„Millionen Sterne am Himmelszelt“ – Musik zur Weihnacht

Das Ensemble Rossignol und seine Gäste, Sopranistin Kirsten Labonte sowie Pianist Marcus Gemeinder, schenkten einen Moment des Innehaltens, zur Ruhe kommen und einstimmen auf Weihnachten. Das Konzert stand unter der Leitung von Matthias Schmidt. 

Es ist schon eine kleine Tradition, dass das Ensemble Rossignol vor Weihnachten nach Elz in die Pfarrkirche kommt, um die Menschen auf Weihnachten einzustimmen. Mit ihrer Musik zur Weihnacht „O Magnum Mysterium“ zogen sie die Besucher in ihren Bann und ließen Weihnachten in die Herzen einkehren. Der stetige Wechsel zwischen dem wohlklingenden Männergesang, dem glockengleichen Sopran von Kirsten Labonte und dem gemeinsamen Singen war passend für diesen Rahmen.

Berührende Musik

Gute Musik dringt durch die Ohren in den Körper ein, bringt im Körper etwas zu schwingen und verursacht eventuell sogar Gänsehaut. Dies ist den Sängern und der Sopranistin gelungen. Die ersten Stücke „Tenebrae“ von Richard Burchard und „O Sacrum Convivium“ von Alwin Michael Schronen legten sich wie ein weicher, warmer Mantel um die Anwesenden. Ganz sachte und warm war der Gesang. Stück für Stück eroberte sich der Klangkörper den Kirchenraum und erfasste alle Anwesenden. Dazu war die glockenklare, hohe Stimme von Kirsten Labonte schon das krasse

Sopranistin Kirsten Labonte harmonierte wunderbar mit den Stimmen vom Ensemble Rossignol.
Sopranistin Kirsten Labonte harmonierte wunderbar mit den Stimmen vom Ensemble Rossignol.

Es blüht eine Rose

Doch die Sänger woben mit ihrem Gesang nicht nur einen Mantel. Sie waren auch in der Lage, die Zuhörer mitzureißen. Ein kleines Highlight war „Le Marche des Rois“ von Robert Sund, bei denen die kräftigen Stimmen der Männer einen kleinen Marsch erzeugten. Dies war der Mittelpunkt des Konzertes und die Stücke strebten unaufhaltsam ihrem Höhepunkt entgegen. Im letzten Teil sangen das Ensemble und Kirsten Labonte gemeinsam, begleitet von Marcus Gemeinder am Piano.

Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.
Und wenns in der Winternacht friert und schneit,
Das tut der Rose nicht weh.

Es grünt eine Hoffnung zur Weihnachtszeit,
Drinnen im Herzen still:
Daß immer und ewig so schön wie heut‘
Frieden werden will.

Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Blume der Heiligen Nacht!
Christrose, Christrose, Christrose, Christrose,
Hast mir die Hoffnung gebracht!

Die Liebe vertreibt meine Einsamkeit,
Mir tut das Herz nicht mehr weh,
Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit
Draußen in Eis und Schnee.

(Robert Stolz)

Gänsehaut pur war „Cantique Noel“ von Adolphe Adams und „Jerusalem“ von Stephen Adams. Kaum war der letzte Ton verklungen, brannte der Applaus in der Kirche los und wollte nicht mehr enden. So gab es am Ende noch „Stille Nacht, heilige Nacht“ als Zugabe. Und dies berührte so sehr, dass auch nach dem letzten Ton noch ein wenig die Stille anhielt, bevor die Zuschauer applaudierten.

Dies war ein großartiges Konzert, welches in der hektischen Vorweihnachtszeit einen Moment der Ruhe und des Innehaltens schenkte. Nur schade, dass nicht so viele Besucher kamen. Das Konzert hätte weit mehr Zuhörer verdient.

Das Ensemble Rossignol unter Leitung von Matthias Schmidt schenkte einen Moment des Innehaltens.
Das Ensemble Rossignol unter Leitung von Matthias Schmidt schenkte einen Moment des Innehaltens.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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