Mit der Fähre über die Lahn?

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Immer wieder beschäftigen sich die Stadtverordneten mit verschiedenen Möglichkeiten, die Lahn neben der Alten Lahnbrücke mit einer weiteren Möglichkeit zu überqueren. Die CDU stellte den Antrag, dass der Magistrat die Möglichkeit einer Querung mittels Potonbrücke oder Fähre überprüfen soll. Mit den Gegenstimmen der FDP wurde dieser Antrag angenommen.

Laut dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Christopher Dietz habe der sogenannte Nepomuksteg, eine angehängte Konstruktion an der Alten Lahnbrücke für Fußgänger und Radfahrer, seine politische Zustimmung verloren (siehe NNP 3.12.2019). Daher schlägt die CDU „zwei innovative Varianten“ vor, um „dieser Personengruppe eine sichere wie attraktive Querung der Lahn zu ermöglichen“. Der Magistrat soll diese prüfen.

Pontonbrücke und Fähre

Laut dem Antrag könnte die Pontonbrücke saisonal, in der eisfreien Zeit, unterhalb des oberen Lahnwehrs verbunden mit dem Lahnufer auf Höhe des Mühlenareals, der Lahn- und Schleuseninsel und damit außerhalb des Schiffbetriebes, beide Ufer miteinander verbinden. Damit könnte eine Lücke geschlossen und den Fußgängern wie auch den Radfahrern ein attraktiver Rundweg entlang des Lahnufers geboten werden. Eine solche Brücke ist bereits in Wetzlar in Betrieb. Dauerhafte Um- oder Einbauten entlang des Ufers seien nicht notwendig und es käme zu keinen Konflikten zum anderen Verkehr.

Eine Fähre wäre nichts Neues in Limburg. Bis in die 80er Jahre gab es auf Höhe des Campingplatzes ein Fährbetrieb. Vor allem die Schwimmbadbesucher nutzten diese. „Eine solche Fährverbindung, ausgerichtet ausschließlich auf die Bedürfnisse von Fußgängern und Radfahrern, wäre eine ebenso unkomplizierte wie ressourcenschonende Alternative zu einem vergleichbaren, massiven und dauerhaften Brückenbauwerk“, so im Antrag weiter zu lesen. Beide Varianten könnten zudem ein Beitrag dazu leisten, den Tourismus in Limburg aufzuwerten. Zudem würden solche Varianten keinen Eingriff in das Landschaftsbild ergeben. Beim mündlichen Vortragen wies Dietz noch darauf hin, dass die wassersporttreibenden Vereine in die Überlegungen mit einbezogen werden sollen. „Wir sollten uns berichten lassen, ob dies eine realistische, umsetzungsreife Variante darstellt“, so Dietz zum Abschuss.

FDP lehnt Antrag ab

Sabine Wirth, Grüne und Paul-Josef Hagen, SPD begrüßten diesen Antrag, auch wenn immer viel Zeit in Limburg vergeht, bis etwas umgesetzt werden würde. „Wir waren schon mal einen Schritt weiter“, so Wirth, „aber wir hoffen, dass es jetzt weiter geht.“ „Der Antrag ist perfekt“, so Hagen, „wir haben für viele Dinge lange gebraucht, aber sie wurden dann gut.“
Dagegen äußerte sich die FDP, welche nicht noch mehr Geld für ein Gutachten oder eine Prüfung ausgeben möchte, wenn am Ende wieder nichts bei herauskommt. „Wir haben noch immer keine Brücke, aber viel Geld ausgegeben“, so Marion Schardt-Sauer, „wir brauchen keine weitere Variante.“ So stimmte die FDP am Ende gegen den Antrag der CDU, welcher jedoch mit Mehrheit der Stimmen angenommen wurde.

Bürgerversammlung zum Thema Entwicklung Alt- und Innenstadt

Ein weiterer Antrag in der Stadtverordnetenversammlung kam von der FDP. Diese möchte zum Thema Entwicklung Alt- und Innenstadt eine Bürgerversammlung einberufen. Unter anderem soll der Magistrat den aktuellen Stand zum Thema „Leerstand in der Innenstadt“, weitere Nutzung des „Neuen Rathauses“ und Ideen zur Folgenutzung erläutern. Zudem sollen Möglichkeiten und Grenzen des Denkmalschutzes bei Veränderungen an Gebäuden in der Altstadt aufgezeigt werden. Weiterhin soll der Magistrat Möglichkeiten der Entwicklung im Bereich Wohnen, Handel und Gastronomie vorstellen. Ebenfalls soll über die Liegenschaften des Bistums in der Stadt informiert werden. Nach Wunsch der FDP soll diese Bürgerversammlung stattfinden.

Kai-Hagen Maiwald, Sozial-Ökologische Fraktion, stimmte für den Antrag, da er auch dafür stehe, mit dem Bürger direkt zu kommunizieren. Er hätte sich doch weniger Fragen und mehr Antworten gewünscht, denn dafür seien die Kommunalpolitiker gewählt. Bei so vielen Fragen stellt er sich die Frage, für welche Themen eine Bürgerversammlung einberufen werde und für welche Themen nicht.

Stadtverordnetenvorsteher Stefan Muth ist ebenfalls für die Bürgerversammlung. Er bat jedoch darum, einen Termin vor der Sommerpause anzupeilen, da vor Ostern einfach zu kurz für die Verwaltung ist, um alle Unterlagen zusammenzustellen.

Weiteres Thema war die Abstimmung zum Bürgerentscheid bezüglich des Erhalts der Platanen auf dem Neumarkt. Der Bürgerentscheid wird am 7. Juni stattfinden, dafür stimmten die Stadtverordneten einstimmig. Dazu mein Kommentar „Verpasste Chance in Sachen Neumarkt“


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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