Neue Selbsthilfegruppen im Landkreis – Adipositas, Hinterbliebene von Suizidopfern, verlassene Eltern

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Die Selbsthilfekontaktstelle im Gesundheitsamt  des Landkreis Limburg-Weilburg unterstützt die Gründung neuer Selbsthilfegruppen – für Menschen mit Adipositas, Hinterbliebene von Suizid-Opfern sowie für verlassene Eltern. 

Interessierte an der Selbsthilfegruppe wenden sich vertrauensvoll an die Selbsthilfekontaktstelle, telefonisch unter 06431 296-635 oder per Mail an selbsthilfe@limburg-weilburg.de. Weitere Informationen gibt es unter www.selbsthilfe-limburg-weilburg.de. Der Besuch der Selbsthilfegruppe ist vertraulich und kostenfrei. Interessierte sind herzlich Willkommen.

Selbsthilfegruppe für Menschen mit Adipositas in Waldbrunn

Die Selbsthilfekontaktstelle im Gesundheitsamt des Landkreises Limburg-Weilburg unterstützt die Initiative eines Betroffenen, eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Adipositas zu gründen, die sich gerne mit Gleichgesinnten bewegen und so neuen Schwung ins Leben bringen möchten. Die Treffen finden ab dem 7. Mai 2019 jeden Dienstagabend um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Ellar statt.

Adipositas beziehungsweise Fettleibigkeit ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit und zeigt sich durch starkes Übergewicht und überdurchschnittliche Vermehrung des Körperfettes. Die Ursachen für krankhaftes Übergewicht sind sehr komplex, neben ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung spielen auch genetische Veranlagungen, neurologische sowie psychische Faktoren eine Rolle. Die Adipositas kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck sowie zu Beeinträchtigung der Mobilität führen. Auch die seelischen Folgen sind nicht zu unterschätzen, so leiden Betroffene häufig unter Minderwertigkeitsgefühlen und mangelndem Selbstbewusstsein oder fühlen sich oft gesellschaftlich als Außenseiter.

Im Vordergrund der Selbsthilfegruppe soll die gemeinsame Aktivität stehen. Ziel soll es sein, mit Bewegung neuen Schwung und Motivation ins Leben zu bringen, die Lebensqualität und Mobilität zu steigern – und ganz nebenbei das Gewicht zu reduzieren. Nicht die Leistung soll dabei entscheidend sein, sondern der Spaß an gemeinsamen Aktivitäten sowie der Austausch im persönlichen, regelmäßigen Kontakt unter Gleichbetroffenen. Denkbar sind Spaziergänge, Nordic Walking im Freien oder Bewegungs- und Ballspiele in der Turnhalle. Welche Aktivitäten umgesetzt werden, kann die Zeit ergeben und bleibt der Gruppe überlassen. Frauen und Männer mit erheblichem Übergewicht, die hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen abnehmen und aktiv werden wollen, sind herzlich willkommen. Eine vorherige Anmeldung ist gewünscht. Der Besuch der Selbsthilfegruppe ist vertraulich und kostenfrei.

Interessierte an der Selbsthilfegruppe wenden sich vertrauensvoll an den Initiator der Gruppengründung, Udo Zander, telefonisch unter 0163 4515795, Mail: udozander64@aol.com.

Selbsthilfegruppe für Hinterbliebene von Suizid Opfern

Die Selbsthilfekontaktstelle unterstützt auf Initiative mehrerer Betroffener die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Suizid-Opfern.

Einen geliebten Menschen aufgrund einer Selbsttötung zu verlieren ist für die Hinterbliebenen eine unerträgliche Situation. Warum ist der Betroffene diesen Weg gegangen? Wie konnte es soweit kommen? Hätte jemand etwas tun oder verhindern können? All diese quälenden Fragen belasten und sind für die Angehörigen nur schwer zu ertragen. Hinzu kommen häufig Unverständnis oder gar Verurteilung der Tat durch das gesellschaftliche Umfeld.

Eine Selbsthilfegruppe kann sehr hilfreich sein, um sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können, die eine ähnliche belastende Situation erleben. Betroffene finden Mitgefühl und Verständnis, können sich einfach mal von der Seele reden und sich die Schicksale der Anderen anhören – all dies gibt Kraft, Trost und Zuversicht.

Selbsthilfegruppe für verlassene Eltern bzw. Elternteile

Die Selbsthilfekontaktstelle unterstützt die Initiative zur Gründung einer Selbsthilfegruppe für verlassene Eltern bzw. Elternteile. Dabei handelt es sich um Eltern bzw. Elternteile, deren Kinder den Kontakt zu ihnen komplett ablehnen, nicht mehr ans Telefon gehen und auf Briefe nicht antworten oder diese gar ungeöffnet zurücksenden. Häufig respektieren Eltern bzw. Elternteile aber auch den Kontaktabbruch des Kindes wie gelähmt, nehmen selbst keinen Kontakt mehr auf, weil sie trauern und merken, dass sie selbst Abstand brauchen. Sie bleiben ratlos zurück, meist ohne um die Gründe zu wissen, warum die Kinder so handeln. Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie häufig dies passiert, denn Viele schweigen oder schämen sich dafür – eine oft unerträgliche und enorm belastende Situation. Mit der ständigen Frage „Warum?“ bleiben sie allein zurück und leiden sehr unter dem Verlust ihres Kindes.

Eine Selbsthilfegruppe kann sehr hilfreich sein, um sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können, die eine ähnliche Situation erleben. Es soll nicht darum gehen, vergangene Erziehungsstile zu diskutieren, noch die Schuld bei Kindern oder Eltern bzw. Elternteilen zu suchen. Der Initiatorin geht es darum, sich auszutauschen, gemeinsam Verständnis aufzubringen, zu trösten und Wege aus der Trauer über den Verlust zu finden. Der Fokus soll darauf gelegt werden, sich selbst zu finden und für sich selbst etwas zu tun, um am Leben teilhaben zu können, auch ohne den Kontakt zu den Kindern.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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