Mit kleinen Schritten zum Ziel

Neues Jahr, neues Glück, denken sich viele und starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Lange bleibt davon nichts übrig und dann fällt man in alte Gewohnheiten zurück. Diese Erfahrung hat sicher jeder schonmal gemacht. Personal Trainerin Ines Clark zeigt auf, dass dies nicht sein muss, sondern sich ein neues Jahr sehr gut dazu eignet, etwas an seinen Gewohnheiten zu ändern.

Gute Vorsätze für das neue Jahr gibt es so einige. An erster Stelle rangieren dabei die gesündere Ernährung (31 Prozent) und mehr Sport zu treiben (30 Prozent), mit Abstand gefolgt von der Top drei, nämlich mehr sparen. Weiterhin ergaben Umfragen, dass bei 15 Prozent der Menschen die Vorsätze nicht mal eine Woche hielten und bei 12 Prozent sind die guten Vorsätze nach zwei Wochen bereits wieder vergessen (Quelle Karrierebibel).

Zu viel vorgenommen

Für Ines Clark, Personal Trainerin und Ernährungsberaterin aus Elz, sind es vor allem zwei Dinge, die dazu führen, dass die guten Vorsätze nicht lange halten. Die Menschen nehmen sich zum einen zu viel auf einmal vor und sie rennen Idealen hinterher, die auf sie selbst nicht passen. Da ist die Lust schnell weg und die Menschen hören auf, die guten Vorsätze sind dahin. Dabei eignet sich der Jahreswechsel in ihren Augen sehr gut dazu, eine Änderung herbeizuführen. Es ist einfacher, sich um den Jahreswechsel etwas vorzunehmen, als mitten im Jahr. Ein neues Jahr halte neue Chancen bereit. Es muss in ihren Augen auch nicht unbedingt an den 1.1. geknüpft sein. Um den Jahreswechsel herum als Definition reiche da aus.

Wenn sie benennen kann, warum häufig gute Vorsätze scheitern, dann hat sie natürlich auch Tipps, wie ein Umstieg erfolgreich gemeistert werden kann. Dabei ist ihr eine Sache sehr wichtig: „Die Entscheidung muss von innen kommen. Es gelingt mit dem Bewusstsein, ich will etwas für mich ändern“, so Clark. Niemand werde mit einem Vorsatz erfolgreich sein, wenn es einen äußeren Druck durch die Familie oder die Gesellschaft gibt. „Wenn man etwas selbst möchte, geht man ganz anders an die Sache heran“, ist sich Clark sicher. Und dann sollte jeder bei der eigenen Entscheidung auch realistisch bleiben. Und dazu gehört auch die Antwort auf die Frage, ob jemand überhaupt bereit ist, etwas an sich zu ändern. Wenn die Antwort ja lautet, dann sind es die kleinen Schritte, welche einen ans Ziel bringen. Niemand läuft aus dem Stegreif heraus einen Marathon.

Sich nicht selbst belügen

Blicken wir auf den Top-Vorsatz gesündere Ernährung. Keiner wird lange durchhalten mit purem Verzicht. „Ich bin gegen Verbote und Verzichte, die hält man nicht durch“, so Ines Clark. Viel mehr rät sie dazu, mit Genuss zu essen und zu trinken und sich bewusst zu werden, was man zu sich nimmt. Ein erster Schritt wäre es in ihren Augen, ein Weißbrötchen gegen ein Vollkornbrötchen auszutauschen. „Das ist eine Kleinigkeit, die einem leicht fällt.“ Und wenn das mit dem Brötchen selbstverständlich dazu gehört, kann man schauen, ob man auch bei anderen Sachen wie Nudeln oder Brot zur Vollkornvariante greift. Ein zweiter wichtiger Rat beim Essen ist dabei, dass jeder mit sich ehrlich sein sollte. „Wenn du sündigst, dann genieße es, aber belüge dich nicht selbst“, so ihr Rat. Wenn man eine Tafel Schokolade gegessen hat, dann ist es so. Aber man sollte nicht Ausreden suchen, warum es nicht so schlimm war, diese gegessen zu haben. Essen ist wichtig für uns, löst Emotionen in uns aus, lässt uns Gemeinschaft genießen. Und dabei ist es ihr wichtig, dass die Menschen auch schauen, was zu ihrem individuellen Leben passt. Wer den ganzen Tag arbeitet und dann noch eine Familie hat, der kann eventuell nicht täglich frisch kochen. Und wenn sich dann jedoch vorgenommen wird, genau das zu tun, kann dies in Stress ausarten und wäre einer der Gründe, warum der Vorsatz nicht durchgehalten wird.

Täglich Bewegung einbaun

Und die kleinen Schritte, die sie für die Ernährungsumstellung rät, empfiehlt sie auch für den sportlichen Bereich. Sie sieht im Januar ganz viele, die auf einmal losrennen und irgendwann sind sie wieder weg. „Der Körper ist ein Wunderwerk, aber wir müssen behutsam mit ihm umgehen“, so Clark. Sie ist selbst begeisterte Läuferin, aber viele, die mit dem Laufen beginnen, laufen zu schnell und zu weit. Da ist die Lust schnell weg. Daher plädiert sie dafür, in kleinen Schritten mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Mal das Auto stehen lassen und zum Bäcker laufen oder täglich eine Runde spazieren gehen. Bewegung setzt Glückshormone frei und wer damit angefangen hat, möchte schnell mehr davon. Daher ist ihr Tipp, jeden Tag rauszugehen und sich zu bewegen. Neben den Glückshormonen wird Vitamin D produziert und das Immunsystem gestärkt. „Damit der Körper dauerhaft gesund bleibt mit gesunden Gelenken, Knochen und Muskeln, braucht es die Bewegung“, so Clark. Und auch hier weist sie wieder darauf hin, sich nicht zu belügen. Sehr oft hört sie, dass sich Menschen belohnen, wenn sie sich bewegt haben. „Ich war ja laufen, dann kann ich mir auch Pommes gönnen“, so die Personal Trainerin, „dann gibt es am Ende keinen Erfolg, auch wenn sie der Meinung sind, dass sie etwas tun.“

Es sind die kleinen Schritte, die einen an das Ziel bringen. Dabei ist es wichtig, auf seine individuellen Bedürfnisse zu hören und selbst den Willen zu haben, etwas ändern zu wollen. Wem es von alleine nicht gelingt, diesen Schritt zu gehen, kann bei Ines Clark Unterstützung für seinen Weg finden.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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