Orchesterprojekt „German Winds“ begeisterte in Nordengland und Schottland

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Die Trompeterin und Chorleiterin des Evangelischen Posaunenchores Staffel Anna Laszlo war eine von 50 Musikern des Orchesterprojektes „German Winds“, welches jetzt auf einer Konzertreise in Nordengland und Schottland unterwegs war.

Mit dem Ziel, musikalische Netzwerke in ganz Europa zu schaffen, brachen 50 Musiker aus ganz Deutschland zu einer „Scotland and the Borders Tour“ vom 03. bis 08.Oktober nach England und
Schottland auf. Dirigent Sven M. Hellinghausen hatte das Orchesterprojekt „German Winds“ nach der erfolgreichen Konzerttour zu Papst Franziskus im Jahr 2017 als festes Orchester gegründet, in dem jetzt auch die Trompeterin und Chorleiterin des Evangelischen Posaunenchores Staffel Anna Laszlo mitspielt. Für sie war es die erste Konzertreise dieser Art und ein unvergessliches Erlebnis.

Musikalisch neues Terrain

Die Herausforderung, sich musikalisch auf neuem Terrain zu bewegen und dabei England und Schottland zu bereisen, reizte sie sehr und bescherte ihr wunderbare Momente. Für drei Konzertorte in Großbritannien wurden jeweils Partnerorchester gewonnen, um gemeinsam zu musizieren und Kontakte zu knüpfen.
Beim ersten Konzert in der englischen Hafenstadt Newcastle fand man die „Alnwick Playhouse Concert Band“ als musikalischen Partner, und gemeinsam gestalteten beide Orchester einen unvergesslichen Konzertabend in der altehrwürdigen Kathedrale in Newcastle. Mit drei Alphörnern spielten sich beide Orchester in die Herzen der zahlreichen Zuhörer, die mit ihrem Eintrittsgeld ein lokales Hospiz unterstützten. Gemeinsam präsentierten sie den von Kane McLean komponierten Marsch „Alnwick Castle“ einem interessierten Publikum. Das darin beschriebene Schloss in
Northumbrien, das auch für Filmaufnahmen, z.B. für „Harry Potter“, bekannt ist, war bereits zuvor vom Orchester besucht worden – einschließlich einer Aufführung in der „Great Hall“ des Schlosses,
die eigentlich der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Die im Konzert anwesende Konsulin der Bundesrepublik Deutschland, Manuela Wendler, nahm das Musikstück entgegen und überreichte es anschließend dem Duke von Northumberland. Ein besonderes Highlight war die Mitwirkung des Komponisten Norbert Gälle am Bariton, dessen „Böhmischer Traum“ von allen Musikern sichtbar begeistert interpretiert wurde.
Bereits einen Tag später gastierten „German Winds“ in der bekannten Kirche „Greyfriars Kirk“ in Edinburgh. Mit der „Edinburgh Concert Band“ spielten sie u. a. ein speziell für diesen Anlass
komponiertes Stück von McLean: „The Royal Mile“. Dieses Werk über die bekannteste Straße der Stadt wurde dem Bürgermeister von Edinburgh, Lord Provost Frank Ross, überreicht und wird seinen Ehrenplatz im Stadtarchiv an der Royal Mile erhalten. Auch ein zweites Stück erfuhr seine Premiere: Dirigent Sven M. Hellinghausen hatte vor zehn Jahren „Greyfriars Bobby“ komponiert und darin die Treue eines Hundes zu seinem Herrchen musikalisch verewigt. Der Name „Bobby“ ist untrennbar mit Edinburgh verbunden, und auch „diese Partitur wird ihren Platz in Greyfriars Kirk finden“, wie Lord Provost Ross versprach. Mit der Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Barbara Quick, fand das Konzert ein weiteres Mal eine Anerkennung durch eine deutschen Würdenträgerin.

Beeindruckende Konzerte

Ein drittes beeindruckendes Konzert fand im schottischen Innerleithen statt – gemeinsam mit der „St. Ronan´s Silver Band“, einer Brassband, die mit sechs Dudelsäcken musizierte. Da keine
Röhrenglocken vorhanden waren, musste kurzfristig improvisiert werden, und unter großer Erheiterung der schottischen Zuhörer wurden einfach die vorhandenen Kirchenglocken eingesetzt.
„Tränenreich und hoch emotional waren alle drei Konzerte“, bekannte anschließend Reisekoordinatorin Carmen Radermacher, die die Gruppenreise organisatorisch betreute. Besonders
beim Klang der Dudelsäcke hätten alle Tränen in den Augen gehabt – Gäste und Einheimische. „Nicht das Wetter, sondern das „Klima“ ist wichtig“, stellte Dirigent Sven Hellinghausen zufrieden
fest und meinte damit speziell den engen Zusammenhalt aller Musiker während der Orchesterreise. Dem konnte Baritonist Christian Schmidt nur zustimmen: „Wir sind eine eingeschworene
Gemeinschaft geworden – menschlich wie musikalisch!“
Trotz eines eng getakteten Terminplans gab es daneben noch Gelegenheiten zum Besuch malerischer Orte wie Alnwick Castle oder Bamburgh Castle. Ein unvergessliches Highlight war der gemeinsame „Ceilidh“, den die „Edinburgh Concert Band“ als Abschluss für ihre Freunde aus Deutschland veranstaltete: in einem stilvollen Ambiente tanzten alle Musiker miteinander zu Livemusik und verschmolzen auch persönlich zu einer untrennbaren Einheit. „Das Konzept der Tour ist vollständig aufgegangen“, freute sich der stolze Organisator. Auf die Frage, was nun kommen soll, hüllt sich Hellinghausen allerdings noch in ominöse Umschreibungen. Geplant sei eine weitere Orchesterreise im Jahr 2021 zu einem europäischen Ziel. Selbstverständlich aber auch der Gegenbesuch der britischen Orchester im kommenden Jahr – „in jedem Fall mit anschließendem Ceilidh!“

Die Trompeterin und Chorleiterin des Evangelischen Posaunenchores Staffel Anna Laszlo, vorne rechts, war Teil des Orchesterprojektes 

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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