PM Grüne Hadamar/ Dornburg – Naturschutz braucht mehr Verständnis in Dornburg

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Nachdem es in Frickhofen zu einem Kahlschlag auf dem Areal des geplanten Naturfriedhofes kam, luden die Grünen Hadamar/ Dornburg zu einem Gespräch ein. Sie wollten mit den Bürgern darüber sprechen, was in Sachen Naturschutz möglich ist.

Bereits nach dem Abholzen der Bäume auf dem zukünftigen Naturfriedhof in Frickhofen, tat sich ein wenig Ernüchterung bei den Grünen Hadamar/ Dornburg breit. Nach dem Bürgergespräch hinter blieb bei ihnen der Eindruck, dass der Naturschutz in Dornburg keine große Rolle spielt.

Naturschutz spielt in Dornburg keine große Rolle

Dieser Eindruck blieb bei den Beteiligten bei dem Gespräch mit den Dornburger Bürgern am 28. August im Dorfgemeinschaftshaus Frickhofen. „Bürgermeister Andreas Höfner (CDU) nahm sich wohl wegen der Brisanz des Themas selbst Zeit. Denn er hat es selbst zu verantworten, dass wegen eines geplanten Naturfriedhofs in Frickhofen eine vorgesehene Fläche radikal gefällt wurde“, so die Grünen in ihrer Pressemitteilung. Sie sind auch der Meinung, dass Bürgermeister Höfner gegen bestehendes Recht und Gesetz verstoßen hat mit dieser Aktion. Denn im Bebauungsplan 29 zum Flurstück 93/Fläche 4220 qm ist vermerkt, dass die vorhandenen erhaltenswerten Solitärbäume und Bäume die durch Pflegemaßnahmen erhalten werden könnten, nicht gefällt werden sollen.

Bündnis 90/Die GRÜNEN wurden an diesem Abend durch die 1. Vorsitzende Sabine Hirler, ihren Stellvertreter Christoph Speier sowie Bernd Scholz vertreten. Christoph Speier bemängelte weitere Verstöße gegen den Naturschutz in Dornburg, die billigenden gegen geltendes Recht in Kauf genommen werden. So würden rund 20 Kilometer öffentliche Feldwegränder einfach untergepflügt und von den ortsansässigen Landwirten privat genutzt. Dabei sind diese vom Gesetzgeber für den Natur- und Artenschutz eingeplant. Dadurch gehen der Gemeinde Dornburg für den Naturschutz mehrere Hektar landwirtschaftliche Ausgleichsfläche verloren.

Wiedergutmachung?

Speier betont, dass der Schaden, insbesondere der widerrechtlichen Abholzung des Naturfriedhofes nun einmal geschehen ist. Es stellt sich die Frage der Wiedergutmachung. So schlug Christoph Speier vor, dies selbst zu erkennen. Eine Art Selbstanzeige vorzunehmen. Sich zu überlegen, eine Art privaten Ausgleichs für die Abholzung des Geländes vorzunehmen. Schließlich würden der Gemeinde dadurch höhere Kosten entstehen. Eine weitere Möglichkeit sei die Aufforstung eines zusätzlichen Hektars Waldgebiet mir der qualitativ hochwertigen Eiche.

Bürgermeister Andreas Höfner war soweit einsichtig, dass er zugesteht, dass vermutlich der eine oder andere Baum hätte erhalten werden können. Er glaubt aber auch, dass die vereinzelten Bäume den neuen Windverhältnissen nicht standgehalten hätten. Auf die widerrechtliche Nutzung der landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen ging er gar nicht ein. Für die Wiederaufforstung des Naturfriedhofs, wie das Entstehen einer Andachtsstätte, so Höfner, seien im Haushalt 20.000 Euro eingeplant.

„Ein wenig anstößig ist auch die Verwertung des Holzes. Eine Art freundschaftliches Vorgehen unter Parteikollegen“, so die Grünen weiter. Bürgermeister Höfner (CDU) habe sich sich mit dem Ortsvorsteher von Frickhofen Frank Luciesi (CDU) abgesprochen. Luciesi fällt die Bäume und erhält dafür gleichzeitig die Erträge der holzwirtschaftlichen Vermarktung. Es wurde weder eine Aufstellung der der zu erwartenden Kosten für die Baumfällung, noch des zu erwartenden Holzertrages gemacht. Auch von einer öffentlichen Ausschreibung der Holzfällarbeiten wurde abgesehen. Das ist ein recht unübliches Vorgehen und wirft für die Grünen einige Fragen auf.

Unbewirtschafteter Mischwald

Bernd Scholz machte einen weiteren Vorschlag zur Kompensation des entstandenen Schadens. So erklärte er, dass im Gegensatz zu einem forstwirtschaftlich genutzten Wald ein ursprünglicher, unbewirtschafteter Mischwald dreimal soviel CO2 speichern würde. Gleiches gelte übrigens für einen naturnah bewirtschafteten Mischwald. Das ist ein Wald, der sich im Grunde selbst überlassen würde, dennoch forstwirtschaftlich durch vereinzelte holzwirtschaftliche Maßnahmen genutzt wird. Dieses Verfahren hat bundesweit unter dem Titel „Lübecker Modell“ Anerkennung erhalten.

Die Gemeinde Dornburg solle sich überlegen Waldflächen in diesem Sinne neu zu nutzen. Dies sei auch wirtschaftlich sinnvoll. Durch die hohen Schäden am Holz, müssen derzeit sehr große Flächen gefällt werden. Der Preis auf den Holzmärkten ist eingebrochen. Wegen des hohen Holzangebotes wird es unter hohen CO2 Aufwand per Schiff zu einem Dumpingpreis nach China verschifft, die dort einen Ersatz für ihre Eukalyptusbäume suchen. Gleichzeitig steigt der Preis für Setzlinge immer mehr an. Holzwirtschaft in den Kommunen wird in Zukunft ein Minus Geschäft sein. Es wird Jahre ohne Erträge geben. Da macht es Sinn sich zu überlegen, die Kosten für den forstwirtschaftlichen Einsatz herunterzufahren.

Zudem strebt das Land Hessen an, die naturnahe Bewirtschaftung von derzeit 3,5% der Flächen auf 10% anzuheben. Es werden deshalb sogar Ausgleichzahlungen für eine urwäldliche Nutzung durch das Land zur Verfügung gestellt. Ein Wechsel macht also doppelt Sinn. Anwesende Mitglieder der CDU konnten sich mit einem so unordentlichen Wald nicht anfreunden.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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