PM Marion Schardt-Sauer – Kälber von Füchsen gerissen?

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Ende Mai dieses Jahrs wurden im Landkreis Limburg-Weilburg 3 Kälberrisse mit Wolfsverdacht registriert. Die Nutztierhalter sind – nicht erst seit diesem Vorfall – sehr in Sorge um ihre Tiere.

Der hessische Wolfsmanagementplan scheint zu versagen. Zugleich scheint die Untersuchungsmethodik durchaus fragwürdig und die Ergebnisse nicht zweifelsfrei sicher zu sein. Insbesondere Dauer und Ergebnisse geben Anlass zu Diskussionen. So soll vorliegend ein Fuchs das Kalb gerissen haben, was bei objektiver Betrachtung ein mindestens zweifelhafter Befund ist. Aus diesem Grund wandte sich die heimische Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer mit ihren Fragen an den Hessischen Landtag.

Zweifel am Befund der Untersuchung

„Kälber, die von Füchsen gerissen worden sein sollen? Das ist bei objektiver Betrachtung ein seltsamer und mindestens zweifelhafter Befund“, erklärt die heimische FDP-Landtagsabgeordnete Marion Schardt-Sauer. Sie bezieht sich damit auf die Meldung, dass die genetische Untersuchung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zu dem Ergebnis gekommen sei, dass die Kälber in Bad Camberg von einem Fuchs gerissen worden seien. Hintergrund sind die Ende Mai dieses Jahres in Bad Camberg und Villmar bekannt gewordenen drei Kälberrisse mit Wolfsverdacht.

Schardt-Sauer steht im Kontakt mit den Tierhaltern, die nicht erst seit diesem Vorfall sehr in Sorge um ihre Tiere sind. Sie bemängelt, dass der hessische Wolfsmanagementplan zu versagen scheint und die Untersuchungsmethodik durchaus fragwürdig bzw. die Ergebnisse nicht zweifelsfrei sicher seien.

Dass die Kälber vom Fuchs gerissen wurden, daran glauben die Weidetierhalter ebenso wenig, wie Schardt-Sauer, die deshalb zwei kleine Anfragen im Landtag eingereicht hat, die etwas Licht ins Dunkel bringen sollen. „Wenn die toten Kälber natürlich erst Tage später untersucht werden, dann ist es klar, dass man alle möglichen Spuren von Tieren findet, insbesondere von denen, die Aas fressen. Es stellt sich die Frage, wie solche Dinge schnell und sicher geprüft werden können“, erklärt Schardt-Sauer. In ihren kleinen Anfragen fragt sie insbesondere nach den Details, wie Zeitpunkt und Meldeketten für solche Vorfälle. Auch will Schardt-Sauer von der Landesregierung wissen, wann die Begutachtung stattfand und wie man wissenschaftlich sicherstellt, dass die Kadaver bis zur Bergung nicht von weiteren Tieren angefressen werden. Weitere Fragen behandeln die Zukunft der Weidetierhaltung trotz Ansiedlung des Wolfes und den Posten des Wolfsberaters.

Die FDP-Landtagsabgeordnete will so für mehr Transparenz im Umgang mit den Wolfsrissen im Kreis sorgen. „Man hat den Eindruck, dass nur dann kommuniziert wird, wenn es gar nicht anders geht. Insbesondere bei manchen Landtagskollegen hat man den Eindruck, dass sie einen Grünen Maulkorb verpasst bekommen haben“, kritisiert Schardt-Sauer.


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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