PM St. Vincenz – Gehäkelte Mützen für Krebspatienten

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Um bei über 100 Tagen Krankenhausaufenthalt der Langeweile nicht die Überhand zu lassen, kam Annette Gebhardt eine Idee, die nicht nur für sie die Zeit schneller vergehen ließ, sondern bis heute schon weit über 40 Menschen eine kleine Freude bereitet hat: Sie sträkelt Mützen für Patientinnen, die aufgrund einer Chemotherapie ihre Haare verloren haben.

Auch nach ihrem Krankenhausaufenthalt führt sie dieses Projekt fort und ist auf der Suche nach MitsträklerInnen.

Masche für Masche Gutes tun

Nach einem gesundheitlichen Schicksalsschlag wie beispielsweise einer Krebsdiagnose ist neben der medizinischen Versorgung vor allem mentale Unterstützung wichtig für die Betroffenen. Aus diesem Grund hat sich nun eine neue Initiative gegründet:  Annette Gebhardt unterstützt vor allem Patientinnen, die aufgrund einer Chemotherapie Haare verloren haben.

Über 100 Tage stationärer Aufenthalt im Krankenhaus – da kann man schon einmal das Gefühl haben, die (Klinik-)Decke würde einem auf den Kopf fallen. Als Annette Gebhardt, die insgesamt 106 Tage auf Station 4 Ost des Limburger St. Vincenz-Krankenhauses verbringen musste, einen Anflug dieses Gefühls verspürte, kam ihr eine Idee, die nicht nur für sie die Zeit schneller vergehen ließ, sondern bis heute schon weit über 40 Menschen eine kleine Freude bereitet hat: Sie “sträkelte“ farbenfrohe Beanies für Patientinnen, die durch eine Chemotherapie ihre Haare verloren haben.

Sträkeln? Ja, sträkeln! Dabei handelt es sich um eine Häkeltechnik, bei der das Gewebe wie gestrickt aussieht, – auch als Stricken mit Häkelnadeln bezeichnet. Die Idee dazu kam Gebhardt beim Gespräch mit einer Freundin, die Mützen für Patienten in Kölner Krankenhäusern näht. Schnell war ein erster Prototyp gefertigt. Über die Grünen Damen schickte sie diesen auf Station 7 – dort sind Palliativstation und Onkologie angesiedelt – und bekam auf der Stelle positive Rückmeldungen. Freunde und Verwandte brachten ihr daraufhin Wollreste, aus denen sie während ihrer Zeit auf Station 35 Mützen für Palliativstation, Onkologie und Brustzentrum zauberte. „Das Sträkeln war für mich auch eine Art Therapie, um mich selbst ein wenig abzulenken“, so die Langzeitpatientin. „Die armen Frauen haben so ein schlimmes Schicksal erfahren müssen, da bin ich froh,  ihnen etwas Gutes tun zu können“.

Kleine Grüße für die Patienten

Ihre Entlassung aus dem Krankenhaus war für die in Ohren lebende Rentnerin dann aber kein Grund, ihr ehrenamtliches Projekt zu beenden. Ganz im Gegenteil: Sie konnte sich sogar noch breiter aufstellen. Unterstützt wird sie dabei von Jutta Weber, die sich darauf spezialisiert hat, Mützen in allen erdenklichen Farben und Mustern zu nähen. Außerdem befestigen die beiden an jeder Mütze einen kleinen Gruß mit individuellen Hoffnungs- und Genesungswünschen.

Über die Grünen Damen im Krankenhaus oder die Facebook-Seite „Beanies von Netten für Nette“ können Patientinnen besondere Wünsche zur Gestaltung der Mützen an die beiden Damen richten. Um ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch langfristig weiterführen zu können, freut sich das Duo über Unterstützung, sei es in Form von Mit-SträklerInnen oder Woll- und Stoffresten. Bei Wollspenden sollte jedoch bitte darauf geachtet werden, dass es sich um 100-prozentige Baumwolle handelt, um die empfindliche Kopfhaut der Patientinnen nicht zu reizen. Gleiches gilt für die Stoffspenden, die im besten Falle keine Synthetik enthalten und stretchfähig sein sollten.

Interessierte können sich über die Facebook-Seite „Beanies von Netten für Nette“ näher informieren oder sich per  E-Mail an Annette Gebhardt (annette.gebhardt@gmx.net) wenden. MitstreiterInnen sind herzlich willkommen.

 


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Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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