Mehr Luftfilter zum Schutz der Kinder

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation im Landkreis möchte die FDP einen verstärkten Einsatz von Luftfiltern, um die Kinder und Jugendlichen zu schützen. Dafür stellte sie zum letzten Kreistag einen Dringlichkeitsantrag. Allen Fraktionen ist der Schutz der Kinder wichtig. Der Landrat werde gerne mehr Luftfilter einsetzen, eine Reserve möchte er allerdings auch behalten.

Die Corona-Zahlen steigen und es ist vor allem die Gruppe der 5- bis 14-jährigen, wo die meisten Infektionen sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 184,9. Schaut man jedoch auf die einzelnen Altersgruppen, ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Da liegt die Inzidenz bei den 5- bis 14-jährigen bei 439,7, gefolgt von den 15- bis 34-jährigen mit 194,9 (Stand 13. November, Quelle Morgenpost interaktiv)

Schutz der ungeimpften Kinder und Jugendlichen

Am 2. November veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) ein Bulletin mit dem Titel „Warum müssen wir Kinder vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen?“ Dies nahm die FDP zum Anlass für ihren Dringlichkeitsantrag, welchen Dr. Klaus Valeske vortrug. Bisher ist eine Impfung erst ab 12 Jahre möglich. Für eine Impfung von Kindern zwischen 5 und 11 Jahren gibt es derzeit in Deutschland noch keine Zulassung. Und in dieser Gruppe komme es derzeit jedoch zu einem starken Anstieg.

„Somit sind gerade die jüngeren Schuljahrgänge einerseits (noch) von der Corona Impfung ausgeschlossen andererseits aber besonders gefährdet“, so Valeske. Jedoch sei inzwischen bekannt, dass auch Kinder und Jugendliche mit langfristigen Gesundheitsstörungen zu kämpfen haben. Und derzeit seien die Langzeitfolgen noch nicht abzusehen. Daher appellierte die FDP, dass alle Luftfilter aufgestellt werden. Zumindest die Schulräumen, in denen durchweg „Ungeimpfte, besonders gefährdete Schüler“ sitzen, sollten einen Luftfilter erhalten. Nur durch den richtigen Schutz sei auch weiterhin der Schulbetrieb zu gewährleisten.

Anpassung der Verteilung der Luftfilter

Der Landkreis habe mit den Luftfiltern begonnen, doch aufgrund der aktuellen Lage, die sich stetig verschlechtert, müsse dieser Weg angepasst werden, so Valeske. Daher stellte die FDP den Antrag, zu den 600 bereits angeschafften Luftfiltern weitere Luftfilter anzuschaffen und aufzustellen. Zudem möchte die FDP, dass das Thema im Geschäftsgang bleibt, damit immer zügig auf eine neue Lage reagiert werden kann.

Dr. Frank Schmidt, SPD sieht die Lage genauso wie Valeske. Es sei ein großer Kraftaufwand für alle, auf die aktuellen Lagen zu reagieren. Ihm ist es vor allem wichtig, dass die Testkonzepte eingehalten werden. Denn nur so wisse man überhaupt, was an den Schulen los ist. Er findet es gut, dass sich der Kreis damit beschäftigt, kann es dann aber nicht verstehen, dass bereits bei steigenden Zahlen Maskenpflicht am Platz wegfällt und nur noch die betroffenen Kinder in Quarantäne müssen. „Der Winter wird wieder eine riesen Kraftanstrengung, aber wir müssen wissen, was vor Ort los ist“, so Schmidt.

Auch Impfen Teil der Pandemiebekämpfung

Valentin Bleul, FWG, sieht die Lüfter ebenfalls als gute Maßnahmen und regte an, dies sofort umzusetzen und nicht erst noch in den Ausschüssen zu diskutieren.
Christian Wendel, CDU, weist darauf hin, dass der Kreisausschuss frühzeitig gehandelt habe mit Anschaffung der 600 Luftfiltergeräte. Nicht jeder Landkreis habe Luftfilter im Einsatz. Ein Großteil der Geräte, nämlich 400 Stück, befänden sich im Einsatz. Und 200 Geräte seien zurückgestellt, um kurzfristig auf Situationen reagieren zu können. Er wies aber darauf hin, dass die Pandemie nur im Ganzen bekämpft werden können und dazu zähle er auch das Impfen.

Er erinnerte die FDP daran, dass diese aufgrund der Kosten gegen die Verlängerung des Impfzentrums gewesen sei. Doch das kleine Impfzentrum im Landkreis sei ausgelastet und unabdingbar für die Gesamtstrategie. „Wir haben die Herausforderung im Blick und das Vorgehen ist transparent“, so Wendel, „ daher sehe ich keinen Grund für vorschnelle Beschlüsse.“ Die CDU ist aber auch dafür, dass das Thema im Geschäftsvorgang bleibt.
Sabine Häuser-Eltgen, Grüne, möchte kein Politikum aus dem Thema machen, denn es gehe um das Wohl der Kinder. Daher sollte der Kreis alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen.

Reserve behalten für Notfall

Es ist ein Thema mit Emotionen, dies ist auch Landrat Michael Köberle bekannt, der nochmal einen Überblick zur aktuellen Situation gab. Mit den Kommunen zusammen wurde ein Konzept für Schulen und Kitas erstellt. Alle Klassenräume wurden in den Sommerferien auf Lüftungsmöglichkeiten überprüft und 46 Räume wurden daraufhin nachgerüstet. In allen übrigen Klassenräumen, die gut gelüftet werden können, gibt es ein Ampelsystem zum Lüften unterstützt durch CO2-Melder.

Derzeit sind im Landkreis 400 Luftfilter aufgestellt, vor allem in Räumen, in denen es zu Durchmischungen kommt, sowie in Räumen, wo es bisher zu einem Infektionsgeschehen kam. Er wies aber nochmals darauf hin, dass auch mit Lüftern Ansteckungen erfolgen können. Das Konzept sieht vor, dass Luftfilter überall dort zum Einsatz kommen, wo es ein Infektionsgeschehen gab. Den 118 Kitas habe der Landkreis Luftfiltergeräte angeboten, 69 stellten einen Antrag für die Geräte. Viele Kitas wiesen darauf hin, dass sie offene Konzepte haben und gut lüften können.

„Wir können gerne noch weitere Luftfilter aufstellen, aber eine Reserve möchte ich weiterhin haben, um diese zum Einsatz zu bringen, wenn es notwendig ist“, so Köberle. Er könne sich vorstellen, jetzt nochmal 100 bis 150 Geräte in Umlauf zu bringen und die restlichen in Reserve zu belassen. Ein Neukauf habe wiederum Wartezeiten in der Lieferung zur Folge, da dies derzeit kein Weg für ihn ist. Die Verwaltung werde weiterhin an dem Konzept arbeiten. einer der wenigen Landkreise, die Geräte haben und einsetzen sowie gemeinsames Konzept mit den Kommunen haben.

Einen ausführlicheren Beitrag zum Bulletin des RKI findet ihr hier.

 

 

 

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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