Neue Selbsthilfegruppen im Landkreis

Teilen erwünscht

Die Selbsthilfekontaktstelle im Gesundheitsamt  des Landkreis Limburg-Weilburg unterstützt die Gründung neuer Selbsthilfegruppen – für Stotterer, Stoma-Träger und Angehörige eines schwerkranken Kindes. 

Interessierte an der Selbsthilfegruppe wenden sich vertrauensvoll an die Selbsthilfekontaktstelle, telefonisch unter 06431 296-635 oder per Mail an selbsthilfe@limburg-weilburg.de. Weitere Informationen gibt es unter www.selbsthilfe-limburg-weilburg.de. Der Besuch der Selbsthilfegruppe ist vertraulich und kostenfrei. Interessierte sind herzlich Willkommen.

Selbsthilfegruppe für Stotterer gegründet

Es gründet sich eine „Flow-Sprechgruppe“ für Stotternde im jugendlichen und jungen Erwachsenenalter. Die Treffen finden ab sofort jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 18.30 bis 20 Uhr im Gruppenraum der Selbsthilfekontaktstelle, Diezer Straße 13 (1. Stock), in Limburg statt.

Stottern ist eine Störung des Redeflusses und kann sich äußern durch Blockaden, Wiederholungen oder Dehnungen in unterschiedlicher Intensität und Stärke. Stottern kann abhängig von Gefühlslage oder Tagesform des betroffenen Menschen zwar schwanken, ist jedoch stets eine körperlich bedingte Sprechbehinderung. Häufig entwickeln Stotternde sogenannte sekundäre Symptome (Begleitsymptome) wie zum Beispiel Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur, auffällige Kopfbewegungen oder zusätzliche Körperverspannungen beim Sprechen. Nicht selten führt dies zu Ängsten oder gar Vermeidungsverhalten von Sprechsituationen, manchmal sogar zu totalem gesellschaftlichen Rückzug.

Eine Selbsthilfegruppe kann hier sehr hilfreich sein, um sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Sprechtechniken zu üben. Ohne Zeitdruck in einer Gruppe von etwa fünf bis zehn Menschen reden, egal ob flüssig oder nichtoder einfach erst einmal zuhören – jeder, wie er möchte. Die Betroffenen finden Unterstützung und Verständnis, können ihre Erfahrungen austauschen oder gemeinsam Übungen praktizieren – all dies gibt Kraft und stärkt das Selbstvertrauen. Das Programm der Treffen orientiert sich an den Interessen und Wünschen der Teilnehmer.

Interessierte an der Selbsthilfegruppe wenden sich vertrauensvoll an die Initiatorin der Flow-Sprechstunde, Frau Engelhardt, unter der Mobilfunknummer 0162 – 2106879 oder per Mail an limburg@flow-sprechgruppe.de. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.flow-sprechgruppe.de.

 

Selbsthilfegruppe für Stoma-Träger wird gegründet

Die Selbsthilfekontaktstelle gründet auf Initiative einer Betroffenen eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Stoma-Anlage. Das erste Treffen findet am Dienstag, 26. Februar 2019, um 18 Uhr im Gruppenraum der Selbsthilfekontaktstelle, Diezer Straße 13 (1. Stock, in den Räumen der Jugendzahnpflege), in Limburg statt.

Viele Menschen erhalten temporär oder permanent eine Stoma-Anlage, auch bekannt als künstlicher Darm- oder Blasenausgang. Diese sind häufig bedingt durch Erkrankungen wie Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen (CED), beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, aber auch durch Verletzungen nach Unfällen oder im Rahmen einer Krebserkrankung. Stoma kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Mund, Mündung“. In der Medizin versteht man darunter eine durch eine Operation geschaffene Öffnung des Darms, der Blase oder der Luftröhre nach außen, um erkrankte oder geschädigte Teile zu ersetzen oder zu entlasten. Betroffen sind alle Altersgruppen, vom Säugling bis hin zu Senioren.

Stoma-Träger haben längst aufgehört, sich zu verstecken, das Thema rückt zunehmend aus dem Tabu-Bereich. Eine Selbsthilfegruppe bietet hier die Möglichkeit zum Austausch mit Gleichbetroffenen über die Erkrankung selbst sowie über Hilfs- und Informationsangebote rund um das Thema Stoma. Der persönliche Kontakt, die Gespräche oder gegenseitige Hilfestellung in Akutphasen können Kraft und Halt geben.

Selbsthilfegruppe für Angehörige eines schwerkranken Kindes

Die Selbsthilfekontaktstelle gründet auf Initiative einer Betroffenen eine Selbsthilfegruppe für Angehörige/Eltern eines schwerkranken oder behinderten Kindes. Das erste Treffen findet am Donnerstag, 24. Januar 2019, um 17.30 Uhr im Gruppenraum der Selbsthilfekontaktstelle, Diezer Straße 13 (1. Stock, in den Räumen der Jugendzahnpflege), in Limburg statt. Die Teilnehmer wollen sich ab dann jeden vierten Donnerstag im Monat regelmäßig treffen.

Die schwere Erkrankung oder Behinderung eines Kindes ist für die Eltern oder nahestehenden Angehörigen häufig eine große Belastung. Wiederkehrende Krankenhausaufenthalte, Therapiemaßnahmen und die bürokratische Organisation, die den Alltag bestimmen, zehren an den Kräften und bringen das Familiengefüge nicht selten aus dem Gleichgewicht. Die Angst und Sorge um das geliebte Kind bleibt ein ständiger Begleiter. Das Umfeld kann diese belastende Situation nicht immer ausreichend und dauerhaft verstehen oder nachvollziehen.

Eine Selbsthilfegruppe kann sehr hilfreich sein, um sich mit anderen Betroffenen austauschen zu können, die eine ähnliche belastende Situation erleben. Der Austausch von Erfahrungen und praktischen Tipps, aber auch gemeinsame Unternehmungen mit den Kindern sind gewünscht. Betroffene finden Mitgefühl und Verständnis, können einfach mal von der Seele reden und sich die Schicksale anderer Menschen anhören – all dies gibt Kraft und stärkt das Selbstvertrauen.

 

 


Teilen erwünscht

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.