Mutmachergeschichten: Leuchtturm in kultureller Dunkelheit

Corona wirkt auf alle Lebensbereiche ein. Mit den #Mutmachergeschichten gibt es Einblicke in die verschiedenen Themen, die von dem Virus beeinflusst sind und wie die Menschen damit umgehen.

Die Kleinkunstbühne Thing hatte ihr Jahresprogramm stehen und dann kam Corona. Es ging erstmal nichts mehr. Mit dem Limburger Kulturleuchten wollen sie Licht in die Dunkelheit der Kultur bringen.

Limburger Kulturleuchten

Im Sommer 2020 mit den Lockerungen hätte die Kleinkunstbühne Thing seine Türen öffnen können. Doch mit den Hygieneregeln hätte es gar nicht so viele Gäste einlassen dürfen, damit sich die Veranstaltungen tragen. Also beschloss der Verein letztes Jahr, keine Veranstaltungen durchzuführen. Mit Beginn des Jahres und der Unsicherheit, wann es wieder weitergeht, beschloss der Verein, dennoch etwas zu unternehmen. „Wir sind noch da“, so der Vorsitzende Dieter Keller, „wir wollen nicht in Vergessenheit geraten.“

Zusammen mit dem Programmleiter Martin Horne und dem Virtuellen Hut wurde das „Limburger Kulturleuchten“ auf die Beine gestellt. Verschiedenen kulturellen Sparten wie dem Gesang, dem Bandauftritt, Musical und Rock-Pop, dem Comedian aber auch der Kreismusikschule sowie am Ende dem Tanz wurde eine Bühne geboten. Per Streaming konnte das Publikum an den Veranstaltungen teilnehmen. Zwar hat der Verein jetzt durch das mieten der Clubebene Kosten, aber Keller weist darauf hin, dass sie ein gutes finanzielles Polster haben und auch einige Spenden erhielten, so dass sie jetzt zwar etwas drauflegen, aber der Verein noch immer gut dasteht. „Wir haben nie Gedanken ans Aufhören gehabt“, so der Vorsitzende weiter. Ab September läuft dann aber alles hoffentlich wieder normal weiter. Das Programm steht auf alle Fälle schonmal.

Nicht im Stillstand verharren

Martin Horne kann diesen Gedanken nur unterstützen. Für ihn war es wichtig, nicht im völligen Stillstand zu verharren. Da er ehrenamtlich auch beim „Virtuellen Hut“ aktiv ist, kam die Idee zum „Limburger Kulturleuchten.“ Es sollte ein Zeichen für die Kulturbranche gesetzt werden. „Gemeinsam halten wir durch“, so Horne, „wir leuchten in der kulturellen Dunkelheit und sind noch da.“ Die Künstler haben diese Chance dankbar angenommen. Manche hatten das Problem, dass sie seit einem halben Jahr nicht mehr geprobt haben und waren dann etwas zurückhaltend. Aber alle waren froh, dass an sie gedacht wurde. „Wir sind alle etwas zusammengerückt“, so Horne.

Eine Provision konnte das Thing den auftretenden Künstlern nicht zahlen, aber die Zuschauer wurden um Spenden gebeten, die dann die Künstler erhielten. Und das Thing hat etliche Menschen damit erreicht, wie Horne eindrücklich mit Zahlen belegen kann. Bei den Liveveranstaltungen waren immer so an die 300 Zuschauer dabei. Da die Videos noch immer auf YouTube vorhanden sind, kamen danach an die 7.000 Zugriffe hinzu. „Eine beachtliche Zahl“, so Horne, „es funktioniert und unser Wirken hat Relevanz.“

Mutmachergeschichten Thing Limburg
Martin Horne (mi) im Interview mit Markus Schöffl (li)

Mehr Aufwand, aber es lohnt sich

Als Martin Horne diese Einblicke gibt, ist er gerade in der Vorbereitung für das 8.Limburger Kulturleuchten. Die letzte Veranstaltung gibt den Tänzern aus der Region die Möglichkeit, aufzutreten. Diese wurde natürlich dankbar angenommen. Wobei Martin Horne auch zugeben muss, dass hinter einer solchen Veranstaltung und dem Livestream ein größerer Aufwand steckt als bei Liveveranstaltungen im Thing. „Es ist einiges an mehr, aber es lohnt sich“, ist seine Meinung. Und so wird Kamera, Licht und Ton aufgebaut. Parallel dazu klebt er überall Schilder entsprechend des Hygienekonzeptes auf, damit die Anwesenden dann im Einbahnstraßensystem in den Räumlichkeiten unterwegs sind. Dazwischen klingelt das Telefon, ein Kameramann verspätet sich. Und dennoch bleibt er locker, gibt Einblicke in die Arbeit.

Eineinhalb Stunden sind er und sein Team mit dem Aufbau beschäftigt. Noch nicht ganz fertig, sind die ersten Tänzer da und Markus Schöffel steht für ein Interview bereit. Und in dem Interview, in welchem Schöffel ein wenig Einblicke in die Situation der Tanzstudios gibt, lobt er das Engagement des Thing: „Was ihr macht, ist großartig.“
Nach den Aufnahmen für das 8. Limburger Kulturleuchten muss alles umgebaut werden, denn an dem Abend findet noch die Übertragung des 7. Kulturleuchtens statt. Und mit einem Augenzwinkern merkt Horne an: „Kultur ist schön, macht aber verdammt viel Arbeit!“

Mehr zur Kleinkunstbühne Thing findet ihr auf der Homepage. Alle Veranstaltungen des Limburger Kulturleuchtens findet ihr auf YouTube.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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