NABU zeichnet schwalbenfreundliches Haus aus

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Die Mehlschwalbe sowie die Rauchschwalbe zählten früher zu den prägenden Vögeln in der ländlichen Region. Heute stehen sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Daher zeichnet der NABU „schwalbenfreundliche Häuser“ aus, wo diese Vögel willkommen sind und einen Lebensraum finden.

Jahrhundertelange waren Schwalben aus dem Ortsbild nicht wegzudenken. Sie kündigten den Frühling an, wenn sie wieder heim kehrten. Sie galten als Glücksboten, die die Häuser, wo sie wohnen, vor Unwetter schützten. Doch leider werden sie immer weniger, da sie keine Lebensräume mehr finden. Umso schöner, wenn es Menschen gibt, die Schwalben bei sich akzeptieren und Bedingungen schaffen, damit Schwalben sich niederlassen.

Schwalbenfreundliches Haus in Oberweyer

Carmen Geis und Markus Mambeck haben sich anstecken lassen und „beherbergen“ nun seit zwei Jahren drei Paare Rauchschwalben in ihrem Stall. In ihrer Nachbarschaft bei Matthias Beul gibt es bereits ein schwalbenfreundliches Haus. „Wir warten im Frühjahr darauf, dass die Schwalben kommen“, erzählt Carmen Geis. Für sie sind es absolut schöne Tiere und es heißt ja auch, „wo Schwalben nisten, wohnt das Glück.“ Was viele Menschen stört, ist der Dreck, den diese Vögel machen. „Aber wir haben etwas hingelegt, dann geht das“, so Geis weiter. Für sie ist es wichtig, etwas für die Natur zu machen. Sie mag es, wenn sie draußen auf dem Hof sitzt und die Schwalben beobachten kann.

Um auf dieses Engagement aufmerksam zu machen, überreichte Stephan Schumm vom NABU Hadamar den beiden die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Zudem soll dies ein Anreiz für andere sein, dem Beispiel zu folgen. Es ist das dritte Schild, welches der NABU Hadamar in diesem Jahr verliehen hat.

Nistmöglichkeiten gesucht

Jeder kann Schwalben einen Lebensraum bei sich anbieten. Rauchschwalben suchen geschlossene Räume, welche von März bis Oktober für die zugänglich sind. Solche Möglichkeiten werden heutzutage sehr oft abgedichtet, dass die Tiere keinen Zugang finden. Dabei benötigen sie nur kleine Schlupflöcher, durch welche sie hinein und wieder hinausfliegen können. Diese können alte Scheunen sein, aber auch Garagen werden von ihnen genutzt. Gerne können Nisthilfen als Anreize aufgehängt werden. In der Nähe sollte eine Lehmpfütze gestaltet werden, damit die Rauchschwalben Nistmaterial finden.
Mehrlschwalben hingegen nisten am liebsten unter Dachtraufen. Leider sind die heutigen Verputze so, dass die Nester nicht daran halten. Jedoch könnten Kunstnester angebracht werden. Da Mehlschwalben in Kolonien brüten, können sie mit dem Gesang von Mehlschwalben angelockt werden.

Mehr zum Thema schwalbenfreundliches Haus erfahrt ihr hier.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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