PM St. Vincenz – CDU-Politiker kamen zur Visite

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Der Bundestagsabegordnete Klaus-Peter Willsch (CDU) besuchte mit regionalen Kollegen das St. Vincenz-Krankenhaus, um sich ein Bild davon zu machen, wie die Corona-Pandemie bisher bewältigt wurde.

Bei seinem Besuch übergab Klaus-Peter Willsch 80 Schutzanzüge an das St. Vincenz-Krankenhaus als kleines Zeichen der Anerkennung und Unterstützung. Willsch, die CDU-Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann und  Andreas Hofmeister sowie Bürgermeisterkandidat Stefan Laux hatten Anfang der Woche die Klinik besucht. Von Vincenz-Geschäftsführer Guido Wernert erfuhren sie im persönlichen Austausch, welche Zwischenbilanz er aus den vergangenen Wochen zieht und welche Perspektiven sich hieraus ergeben.

Zwischenbilanz und Ausblick in Corona-Zeiten

„Corona ist noch nicht vorbei“, mahnte CDU-Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch beim Besuch im St. Vincenz-Krankenhaus in Limburg. „Das St. Vincenz ist für die Menschen in Limburg und der gesamten Region von hoher Bedeutung. Ich weiß die Arbeit der rund 1.850 Mitarbeiter:innen zu schätzen. Ich habe insbesondere zu Zeiten der Corona-Pandemie großen Respekt vor der Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems“, so Willsch. Aufgrund einer großzügigen Spende der Taiwanesischen Regierung könne er nun als kleines Zeichen der Anerkennung und der Unterstützung die Corona-Schutzanzüge übergeben. Besonderer Dank für diese Geste der Solidarität gelte dem taiwanesischen Botschafter  Prof. Dr. Shieh, erklärt der Bundestagsabgeordnete. Guido Wernert, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, dankte für diese aufmerksame Geste. „Auch wenn derzeit keine Coronafälle im Haus behandelt werden, ist es wichtig, auf eine bevorstehende zweite Welle vorbereitet zu sein. Im Angesicht der immer noch sehr hohen Preise für Schutzausrüstung, freuen wir uns besonders über diese Spende“, so Wernert.

Die Visite der CDU Politiker sollte neben der Übergabe der Schutzausrüstung auch dem Austausch dienen: Welche Zwischenbilanz kann aus den vergangenen Monaten der Coronapandemie gezogen werden? Welche Perspektiven ergeben sich hieraus? Und wo kann die Politik unterstützen? Geschäftsführer Wernert nutzte die Gelegenheit, um zunächst sowohl Bund, als auch Ländern und speziell dem Landkreis Limburg-Weilburg seinen Dank für schnelle und unkomplizierte Unterstützung auszusprechen. „Schnellstmöglich wurden sämtliche Hebel in Bewegung gesetzt, um knappes Schutzmaterial zu sichern“, lobte Wernert. Martin Richard, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Klinik, erwähnte ausdrücklich auch die zahlreichen Hilfsangebote von Unternehmen aus der Region sowie engagierter Privatpersonen. Die Krise habe gezeigt, dass die Menschen in der Region zusammenhalten. Gegenseitige Unterstützung sei auch innerhalb der Vincenz-Einrichtungen überall zu spüren gewesen, berichtet Wernert aus den vergangenen Wochen.

Rückgang der Patientenzahlen

Mit Blick auf die Zukunft bereitet Wernert vor allem eines Kopfzerbrechen: ein verändertes Patientenverhalten. Corona habe dazu geführt, dass Menschen den Gang ins Krankenhaus meiden, auch wenn dies aus medizinischer Sicht notwendig sei. „Sie fürchten sich vor Ansteckungen in der Klinik. Das ist zwar unbegründet, auch weil wir zahlreiche Schutzmaßnahmen ergriffen haben“, so der Geschäftsführer, „es wird aber nur schwer aus den Köpfen der Menschen herauszukriegen sein und uns noch länger begleiten. Das ist nicht nur in Limburg ein Problem, sondern deutschlandweit“. Neben ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen, zu denen dieses Verhalten führen könne, habe ein Rückgang der Patientenzahlen auch erhebliche Auswirkungen auf die Finanzlage der Kliniken.

„Krankenhäuser müssen Abteilungen, wie Radiologie, OP, Notaufnahme und Intensivstation vorhalten“, erklärt Wernert. Die Kosten hierfür müssen zu 100 Prozent aus den Einnahmen gedeckt werden. Wenn nun aber die Patientenzahlen zurückgehen, geht dies natürlich auch mit einem Rückgang der Einnahmen einher.“ Ab Oktober fallen zudem die Ausgleichszahlungen weg, die Krankenhäuser derzeit aus dem Corona-Rettungsschirm erhalten. Als Lösung fordert er, dass ein bestimmter Teil des Krankenhausbudgets zur Absicherung dieser Vorhaltungen fix ausgezahlt werde. Hier sieht er die Bundesregierung in der Pflicht, die für die Krankenhausfinanzierung zuständig ist.

Zukunftsperspektiven

Einig waren sich alle, dass eine zukunftsfeste und weiterhin wohnortnahe, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung eine der großen Zukunftsaufgaben sei. In diesem Kontext blickten die Gesprächspartner auf die Einrichtung der Hauptabteilungen Kinder- und Jugendmedizin und Urologie am St. Vincenz zurück. Sowie auf die Errichtung des Talbaus, der geräumige Kapazitäten für Notaufnahme und Garagen für Rettungswagen bietet. Auch der Umzug der Akademie für Gesundheitsfachberufe und die damit verbundene Verdopplung der Ausbildungsplätze auf rund 200 wurde als wichtiges und zukunftsweisendes Angebot für den Landkreis anerkannt.

„Die Gelegenheit zum persönlichen und offenen Gespräch war wertvoll. Ich habe die Einschätzungen von Herrn Wernert mit Interesse aufgenommen und werde hierzu Rücksprache mit den entsprechenden Fachpolitikern innerhalb der Bundestagsfraktion halten. Wichtig ist mir insbesondere, dass wir im gegenseitigen Austausch bleiben“, so MdB Willsch abschließend. An der Zusammenarbeit im Landkreis zwischen allen Gesundheitsanbietern sollte weiter intensiv gearbeitet und aus der Coronapandemie für die Zukunft gelernt werden.

Entscheidend sei es aber auch, medizinische Versorgung nicht nur in den Ballungszentren für alle zugänglich zu machen, so die politischen Vertreter, sondern auch in ländlichen Gebieten. MdL Veyhelmann gab zu bedenken, dass man „im Rahmen der Überlegungen zur ärztlichen Versorgung des ländlichen Raumes neben der flächendeckenden Ansiedlung von Ärzten auch über das Thema der luftgestützten Versorgung mit Hubschraubern sowohl in der Notfallrettung als auch insbesondere im Bereich der Sekundärtransporte von Intensivpatienten zwischen den Krankenhäusern nachdenken sollte. Dies könnte zum einen die Rettungsdienste entlasten und die Notärzte vor Ort einsatzbereit halten, als auch die langen bodengestützten Überführungszeiten wesentlich verkürzen.“

Packten tatkräftig an: Klaus-Peter Willsch (MdB) und Guido Wernert (Geschäftsführer) bringen die Pakete in die Klinik.

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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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