Ostermarsch in Limburg – Nein zum Krieg

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Am Samstag, den 20. April 2019 findet um 11 Uhr ab dem Bahnhofsvorplatz in Limburg/Lahn ein lokaler Ostermarsch statt. Die Initiative geht vom Bündnis Courage Diez/Limburg aus und wird u.a. vom DGB, PAX CHRISTI und dem SPD Unterbezirk Limburg-Weilburg mitgetragen. Es soll ein klares Statement gesetzt werden: „Nein zum Krieg – Abrüsten statt Aufrüsten“.

Die Ostermärsche sind jährlich stattfindende Demonstrationen für den Frieden und gegen den Krieg. Ihren Ursprung haben die Ostermärsche in den 1950er Jahren, als britische Atomwaffengegner auf die Straße gingen (Quelle Wikipedia). In den 1960er Jahren fanden Ostermärsche auch in der Bundesrepublik statt. Bis in die Gegenwart haben sich diese Märsche als Mittel der Friedensbewegung etabliert. Auch in Limburg gehen friedliebende Menschen unterschiedlicher politischer, religiöser und kultureller Herkunft auf die Straße. Bündnis Courage, DGB, PAX Christia und der SPD Unterbezirk Limburg-Weilburg ruft zur Teilnahme auf.

Die Welt ist aus den Fugen

„Die Welt ist aus den Fugen“  – sagen immer mehr Menschen. Krisen, Kriege, Klimawandel bedrohen nicht mehr nur einzelne Länder, sondern das Leben auf der ganzen Erde. Wird von den Regierungen entschlossenes Handeln zur Abwehr der drohenden Gefahren erwartet, behalten diese stattdessen die alten Muster bei  –  in Berlin, Paris, Brüssel, Washington, Moskau – überall nur ein „Weiter so“. Melden sich einzelne Stimmen der Vernunft zu Wort, dann werden sie überhört. Vorschläge aus der Geschichte zu lernen und anstelle weiterer Aufrüstung Europa zu einer „Schweiz für die ganze Welt“ (so Peter Gauweiler, CSU) zu machen, werden mit den Forderungen der Rüstungsindustrie beantwortet, zwei Prozent des Bruttosozialprodukts für die Aufrüstung auszugeben, statt dieses Geld in Klimaschutz, Wiederaufbau und ein menschenwürdiges Leben für alle zu investieren.

Ist das nicht der Moment, an dem wir die Sache selbst in die Hand nehmen müssen? Eine weltweite Friedensbewegung von Millionen Menschen, in Deutschland bekannt unter dem „Krefelder Appell“, hat in den achtziger Jahren eine „Null-Lösung“ für eine Waffengattung, für atomare Mittelstreckenraketen durchsetzen können. Die Organisatoren fragen heute: Brauchen wir nicht Null-Lösungen für Panzer, Drohnen, Flugzeugträger, Raketen und Atomsprengköpfe, wenn wir den Planeten retten und allen Menschen auf dem Erdball ein sicheres, auskömmliches Leben ermöglichen wollen?

Grüne Politiker für Frieden

Dr. Sebastian Schaub (Kreisvorstand Bündnis 90/ Die Grünen Limburg-Weilburg) fordert die Menschen auf, sich an diesem Marsch zu beteiligen. Millionen Menschen fliehen nicht nur wegen den Folgen der Klimaveränderungen oder der politischen Unterdrücken, sondern sie fliehen auch vor Kriegen in Syrien, dem Osten der Ukraine oder in Afrika nach Europa. Und dann muss die deutsche Politik ihren Einfluss zur Eindämmung dieser Krisen einsetzen. Daher fordern die Grünen, zivile Krisenvorsorge in den Mittelpunkt der Außenpolitik zu stellen, sich für echte Abrüstung einzusetzen und die Lieferung von Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete absolut zu unterbinden.

Die Grüne Friedenspolitik tritt im Besonderen ein für

  • Ächtung und das Verbote sämtlicher Atomwaffen,
  • Verbot von Investitionen in völkerrechtswidrige Waffen wie Landminen und Streumunition
  • Ein Zusatzprotokoll zur Verhinderung von Letalen Autonomen Waffensystemen
  • Keine Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr
  • Kein neues Wettrüsten, um zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes jährlich ausgeben zu wollen.

Wer für Frieden eintritt, darf über Kriege wie ihn die Russische Föderation in der Ostukraine und in Syrien mitführt und fördert, nicht schweigen. Autoritäre Regierungen und die Missachtung von Menschenrechten und Demokratie sind der Treibstoff für militärische Aggression. Das Bruttoinlandsprodukt der Russischen Föderation lag mit 1.527 MRD Dollar 2017 auf dem Niveau der Volkswirtschaft Spaniens (1.311 MRD Dollar). Nicht nur deswegen ist seine Aufrüstung unverhältnismäßig. Sie übt einen enormen Druck auf die osteuropäischen Staaten aus und erneuert imperiale Ansätze, wie sie in den Zeiten des Zarismus im 19. Jahrhundert verfolgt wurden.

Daher zielt die Grüne Politik darauf ab, durch politisches Handeln Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen und nicht nur die geflüchteten Opfer von Krieg und Unterdrückung zu beschützen. Die Achtung von Menschenrechten muss deswegen real im „Rüstungsexportkontrollgesetz“ verankert und mit Klage- und Prüfrechten für Nichtregierungsorganisationen ausgestattet werden. Solange es gesellschaftlich nicht möglich ist, Rüstung komplett zu unterbinden, bleibt grüne Politik in der Pflicht konkret einzugreifen und tut das auch. Aus diesem Grund animiert Schaub die Menschen dazu,dafür auf die Straße zu gehen.

Viele Mitstreiter

In diesem Jahr haben sich eine ganze Reihe von Organisationen und Einzelpersonen zusammengefunden, um gemeinsam noch nachdrücklicher für Frieden und Abrüstung einzutreten. Während täglich neue Unterschriften eingehen, haben nach dem heutigen Stand ihre Unterstützung erklärt:

Aufstehen Diez – Limburg; BUND KV Limburg ; Bündnis 90 / Die Grünen OV Aar Einrich Diez; Bündnis 90 / Die Grünen OV Bad Camberg; Bündnis Courage; Demokratische Gesellschaft der Kurden in Limburg e.V.; DFG-VK Hessen; DGB Limburg Weilburg; DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine e.V.); DIE LINKE. im Idsteiner Land; DIE LINKE. KV Limburg Weilburg; DIE LINKE. KV Rhein Lahn; DIE LINKE. OV Einrich Aar; Eine Weltladen e.v. Limburg; Friedenswerkstatt Sophie Hedwig; Gesprächskreis Nachdenkseiten Diez – Limburg –  Bad Camberg; GEW  KV Limburg; GEW KV Oberlahn; Idsteiner Friedensbündnis; IG Metall Wiesbaden-Limburg; KAB Bezirksverband; Pax Christi Idstein; PAX Christi Regionalverband Rhein Main; SPD UB Limburg Weilburg; terre des hommes Limburg a.d.Lahn

Die Initiatoren freuen sich besonders auch über die Unterstützung von Bürgermeister Marius Hahn und Bischof Georg Bätzing sowie die angekündigten Beiträge mehrerer Kulturschaffender.

Der Ostermarsch beginnt am Ostersamstag, den 20.04. um 11:00 Uhr am Bahnhofsvorplatz in Limburg, führt in einem Programm von Kurzbeiträgen über mehrerer Zwischenstationen in der Altstadt zur „Plötze“, wo ab 13 Uhr die Abschlußkundgebung ist.

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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