Nach der SPD Limburg auch SPD Elz für Pfandsystem

In der Corona-Pandemie mit dem Außer-Haus-Verzehr hat sich das Müllproblem in den Kommunen erhöht. Mülleimer quillen über mit Kaffee-to-go-Bechern. Daher werden die Rufe nach einem Mehrwegsystem laut.

Bereits im Mai brachte die SPD-Fraktion im Limburger Ortsbeirat den Antrag auf Einführung des Pfandsystems Recup in Limburg ein. Bereits einige Gastronomen haben eigenständig das System eingeführt. Nun möchte die Elzer SPD dieses System auch in der Gemeinde etablieren.

Zusammenarbeit mit der heimischen Gastronomie

Noch im laufenden Kalenderjahr möchte sie SPD-Fraktion im Limburger Ortsbeirat das System umsetzen, so lautete ihr Antrag. Bereits im November 2016 stellte sie einen solchen Antrag, doch damals hieß es, dass kein Bedarf an einem solchen Mehrwegsystem bestehe. Doch mit der Corona Pandemie habe sich die Situation verändert und einzelne Gastronomen bieten das System schon an, so dass die SPD dieses unterstützen möchte.

Das von einem Privatunternehmen aufgebaute Pfandsystem „Recup“ bietet hier eine gute Lösung. Für einen Euro Pfand erhält der Kunde einen Mehrwegbecher, den er entweder auf den Stadtbummel mitnehmen und bei einem anderen Pfandteilnehmer wieder abgeben kann oder er gibt ihn, wie beim Weihnachtsmarkt, direkt wieder zum Spülen zurück. Das System finanziert sich durch Lizenzzahlungen der Anbieter an das Pfandsystem. „Die anfallenden Beträge liegen nach unserer Recherche unter Teilnehmern in einem Bereich, der verglichen mit dem Aufwand für Einwegbecher-Kauf und -Müllentsorgung betriebswirtschaftlich interessant ist. Das System hat so in unserer Stadt bereits einige Teilnehmer gewonnen“, so die SP in ihrem Antrag.

Neben der Vermeidung von Müllbergen gab es zudem Anfang Mai eine Novelle des Verpackungsgesetzes, die besagt, dass gastronomische Betriebe, die Waren zum Mitnehmen verkaufen, ab 2023 gesetzlich verpflichtet sind, ihrer Kundschaft wieder verwendbare Becher oder Behälter als Alternative zu Einwegverpackungen anzubieten.

Diskussionen in Limburg

Wie Ortsbeiratsmitglied Oliver Schrangs (SPD) berichtet, gab es zwar Lob für die Idee sowie die Einsicht auf Notwendigkeit, doch einige Fragen standen noch im Raum. So äußerte die CDU, dass es sich um einen privaten Anbieter handelt und kritisierte, dass keine Ausschreibung erfolgen würde, um auch Angebote anderer Mehrwegsysteme einzuholen. Und der FDP fehlen genaue Kosten, die mit Einführung des Systems auf die Stadt zukommen würden. Mit Enthaltung der FDP erging der einstimmige Beschluss im Ortsbeirat: „Der Ortsbeirat bittet die Stadtverordnetenversammlung um die kurzfristige Planung eines Pfandsystems für Lebensmittelverpackungen, analog des Systems „recup“. Die Planung und Realisierung sollten in enger Zusammenarbeit mit der heimischen Gastronomie erfolgen, mit dem Ziel einer Inbetriebnahme im laufenden Kalenderjahr.“ Aber weder in der Juni- noch in der Julisitzung findet sich dieser Punkt auf der Tagesordnung der Stadtverordnung.

Elzer SPD für Pfandsystem

Auch die Elzer SPD möchte das Recup-System in der Gemeinde umsetzen. Gastronomie und Lebensmittelhandel sollen in die Planung mit einbezogen werden. Bereits in der Vergangenheit bemühte sich die Gemeinde, Einmal-Verpackungen zu vermeiden, wie die Anschaffung von Tassen zum Elzer Eiszauber. Indem die Gemeinde sich ebenfalls für das Recup-System entscheidet, welches bereits in Limburg von einigen Gastronomen angeboten wird, ergibt sich eine regionale Nutzung. Morgens kann der Kaffee in Elz gekauft werden. Mittags kann der Becher gegen einen frischen Becher in Limburg umgetauscht werden. Um die Betriebe zur Teilnahme an dem System zu überzeugen, könnte sich die SPD vorstellen, dass die Gemeinde einen Teil der Lizenzgebühren für den Beginn übernimmt.

Das Thema wird am Montag in der Gemeindevertretung in Elz diskutiert.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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