Neustart mit Deutschen Meisterschaften – Stark im Ehrenamt

Im letzten Jahr wurde der Judoclub Elz 50 Jahre alt und wollte dieses Jubiläum groß feiern. Doch durch die Pandemie war dies nicht möglich. Durch die Ausrichtung der Deutschen Kata-Meisterschaften meldet sich der Verein nun wieder und nimmt die Hoffnung mit, dass es Stück für Stück Richtung Normalität geht.

Es ist ein tolles Gefühl, in einer Sporthalle zu sitzen und aufgeregte Sportler zu beobachten. Bereits in der feierlichen Eröffnung klingt mit, dass sich alle über diese Meisterschaften freuen. „Unter Einschränkungen freuen wir uns auf die Durchführung der Meisterschaften“, so Stefan Schneider, der Vorsitzende des Judoclubs Elz. Bodo Kraus, stellvertretende Vorsitzende, freut sich auch, dass aus ganz Deutschland rund 200 Sportler angereist sind, verteilt auf zwei Tage. „Als Ausrichter ist es nicht ganz einfach, aber wir machen es gerne“, so Kraus. Damit weist er auf die Hygienemaßnahmen hin, unter welchen die Meisterschaften stattfinden können wie Einbahnstraßenverkehr in der Sporthalle oder auch das regelmäßige Desinfizieren der Matte. Doch die Mühen nehmen sie gerne auf sich, Hauptsache es geht wieder los. Bereits im letzten Jahr stellte sich der Judoclub darauf ein, die Meisterschaften durchzuführen. Doch dann kam der Lockdown und ein Trainingsbetrieb geschweige denn Wettkampfsbetrieb war nicht möglich. „Ich wünsche allen verletzungsfreie Wettkämpfe! Toi, toi, toi!“, so Kraus.

Kleiner Einblick zum Kata

Laut dem Deutschen Judo Bund bedeutet „Kata“ im Wortsinn Form, Stil, Muster. Speziell in den japanischen Kampfkünsten sind festgelegte „Formen“ wichtige Hilfsmittel, um die überlieferten Techniken und Prinzipien der jeweiligen Kampfkunst üben zu können und diese im Bewegungsgedächtnis zu archivieren. Bei den Meisterschaften zeigt ein Wettkampf-Paar diese Bewegungsabläufe und erhält darauf Punkte. Wer diese Techniken am besten vorführt, gewinnt am Ende die Meisterschaften.

Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft

Weil im letzten Jahr Ehrungen nicht durchgeführt werden konnten, nahm Bodo Kraus die Eröffnung als Gelegenheit, um Stefan Schneider zu 50 Jahre Mitgliedschaft im Judo Club sowie 25 Jahre 1. Vorsitzender des Vereins zu ehren. „Es macht Spaß, mit Dir zusammen Vereinsgeschicke zu lenken“, so Kraus.

Im Gespräch zeigt auch Stefan Schneider nochmal den Aufwand auf, den der Judo Club auf sich genommen hat. So konnte der Verein erst gegen 23.30 Uhr, als andere Vereine mit ihrem Training fertig waren, in die Halle hinein, um alles für die Meisterschaft vorzubereiten. Aber das Team nörgelte nicht, sondern stand bereit, um gemeinsam alles vorzubereiten. Und auch wenn Schneider für 25 Jahre Vorsitz geehrt wurde, so macht er deutlich klar, dass der Judo Club heute da steht, wo er steht, weil sie im Team arbeiten. Und so betrifft das Team nicht nur das Sportliche im Verein, sondern auch das Miteinander ist durch einen starken Teamgedanken geprägt. Dabei war Judo nicht seine erste Wahl. Doch mit sieben Jahren schickte ihn seine Mutter in die neugegründete Judoabteilung. „Als ich auf der Matte stand, habe ich mich wie zu Hause gefühlt“, so Schneider, „ und so ist es bis heute.“ In seinen Augen hat ihn der Sport und auch die damit verbundene Disziplin fürs Leben geprägt.

Raus aus der Pandemie

Die Pandemie war nicht einfach für den Verein, doch sie hatten Glück, dass sie mit dem Dojo eigene Räumlichkeiten hatten. So konnten sie Live Online Training anbieten oder in Kleingruppen trainieren, ohne jedes Mal alles auf und wieder abbauen zu müssen. Doch Stefan Schneider zeigte sich froh, dass sie die Meisterschaften in diesem Rahmen durchführen konnten. Leider war es durch die Pandemie schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen, doch mit neuen Aktionen wollen sie dies aufholen.

Im letzten Jahr hatte der Judo Club eine akademische Feier in der Turnhalle geplant. Diese sollte im japanischen Stil stattfinden sowie mit einem Showprogramm. Sie waren am Üben und Konzepte entwickeln. Erst haben sie den Termin immer wieder geschoben, dann irgendwann abgesagt. Einen neuen Anlauf wollen sie nicht nehmen. Sie haben dafür geplant, am 27. November zwei erfolgreiche Judokas in Elz zu haben. Eduard Trippel, Silber und Bronze bei den Olympischen Spielen sowie Judo-Weltmeister von 2017, Alexander Wieczerzak kommen nach Elz und werden Lehrgänge mit beiden angeboten.

Mehr zum Judo Club Elz auf der Homepage.

Stefan Schneider freut sich, dass Elz die Deutschen Kata Meisterschaften ausrichten darf

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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