PM St. Vincenz Krankenhaus – Sportverletzungen am Knie

Wer im Internet nach „Sportverletzungen“ sucht, dem schlägt die Suchmaschine sofort als häufigste Begriff-Kombination „Knie“ vor. Tatsächlich: Ob beim Ski laufen, Fußball spielen oder beim Badminton, man kann in zahllosen Sportarten unterschiedlichste Schäden am Knie davontragen. Betroffen sind Knochen, Knorpel, Bänder oder Muskeln. Häufig dauert es eine ganze Weile, bis der Verletzte im Alltag wieder problemlos zurechtkommt.

Speziell für Sportler und andere von Knie-Problemen betroffene Patienten veranstaltete die Unfallchirurgie und Orthopädie des St. Vincenz-Krankenhauses Limburg im Rahmen der Reihe „Focus Gesundheit: Orthopädie aktuell“ einen Vortrag zum Thema „Sportverletzungen am Knie“. Oberarzt  Dominik Wilkens referierte vor rund 50 Interessierten in der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg.

Focus Gesundheit: Orthopädie aktuell „Sportverletzungen am Knie“

Eine falsche Bewegung und schon ist es passiert – Sportverletzungen sind leider alles andere als eine Seltenheit. Die Ursachen sind vielfältig, egal ob es sich um eine Verletzung beim Fußball, beim Tennis oder beim Joggen handelt. Selbst anfangs harmlos wirkende Sportverletzungen sollten von einem Arzt untersucht werden. Nicht richtig auskurierte oder behandelte Verletzungen können zu Folgeschäden führen. Mit einer exakten Diagnose ist man auf der sicheren Seite, auch wenn diese zur unerwünschten Empfehlung einer Sportpause führen kann. Spezialist für Sportverletzungen am Knie am St. Vincenz-Krankenhaus Limburg ist der Orthopäde und Unfallchirurg Dominik Wilkens. Er und seine Kollegen können häufig bereits anhand der Symptome erkennen, ob es sich zum Beispiel um eine Prellung oder eine Zerrung handelt.

Umfassende Informationen zum Verletzungsgeschehen

Wichtig für die Diagnose bei einer Sportverletzung ist eine umfassende Information über das Verletzungsgeschehen. Das heißt: Wie kam es zu der Verletzung? Welche Beschwerden bestehen und seit wann? Traten an gleicher Stelle schon einmal Verletzungen auf? Im Anschluss erfolgt eine umfassende Untersuchung. Anhand der Symptome und unterschiedlicher Funktionstests kann der Arzt meist recht schnell erkennen, um welche Art von Sportverletzung es sich handelt.

Dabei überprüft er, ob Schmerzen bei Belastung oder Anspannung der Muskulatur bestehen, ob die Bewegung der Gelenke eingeschränkt ist, ob eine Schwellung auftritt oder ob ein Bluterguss entstanden ist. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) werden meist im Anschluss zur Sicherstellung der Diagnose eingesetzt. Der Arzt entscheidet dann ob eine konservative Therapie oder eine Operation notwendig ist. „Ob operiert werden muss oder nicht, kommt immer ganz auf die Art der Verletzung und den Leidensdruck des Patienten an. Wir entscheiden immer gemeinsam mit dem Patienten welche Therapie- und Behandlungsform für ihn die Richtige ist“, so Wilkens.

Operation mit kleinsten Schnitten

Bei den Operationsmethoden hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Früher hat man große Schnitte machen müssen, heute ist das Operationsverfahren der Wahl eine Arthroskopie, bei der der Operateur mit kleinsten Schnitten und mithilfe einer kleinen Kamera operiert. Beispielsweise wird heute bei einer Meniskusverletzung statt einer Teilresektion (teilweise Entfernung des Gewebes) meist eine Meniskusnaht gemacht werden. Diese ermöglicht es dem Arzt mithilfe von modernsten technischen Geräten und mit kleinem Schnitt den Meniskus zu nähen ohne etwas vom Gewebe entfernen zu müssen. Dieses moderne Verfahren ist äußerst effektiv und senkt das Voranschreiten bzw. Auftreten von Arthrose deutlich. „Gerade bei jungen Menschen, ist es wichtig, dass diese nicht nur kurzfristig schmerzfrei sind, sondern auch zehn Jahre nach der Operation möglichst keine Beschwerden durch eine Arthrose bekommen“, so der Orthopäde und Unfallchirurg.

Ähnlich wie die Behandlung von Meniskusverletzungen ist auch die Behandlung des Kreuzbandrisses heute keine Frage des Alters mehr. „Es ist wichtig auch Kinder und ältere Erwachsene zu therapieren. Hier ist nicht die Altersfrage entscheidend, sondern wie fit ein Patient ist, wie hoch sein Leidensdruck ist und wie instabil das Knie. Wenn möglich, nutzen wir minimalinvasive Verfahren, wenn wir operieren, das macht eine schonende und kosmetisch unauffällige Operation möglich. Bereits nach 24-36 Wochen können wir bei einem Kreuzbandriss im Schnitt von einer Heilung sprechen“, so Wilkens.

Auch Kniescheibenverrenkungen und die häufig vorkommenden Schmerzen rund um die Kniescheibe – seien sie überlastungs- oder anlagebedingt – gehören nach aktuellsten medizinischen Standards versorgt, um mögliche Folgeschäden und lange sportliche wie auch berufliche Ausfallszeiten zu verhindern. Hierzu demonstrierte Wilkens eine Auswahl an Verletzungen und Erkrankungen sowie deren Behandlungsmöglichkeiten.
Im Anschluss nutzten die Besucher des Vortrags die Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen.

Spezielle Kniesprechstunde

Jeden Mittwoch findet eine spezielle Kniesprechstunde am St. Vincenz-Krankenhaus Limburg statt. Patienten benötigen lediglich die Überweisung eines Unfallchirurgen oder Orthopäden.

Terminvereinbarungen sind möglich unter:
Sprechstundensekretariat

Telefon: 06431.292.51 15

E-Mail: trauma@st-vincenz.de

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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