PM Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) – Recht auf Weiterbildung für Beschäftigte

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In Mittelhessen bilden sich 22 Prozent der Menschen in ihrem Job weiter. Nun fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), dass die Beschäftigten im Kreis ein „Recht auf auf Weiterbildung“ bekommen.

Arbeitsplätze für die Digitalisierung fit machen: Beschäftigte im Landkreis Limburg-Weilburg sollen ein „Recht auf Weiterbildung“ bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben im Jahr 2017 lediglich 22 Prozent der Erwerbstätigen in der gesamten Region Mittelhessen an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Das sind zwar rund 115.000 Menschen – „aber angesichts der Umbrüche in vielen Branchen noch viel zu wenige“, sagt Peter-Martin Cox von der NGG Rhein-Main.

Qualifizierungsoffensive für die neuen Anforderungen

Neue Anforderungen reichten von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu Fremdsprachenkenntnissen im Hotel. „Insbesondere viele ältere Beschäftigte sind dafür nicht gewappnet. Doch den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man nicht einfach nebenbei“, so Cox. Und nicht jeder schaffe es, nach Feierabend noch zur Volkshochschule zu gehen. Die NGG fordert deshalb eine „Qualifizierungsoffensive“. Nur mit einem gesetzlich verankerten „Recht auf lebenslanges Lernen“ könnten heimische Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten. Das von der Bundesregierung vereinbarte Qualifizierungschancengesetz sei ein „Schritt in die richtige Richtung“, greife aber zu kurz, so Cox. Danach übernimmt die Arbeitsagentur Fortbildungskosten und die Lohnfortzahlung nur teilweise.

Bisher kein gesetzlicher Anspruch

Bisher wird die berufliche Weiterbildung vor allem zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. „Gerade in vielen kleinen Betrieben wie Bäckereien oder Restaurants ist das ein Problem. Wegen der dünnen Personaldecke gewähren Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung – obwohl diese am Ende der Firma nutzt“, betont Cox. Durch den Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht oder sich täglich ändernde Arbeitszeiten werde das Lernen allzu oft fast unmöglich.

Großen Nachholbedarf gebe es insbesondere bei ungelernten Kräften, so die NGG. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind die Jobs von gering Qualifizierten besonders stark von der Digitalisierung bedroht.

Die Gewerkschaft NGG fordert die Bundesregierung dazu auf, beim Thema Weiterbildung „Ernst zu machen“. Im Koalitionsvertrag ist zwar von einer „nationalen Weiterbildungsstrategie“ die Rede. Doch die umfasst bislang lediglich eine Beratung bei der Arbeitsagentur.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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