PM Landkreis – Lebensmittelüberwachung in Zeiten der Krise

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Ende letzten Jahres kam der Lebensmittelskandal bei der Wilke-Wurst heraus. Seitdem ist das Thema Lebensmittelüberwachung ein brisantes Thema. Gesundheitsdezernent Jörg Sauer besuchte jetzt die Firma Grasmehr in Gaudernbach. 

Lebensmittelüberwachung ist seit dem Wilke-Skandal ein durchaus brisantes Thema und auch die Corona Pandemie bringt es täglich in unser Bewusstsein: Hygiene ist für unsere Gesundheit von größter Bedeutung.

Lebensmittelüberwachung in Zeiten der Krise

Wie Überwachung in der Praxis funktioniert, zeigte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Jörg Sauer bei einem Besuch der Firma Grasmehr in Gaudernbach. Das Unternehmen, größter Metzgereibetrieb im Landkreis, arbeitet auf der Basis gewachsener Traditionen und produziert handwerkliche Wurstmacherspezialitäten. „Unsere Vision lautet höchste handwerkliche Qualität sowie das berühmte Händchen für besten Geschmack. Das gehört zu unserer Philosophie“, so Werner Grasmehr, der gemeinsam mit Bruder Klaus das Unternehmen führt.

Der Betrieb ist als EU-Verarbeitungsbetrieb zugelassen. Das bedeutet höhere Anforderungen an die Hygiene als üblich. Jährlich prüft das Regierungspräsidium die Einhaltung der EU Richtlinien, wöchentlich kontrolliert das Fachpersonal des Kreises die Metzgerei, die Firma beschäftigt eigene Fachkräfte für Qualitätssicherung, die regelmäßig geschult werden. “Da wir auch den Handel beliefern, werden wir zudem vom TÜV Süd geprüft und für den sogenannten IFS (international food standard) zertifiziert,“ betont Werner Grasmehr.

Regelmäßige Überwachung

Lebensmittelüberwachung ist hessenweit eindeutig geregelt. Dazu gehört auch eine regelmäßige Überwachung durch sogenannte „externe Auditoren“, die die Arbeit der Veterinärbehörden vor Ort kontrollieren. „Routinekontrollen in Betrieben werden risikoorientiert durchgeführt. Das bedeutet, dass je nach Größe des Betriebes oder der herzustellenden oder in den Verkehr zu bringenden Lebensmittel unterschiedliche Kontrollintervalle vorgegeben sind“, erläuterte Jörg Sauer. Davon losgelöst würden natürlich auch weitere Anlass bezogene Kontrollen, beispielsweise bei Bürgerbeschwerden, bei notwendigen Nachkontrollen oder bei Produktrückrufen, zeitnah durchgeführt.

Zu Betriebsbegehungen gehören die Kontrolle der baulichen Gegebenheiten, Überwachung der Personalhygiene, Produkthygiene, Produktionshygiene, Eigenkontrollen und Dokumentation, Rückverfolgbarkeit der Waren und Rohstoffe. Amtliche Probennahmen zur mikrobiologischen Untersuchung und Überprüfung der betriebsintern durchgeführten Kontrollen sind zusätzliche Bestandteile der Überwachung. Dies alles wird auch bei der Firma Grasmehr regelmäßig durchgeführt, bis zum heutigen Tag immer zur Zufriedenheit der Kontrolleure. „Dafür investieren wir gerne und aus Überzeugung“, betont Werner Grasmehr.

„Auch und insbesondere aus Gründen des Tierschutzes ist Stärkung der Regionalität und Unterstützung der heimischen Landwirtschaft für uns als Landkreis Limburg-Weilburg ein wichtiges Ziel“ erklärte Sauer. Deswegen sei ein gut funktionierendes Veterinäramt von der Zucht über Transportkontrolle bis zur Begutachtung verarbeitender Betriebe von größter Bedeutung, betonte Jörg Sauer am Ende der informativen Führung.

 

 

 

 

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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