finanziert werden? Gibt es Konzepte dafür und wie möchte Politik garantieren, dass genügend Fachkräfte für die Aufgabe vorhanden sind?

Die Umsetzung dieses Ansatzes wird sicher eine große Herausforderung. Schon heute klagen viele KiTa´s über Personalmangel und die geringe Anzahl qualifizierter Nachwuchskräfte. Die Idee der noch amtierenden Landesregierung das Problem mit „Nicht-Fachkräfte“ zu lösen wird meines Erachtens nicht funktionieren. Es muss im Gegenteil dafür gesorgt werden, dass die Arbeit in KiTa´s insgesamt attraktiver gestaltet wird und zB auch die Ausbildung künftig durchgehend vergütet wird. Darüber hinaus braucht es wesentlich flexiblere Förderprogramme. Auch hier hinterlässt Schwarz-Grün der künftigen Regierung einen Trümmerhaufen.

6. Die Mobilität gerade in der ländlichen Region ist eine Herausforderung, ohne Individualverkehr geht es nicht. Dennoch muss dieser verringert werden, um weniger Emissionen zu haben. Welche Ideen hat die FDP, um dem Thema Mobilität zu begegnen?

Die FDP steht auch hier für Technologieoffenheit. So wollen wir beispielsweise Wasserstoff als einer der umweltfreundlichsten Energieträger wesentlich besser fördern. Das gilt insbesondere auch im Verkehrssektor. Gleichzeitig muss auch weiter in alle Bereiche der Verkehrsinfrastruktur wesentlich gezielter investiert werden – das gilt auch für den Straßenbau.

7. Der Wolf ist aktuell Thema im Landkreis wie auch in Hessen. Die CDU fordert ein Bejagung des Wolfes und eine Aufhebung des absoluten Schutzstatus. Wie steht die FDP zu dem Thema?

Die FDP gehört zu den wenigen, die schon lange fordern, dass der formale Schutzstatus des Wolfes an die Realitäten angepasst wird. Heißt: bei allein in Deutschland geschätzten 3000 Exemplaren kann nicht mehr die Rede von einer gefährdeten Art sein. Wir müssen uns dringend an Ländern wie Schweden orientieren, die bei wesentlich geringerer Bevölkerungsdichte und ähnlicher Landesfläche mit einem funktionierenden Wolfsmanagement den Bestand konstinuierlich auf einem für alle Betroffenen tragbaren Level halten.

Stillstand in Hessen

8. Was sind die größten Versäumnisse der aktuellen Regierung?

Die Liste würde den Rahmen dieses Interviews sprengen. Man muss leider feststellen, dass Schwarz-Grün für 16 Jahre Stillstand in Hessen steht. In keinem Bereich sind wird so etwas wie „wettbewerbsfähig“. Als Beispiel seien hier nur folgende Beispiele genannt:
In keinem Bundesland investiert die Landesregierung weniger in die Förderung unserer Kinder, bei der Infrastruktur ist Hessen weit zurückgefallen – wie man exemplarisch am Zustand der Straßen und des öffentlichen Nahverkehrsnetzes sehen kann. Zudem fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger zunehmend unsicher, beispielsweise angesichts ausufernder Gewalt in den Schwimmbädern.

Die Kommunen klagen über eine Überforderung bei der Bewältigung der unkontrollierten Migration – wobei sich die SPD-Spitzenkandidatin Nancy Faeser in ihrer „Noch-Rolle“ als Bundesinnenministerin vor allem durch Inkompetenz und Untätigkeit auszeichnet. Und last but not least hat Hessen unter Schwarz-Grün auch wirtschaftlich Schaden genommen und die Bürokratie in der öffentlichen Verwaltung hat sich zu einem der größten Hemmschuhe für unternehmerische wie private Investitionen und Aktivitäten entwickelt. Für eine neuen Landesregierung bedeutet das große Herausforderungen.

Welche Kandidaten für den nächsten Landtag kandidieren und wie die Wahl abläuft, findet ihr in diesem Übersichtsbeitrag.

Mehr über Marion Schardt-Sauer erfahrt ihr auch im Kandidatencheck vom HR (Name eingeben und ihr gelangt zum Kandidaten).

Die NNP-WT sprach mit ihr und in dem Interview zeigte die Juristin auf, wie eng sie mit Limburg verbunden ist und welche Stationen sie im Leben hatte.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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