PM IHK – Tourismus-Einbrüche durch Corona

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Die Unternehmen des regionalen Gastgewerbes bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. Das zeigten bereits die letzte IHK-Konjunkturumfrage im Mai und die Corona-Blitzumfrage im Juni.

Eine aktuelle Auswertung der Beherbergungsstatistik des Hessischen Statistischen Landesamts ergibt nun, dass im gesamten ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitrum weniger als die Hälfte an Gästen zum Übernachten in den Landkreis Limburg-Weilburg kamen.

Corona: Tourismus mit Einbrüchen

Von Januar bis Juni 2020 wurden nach offizieller Statistik insgesamt 48.794 Gästeankünfte im Landkreis registriert, dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 50,4 Prozent. Dabei ging die Zahl der Auslandsgäste noch etwas stärker zurück als die Zahl der Gäste aus dem Inland. Die Zahl der insgesamt gebuchten 162.184 Übernachtungen ist gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 etwas weniger zurückgegangen (-33,4 Prozent).

Die durchschnittliche Bettenauslastung lag mit 28,1 Prozent zwar unter dem hessischen Durchschnitt (36,5 Prozent), aber etwa im Durchschnitt von Mittelhessen gesamt. Die beste Bettenauslastung in Hessen meldete wieder die Stadt Frankfurt mit 41,4 Prozent.

3,3 Übernachtungen im Landkreis

Der Gast in Frankfurt, zumeist auf Geschäftsreise bleibt im Durchschnitt nur 1,8 Tage vor Ort. Im Landkreis Limburg-Weilburg verweilt man im Durchschnitt fast einen Tag länger. Pro Gast ergibt sich eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 3,3 Tagen. Dazu trägt auch Bad Camberg bei, mit einer besonders langen durchschnittlichen Aufenthaltsdauer seiner Kurgäste von 16,4 Tagen. Bad Camberg hatte auch nur einen geringen Einbruch der Übernachtungszahlen.

Die Übernachtungshochburgen im Landkreis waren von der Krise besonders betroffen. Im ersten Halbjahr 2020 kamen 20.739 Gäste nach Limburg (gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 ergibt sich ein Minus von 49,5 Prozent). Nach Weilburg kamen 8.717 Gäste (minus 61,5 Prozent). Es folgt Bad Camberg mit 4.643 Gästen (minus 38,6 Prozent) und Hadamar mit 3.247 Gästen (minus 45,7 Prozent).

Die Beherbergungsstatistik des Statistischen Landesamtes erfasst alle Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Gästebetten und Campingplätze mit zehn oder mehr Stellplätzen (ohne Dauercampingplätze). Im Landkreis Limburg-Weilburg hatten Mitte 2020 noch 70 entsprechende Betriebe geöffnet (2019 waren es 79 Betriebe) mit insgesamt 5.378 angebotenen Gästebetten.

Normalisierung erst in 2021

Bereits seit März belastet die Corona-Pandemie die Unternehmen der Branche. Die letzte Konjunkturumfrage der IHK zum Frühsommer zeigte für das Gastgewerbe einen starken Einbruch von guten 117 Punkten zum Jahresbeginn auf nur noch 19 Punkte. Die ersten Lockerungen bei den Schutzmaßnahmen bieten zwar ein Hoffnungsschimmer. Aufgrund der weiterhin erforderlichen Abstands- bzw. Schutzbestimmungen ist aber eine rentierliche Auslastung und Leistungserbringungen bei den meisten Unternehmen noch nicht in Sicht. 92 Prozent der befragten Betriebe bezeichneten damals ihre augenblickliche Geschäftslage aufgrund der nicht mehr vorhandenen Auslastung als schlecht, nur 8 Prozent als zufriedenstellend. Laut der Corona-Blitzumfrage der IHK Ende Juni rechnen die allermeisten Unternehmen der Gastronomie erst im Lauf des Jahres 2021 oder später mit einer „Normalisierung“.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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