541 Menschen bei 146 Einsätzen betreut – Mitgliederversammlung der Notfallseelsorge

In ihrer Mitgliederversammlung blickte die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg auf das vergangene Jahr zurück. Und zur großen Überraschung zweier Aktiver wurde der Landesehrenbrief an sie überreicht.

Der Erste Beigeordnete Helmut Jung überraschte den langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden Alois Heun sowie die Schriftführerin Manuela Schäfer am Tag der Mitgliederversammlung mit der Überreichung des Landesehrenbriefes. Sie erhielten diese auf Grund ihrer langjährigen Vorstandsarbeit. Doch daneben blickten die Mitglieder auch auf das vergangene Jahr zurück.

28.365 km unterwegs

In ihrem Jahresbericht berichtete die Vorsitzende Hedi Sehr  von insgesamt 28.365 gefahrenen Kilometern im Jahr 2017 für Einsätze, Fortbildungsmaßnahmen, Besprechungen und Einladungen. Dabei wendeten die Mitglieder 2.692 Stunden auf, was 336 Arbeitstagen entspricht. Weiterhin dokumentierte sie insgesamt 146 Einsätze. In diesen Einsätzen konnten 541 Menschen von den 26 Notfallseelsorgern betreut werden.
In Einsätze aufgeschlüsselt bedeutet dies zwei Verkehrsunfälle mit Todesfolge und sechs Verkehrsunfälle, bei denen Betroffene sowie Ersthelfer betreut werden konnten. Sieben Anforderungen gab es im Zusammenhang mit einem Suizids, vier Brandeinsätze, 18 Mal schlägt die Überbringung einer Todesnachricht zu Buche, 65 Einsätze waren Betreuungen von Angehörigen nach erfolglosen Reanimationen sowie Tod im häuslichen Bereich. Eine Einsatznachbesprechung mit Rettungskräften nach einem belastenden Einsatz wurde durchgeführt.

Mit 76 Einsätzen und einem Anteil von 52 % haben die Rettungsdienste des Kreises Limburg-Weilburg einen großen Anteil an den Alarmierungen, die beiden Polizeistationen Limburg und Weilburg mit 20 Einsätzen und 14 % sowie die Feuerwehren mit 17 Einsätzen und 12 %. Folgeeinsätze im Rahmen eines Einsatzes oder darüber hinaus nehmen mit 10 Einsätzen und 7 % des Anteiles in Anspruch.
Über die Zentrale Leitstelle des Kreises erfolgten insgesamt 132 Alarmierungen der jeweils beiden diensthabenden Notfallseelsorger, wobei es sich bei 14 Einsätzen um Folgeeinsätze bzw. telefonische Anforderungen handelte.

Einsätze untergliedert in Städten und Gemeinden:
Bad Camberg 16, Beselich 3, Brechen 3, Dornburg 2, Elbtal 0, Elz 5, Hadamar 12, Hünfelden 5, Limburg 31, Limburg Krankenhaus 5, Löhnberg 1, Mengerskirchen 5,
Merenberg 2, Runkel 11, Selters 7, Villmar 9, Waldbrunn 5, Weilburg 15, Weilmünster 5, Weinbach 1, Außerhalb des Kreises 3.

Übungen und Aktionen

Die Mitarbeiter nahmen an einer Katastrophenschutzübung am 22. April 2017 in Hünfelden-Dauborn teil. Der Präventionstag zum Thema Alkohol und Drogen des Polizeipräsidiums Westhessen an der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg fand wiederholt mit der Unterstützung der NFS in Form eines Vortrages über die Betreuung von Angehörigen nach dem Tod von Unfallopfern statt. Den Fragen der teilnehmenden Schüler stellten sich die Mitarbeiter dazu beim anschließenden Info-Stand auf dem Schulgelände.
Zwei Tagesfortbildungen und monatliche Dienstabende mit Schwerpunktthemen standen den Mitarbeitern zur Verfügung. Dazu kommt der Gesprächsabend, der den Mitarbeitern zur Besprechung von besonders belastenden Einsätzen einmal im Monat zur Verfügung steht.

Aufbauseminar:
Sechs Mitarbeiter konnten vier Wochenenden zu einem Aufbauseminar zu nutzen. Im Nachgang steht für sie die Zertifizierung an, zu der fünf Einsätze in Psychosozialer Notfallversorgung und zwei Tage Praktikum beim Rettungsdienst nachgewiesen werden müssen. Die Vorsitzende hofft allen Mitarbeitern die Zertifizierung im kommenden Jahr aushändigen zu können.

Ausstellung „Mein Koffer für meine letzte Reise“
Die Ausstellung „Mein Koffer für meine letzte Reise“ fand vom 12. September bis 31. Oktober 2017 ihre Fortführung in den Ausstellungsräumen der Kreissparkasse Weilburg.
Rückmeldungen im Gästebuch von interessierten Besuchern bestätigen diesen wertvollen Beitrag im Hinblick auf das Thema Tod und Sterben.

Vortrag „Stress und Stressbewältigung:
Der Vortrag „Stress und Stressbewältigung“ als Prävention für Einsatzkräfte wird mittlerweile sehr gerne im jährlichen Ausbildungsplan von den Feuerwehren, DLRG und weiteren Organisationen im integriert. So waren Alois Heun und Hedi Sehr im vergangen Jahr zu insgesamt 10 Vorträgen eingeladen.

Neuwahlen und Ehrungen

Das bisherige Vorstandsteam mit Vorsitzende Hedi Sehr, Stellv. Vorsitzender Alois Heun, Kassierer Martin Werner, Schriftführerin Manuela Schäfer, Beisitzer Walter Mayer und  Beisitzer Stephan Vogel wurden von der Versammlung jeweils einstimmig in ihrem Amt bestätigt:

Für 10 Jahre aktive Mitarbeit:        Silke Fuchs und Elisabeth Geller
Für 5 Jahre aktive Mitarbeit:          Ute Bendel und Ingrid Stockmann

Viele Mitglieder der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg konnte die Vorsitzende Hedi Sehr in Waldbrunn-Ellar begrüßen. Unter Ihnen Bürgermeister Peter Blum, den Kreistagsvorsitzenden Joachim Veyhelman, den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Thomas Schmidt, die Kreisjugendfeuerwehrwartin Brigitte Kintscher, den Kreisbeauftragten des Malteser Hilfsdienstes Manuel Krzyzniewski sowie Notarzt Ralf Mäser, vom DRK-Oberlahn Weilburg den Rettungsdienstleiter Olaf Wormuth, vom DRK-Limburg Meik Flügel, für die Polizei Limburg-Weilburg Polizeihauptkommisar Uwe Meier, für die DLRG Ausbildungsleiterin Cordula Rahner und dazu die Ehrenmitglieder Pfarrer Bernd-Volker Sponholz, Josef Rohe und Pfarrer Albert Keller sowie eine Reihe von weiteren Gästen.

Wer mehr zur Arbeit der Notfallseelsorge erfahren möchte, kann das Interview mit Hedi Sehr nachlesen.

Das Foto wurde mir von Franz-Josef Sehr zur Verfügung gestellt.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.